Sauber ist anders: Anwohner lagern Gelbe Säcke tagelang auf den Bürgersteigen

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Schlaraffenland für Ungeziefer: An der Bismarckstraße stapeln sich die Gelben Säcke schon mehrere Tage vor der Abholung.

An den Straßen gelagerte Müllsäcke sind und bleiben ein Problem in Kassel. Die Stadtreiniger appellieren an das Gewissen der Anwohner.

Kassel. Auch noch ein halbes Jahr, nachdem erste Hinweisschilder aufgestellt wurden, stapeln sich die Gelben Säcke auf Kasseler Bürgersteigen. Nicht nur an der Kölnischen Straße, wo vor etwa einem halben Jahr ein Schild aufgestellt wurde, das die Müllablagerung untersagt und sogar mit einer Geldstrafe bei Zuwiderhandlung droht (der EXTRA TIP berichtete), sondern auch in der Bismarckstraße und an vielen anderen Orten in der Stadt sammeln sich regelmäßig Müllmassen. Statt die Gelben Säcke wie vorgeschrieben erst am Tag vor der Abholung an die Straßen zu stellen, lagern viele Anwohner ihren Müll ganze zwei Wochen lang, nämlich bis zur nächsten Abholung, an der Straße.

Mittlerweile arbeiten nicht nur die Kasseler Stadtreiniger vergeblich mit Verbotsschildern, um das Stadtbild vor den Müllbergen zu schützen – auch Hausverwaltungen haben sich bereits eingeschaltet. Mit selbst aufgehängten Hinweisschildern weisen sie ihre Mieter auf die Ordnungswidrigkeit hin und bitten sie, die Säcke an dafür vorgesehenen Orten und nicht an der Straße zu lagern.

Eigentümer und Hausverwaltungen weisen ihre Mieter auf ihr Fehlverhalten hin und geben Anweisung, wo der Müll gelagert werden soll.

„Wir können nur immer wieder an die Anwohner appellieren, ihr eigenes Wohnumfeld nicht mit Müll zu versauen“, sagt Birgit Knebel, Sprecherin der Kasseler Stadtreiniger. Verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen und Müll nicht auf die Straße zu werfen, gehöre zu den einfachsten Grundregeln der Gesellschaft und gehe jeden etwas an. „Der Müll auf dem Bürgersteig sieht nicht nur unschön aus, er lockt auch Ungeziefer an“, so Knebel.

Die Stadtreiniger sind auch in diesem Jahr beauftragt, die Säcke im Zweiwochentakt abzuholen. Für viele Bürger scheint die Regel, die Säcke erst am Tag vor der Abholung nach draußen zu stellen, auch kein Problem zu sein. „Warum es an einigen Stellen jedoch nicht funktioniert, können wir uns nicht erklären“, sagt Birgit Knebel weiter.

Kalender und App zur Erinnerung

Um die Abholung vor der eigenen Tür nicht zu verpassen, empfehlen die Stadtreiniger, sich auf ihrer Homepage unter www.stadtreiniger.de/abfallkalender einen individuellen Abfallkalender auszudrucken oder sich von der Handy-App „Abfallkalender Kassel“ an die bevorstehende Abholung erinnern zu lassen. Einen geeigneten Ort zur Lagerung der Säcke sollten Anwohner mit ihrem Hauseigentümer absprechen. Sogenannte Bereitstellungstonnen können von ihnen bei den Stadtreinigern angefordert und zur Müllsammlung genutzt werden.

„Wir können nichts machen, außer die Anwohner auf die Ordnungswidrigkeit hinzuweisen. Die Verantwortung dafür, wie es vor ihrer Haustür aussieht, tragen sie am Ende selbst. Jeder Einzelne sollte für mehr Sauberkeit in seinem Wohnumfeld einstehen und ihn nicht mutwillig vermüllen. Das wissen viele Kinder mittlerweile besser als so manche Erwachsene“, appelliert Knebel.

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