Sanierung Heinrich-Heine-Straße: 90 von 137 Bäumen müssen für neue Allee weichen

+
Zwischen Frankfurter Straße und Ludwig-Mond-Straße soll eine neue Allee gegründet und die Heinrich-Heine-Straße durch eine Fahrbahnveringerung umgestaltet werden.

Im Zuge der Umgestaltung der maroden Heinrich-Heine-Straße soll eine neue Allee entstehen. Für die anstehende Sanierung müssen schon jetzt 90 alte Bäume gefällt werden.

Kassel. In den kommenden Wochen werden an mehreren Stellen im Kasseler Stadtgebiet Bäume zur Vorbereitung von Straßenbauprojekten gefällt. Die Arbeiten, die im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung an eine Fachfirma vergeben wurden, beginnen ab Montag, 11. Februar. Notwendig sind die Fällungen, da zahlreiche der betroffenen Bäume in keinem guten Zustand mehr sind oder unzureichende Standortbedingungen haben. Im Zuge der Umgestaltung der einzelnen Straßen plant das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Kassel zudem eine hohe Zahl von Ersatzpflanzungen mit deutlich besseren Wachstumsbedingungen.

Auf Grundlage des Naturschutzgesetzes mit der Berücksichtigung der Vogelbrutzeit sind Baumfällungen und Gehölzschnitte nur bis Ende Februar eines Jahres zulässig. Da verschiedene Stadtteile davon betroffen sind, werden entsprechende Halteverbotsschilder auf die konkreten Termine rechtzeitig hinweisen. Mit kurzen baubedingten Verengungen der Fahrbahnen bzw. kurzzeitigen Sperrungen ist während der Arbeiten zu rechnen. Folgende Straßen und Plätze sind betroffen: Obere Königstraße/ Friedrichsplatz, Heinrich-Heine-Straße, Wolfsgraben und Weserstraße.

Umgestaltung der Heinrich-Heine-Straße 

Die in die Jahre gekommene Heinrich-Heine-Straße soll zwischen Frankfurter Straße und Ludwig-Mond-Straße ein neues Gesicht bekommen. Die großzügigen Querschnitte für den Kfz-Verkehr mit gleichzeitig zu schmalen Gehwegen und zu kleinen Baumscheiben werden sich mit der neuen Planung verändern. Der Fokus liegt auf der Verringerung der Fahrbahn sowie einer abwechslungsreichen und verkehrsberuhigenden Gestaltung, um vor allem den Durchgangsverkehr weitestgehend außen vor zu lassen. Ziel ist die Gründung einer neuen Allee.

Ein Großteil der zu fällenden Bäume weist aufgrund schlechter Standortbedingen massive Schäden auf. Würden die Bäume nicht gefällt, wäre nach Einschätzung des Umwelt- und Gartenamtes mit einer Reststandzeit von fünf bis maximal zehn Jahren zu rechnen. Zugleich müssten die Bäume intensiv gepflegt und regelmäßig zurückgeschnitten werden. Derzeit stehen an der Heinrich-Heine-Straße insgesamt 137 Bäume. Geplant ist, dass davon 90 gefällt werden. Ein guter Anteil der noch vitalen bzw. stadtteilprägenden Bäume konnte das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt in die neue Planung integrieren. Als Ersatz sind 122 Neupflanzungen an neuen Standorten im Straßenraum geplant. Damit wird die Heinrich-Heine-Straße noch grüner werden: Nach dem Umbau wird es damit rund 25 Prozent mehr Bäume als vor der Baumaßnahme geben.

Wird das zu eng? Stadt sagt Nein

Die Heinrich-Heine-Straße wird neu gestaltet. Und auf den Visualisierungen, die die Stadt Kassel zeigt, kann man schon sehen, wie schön die Straße nach dem Umbau werden soll. Sichtbar ist zum einen, dass sich trotz einer Gehwegverbreiterung die Radfahrer den Verkehrsraum mit den Autos teilen müssen. „Kein Problem in einer Tempo 30-Zone“, sagt man im Kasseler Rathaus. Und sieht die Straße nach dem Umbau nicht etwas eng aus? Wie sollen da zwei Autos aneinander vorbei passen? Wir fragten bei der Stadt nach.

