Schauspielhaus Kassel: Tanzchef Johannes Wieland gibt exklusive Einblicke in Proben von „anarchy of the Body“

Internationale Tänzer: Dafni Krazoudi (v.li.), Morgan Bobrow Williams, Alison Adnet und Niv Mehmed sind neu im Kasseler Ensemble.
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„anarchy of the body“ heißt der neue Tanzabend des Staatstheaters Kassel, der am 1. Dezember im Schauspielhaus uraufgeführt wird und sich mit dem Verhältnis von Bewusstsein und Körperlichkeit beschäftigt. Tanzchef Johannes Wieland ließ uns bei den Proben zuschauen.

Kassel. Es sind starke Bilder der getanzten Emotionen. Bilder die haften bleiben. Aber dafür ist Johannes Wieland ja auch bekannt. Kassels Tanzchef ist mit seinem neuen Werk zurück. Einmal tanzen die Darsteller wie Zombies auf der Bühne, ein anderes mal wieder filigran. Ominöses Brummen wabbert dazu aus den Boxen – vermischt mit elektronischer Musik.

„Ist der Körper fähig, heimlich ein absolutes, totales Eigenleben zu führen – ein zweites Körperbewusstsein?“ fragt Wieland im neuen Werk. Am Samstag, 1. Dezember (19.30 Uhr), feiert im Staatstheater Kassel „anarchy oft he body“Premiere. Der Tanzabend besteht aus zwei Stücken – neben einer Choreografie von Johannes Wieland wird auch ein Stück von Annamari Keskinen und Ryan Mason zu sehen sein. Der Doppelabend geht dem Verhältnis von Bewusstsein und Körperlichkeit nach.

Internationale Tänzer: Dafni Krazoudi (v.li.), Morgan Bobrow Williams, Alison Adnet und Niv Mehmed sind neu im Kasseler Ensemble.

Bei den Gast-Choreographen handelt es sich um alte Bekannte am Theater: Der aus Kalifornien stammende Tänzer und Choreograf Mason war bereits von 2009 bis 2014 Mitglied des Tanzensembles am Staatstheater Kassel und war mit Musicals wie „Jesus Christ Superstar“ und „Peter Pan“ auf Tour. Annamari Keskinen wurde von der Fördergesellschaft des Staatstheaters Kassel mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet und war von 2010 bis 2012 Mitglied des Tanztheaterensembles Nun sind sie mit ihrer eigenen Tanzsprache zurück und bringen in Kombination mit Wielands-Inszenierung die ganze Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes auf die Bühne. Neu dabei im Ensemble sind vier internationale Tänzer/innen. Und die bringen auch ihren eigenen Stil mit ein. Wir durften bei den Proben dabei sein und sahen sie in Aktion.

Apropos Aktion: Die Griechin Dafni Krazoudi dürfte einigen noch von der documenta 14 her bekannt sein. Denn während der Kunstschau war die 24-Jährige Performerin und besonders im Concert „Social Dissonance“ involviert, das in Athen und Kassel stattfand. Sie arbeitete bereits mit unterschiedlichen griechischen Choreografen zusammen. Alison Adnet stammt aus den USA. Die 27-Jährige war in der Spielzeit 2017/2018 erstmals als Gasttänzerin am Staatstheater Kassel zu sehen.

Kostprobe am Donnerstag

Er sieht fast aus, wie Rapper Eminem: Morgan Bobrow- Williams (22) wuchs in Georgia in den U.S.A auf, wo er sich schon sehr jung in unterschiedlichen Tanztechniken und -sprachen (Breakdance, African Tanz) ausprobierte. Niv Melamed (29) wurde in Haifa (Israel) geboren, wo er Capoeira, Akrobatik und Afro-Brasilianischen Tanz trainierte. Nach dem Militärdienst studierte er Zeitgenössischen Tanz und Choreografie. Seit September proben die neun Tänzer eifrig. Letzte Woche das erste Mal im Kostüm. Erste Einblicke in den Tanzabend bietet für sieben Euro Eintritt die „Kostprobe“ am Donnerstag, 29. November, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus. Karten für die Kostprobe und für die Uraufführung am Samstag, 1. Dezember sowie Folgetermine gibt es an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter: www.staatstheater-kassel.de

Johannes Wieland

Der Berliner Johannes Wieland ist seit der Spielzeit 2006/07 Tanzdirektor des Staatstheaters Kassel. Nach einer Tänzer-Karriere als Solist des Béjart Ballet Lausanne und der Berliner Staatsoper gründete Wieland 2002 in New York seine eigene Kompagnie. Darüber hinaus ist er weltweit als Gastchoreograf und Lehrer tätig, u.a. an der Juilliard School of Music.

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