Sprecher Michael Schwab dazu: „Die Heinrich-Heine-Straße wird fast durchgängig auf 5,50 Meter ausgebaut – in einem kurzen Abschnitt von Adolfstraße bis Esmarchstraße (ca. 100 Meter) erfolgt der Ausbau in 5,25 Meter Breite. Der Begegnungsverkehr ist in beiden Fällen für eine Anliegerstraße ausreichend und mit der Straßenverkehrsbehörde abgestimmt. Geht man von einer durchschnittlichen Pkw-Breite von zwei Metern aus, kann dieser sich auf einer freien Fahrbahn mit einem größeren Fahrzeug (Rettungswagen, Müllfahrzeug oder Lkw), hier ist laut StVO §22 max. 2,55 Meter möglich, sicher begegnen. Auf der gesamten Strecke verbleiben als Bewegungsspielraum 0,95 Metern, im oben genannten kurzen Abschnitt 70 Zentimeter.“

Baumfällungen in den weiteren Bezirken

Obere Königsstraße. Im Zuge des weiteren Ausbaus der Oberen Königstraße werden auf dem Friedrichsplatz 35 Linden gefällt. Aktuell stehen die Bäume in einem zu engen Raster und nehmen sich gegenseitig Licht und Nährstoffe. Darüber hinaus befindet sich der überwiegende Teil in einem schlechten Gesundheitszustand, da der Wurzelraum im Umfeld der Tiefgarage zu gering ist. Mit der Umgestaltung des Friedrichsplatzes ist vorgesehen, das Baumraster mit 30 neuen Linden in ausreichend große Pflanzgruben mit 12 Kubikmeter Wurzelraum und einer automatischen Bewässerungsanlage zu vergrößern.

Wolfsgraben. Für die Erneuerung des Wolfsgrabens müssen einige Bäume in den Böschungen weichen. Im Abschnitt zwischen Spiekershäuser Straße und Höheweg werden die Stützmauern erneuert, um eine bessere Verkehrsführung und fußgängerfreundliche Gehwege zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang müssen etwa 15 Bäume, Linden und Eschen sowie Sträucher gefällt werden. Auf den wieder hergestellten Böschungsflächen werden später Ersatzbäume gepflanzt.

Weserstraße. Für den seit Jahren geforderten Bau einer Querungshilfe über die Weserstraße/Magazinstraße muss der Fahrbahnrand in stadtauswärtiger Richtung zu Lasten des Parkstreifens auf Höhe der Einmündung Magazinstraße verschwenkt werden. Dafür müssen vier Platanen weichen. Entsprechende Ersatzpflanzungen sind in der Schützenstraße vorgesehen. Gleichzeitig werden auf der stadteinwärtigen Seite der Weserstraße vier derzeit unbepflanzte Baumscheiben wieder neu bepflanzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Alkoholisierter Autofahrer verursacht heftigen Auffahrunfall und verletzt 20-Jährige in Kassel

Die Rauschfahrt eines 29-jährigen Autofahrers aus Vellmar endete am Mittwochabend in Kassel-Mitte mit einem heftigen Auffahrunfall.
Alkoholisierter Autofahrer verursacht heftigen Auffahrunfall und verletzt 20-Jährige in Kassel

Stellen-Schock bei Wintershall: 200 von 650 Jobs in Kassel weg

Mit dem Zusammenschluss von Wintershall und DEA und den daraus resultierenden Synergieeffekten kommt es zu massiven Stellenabbau: 1.000 Jobs werden wegfallen. Der größte …
Stellen-Schock bei Wintershall: 200 von 650 Jobs in Kassel weg

Blogger „Kiamisu“ und „Rusko“: Wir kennen Hass im Netz

Wenn man Teenager heute fragt, was sie denn mal werden wollen, lautet die Antwort immer häufiger: Youtuber, Blogger oder Instagram-Star.
Blogger „Kiamisu“ und „Rusko“: Wir kennen Hass im Netz

Taschendieb treibt sein Unwesen auf Parkplätzen am Bugasee: Kripo ermittelt

Die Beamten der Kasseler Kripo ermitteln derzeit in drei Fällen, die sich alle auf Parkplätzen am Bugasee in Kassel ereigneten.
Taschendieb treibt sein Unwesen auf Parkplätzen am Bugasee: Kripo ermittelt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.