In Schieflage: Der beliebten Mai-Jam droht Insolvenz

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Obwohl dieses Jahr beim Mai Jam wieder ein neuer Besucherrekord aufgestellt werden konnte befindet sich der Mai Jam-Verein in finanzieller Schieflage.

Kassel. Obwohl dieses Jahr beim Mai Jam wieder ein neuer Besucherrekord aufgestellt werden konnte befindet sich der Mai Jam-Verein in finanzieller Schieflage – der gemeinnützige Verein steht sogar kurz vor der Insolvenz.

"Es geht um einen Verlust um mehrere tausend Euro", berichtet der Vereinsvorsitzende Markus Quinting.Der bisherige Versuch, den kostenlosen Teil der Veranstaltung und die damit verbunden Kosten durch einen kostenpflichtigen Teil in der Nacht zu kompensieren, scheiterte.

"Alleine die Sicherheit, Platzmieten und Infrastruktur verschlangen bei dieser Veranstaltung einen großzügigen fünfstelligen Betrag, den wir durch zum Teil unvorhersehbaren Kosten nicht erwirtschaften konnten."Seit 1997 findet in Kassel fast jährlich das Mai-Jam-Festival unter dem Motto "HipHop & Funsport" in der "Hall of Fame" (Giesenallee, unter der Autobahnbrücke) statt. Daraus entstand 2013 der Mai-Jam e.V. der die Mai-Jam organisiert. Das Festival ist eine reine Non-Profit-Veranstaltung, kostet keinen Eintritt und alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und mit viel Engagement und Herzblut. Als Förderer der Kasseler Jungend-, Sport-, Kunst- und Musikkultur ermöglicht der Verein somit allen sozialen und kulturellen Altersschichten einen freien Zugang zum Festival. Es hat mittlerweile bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal und wird somit auch von Gästen aus der gesamten Republik, sowie aus der Schweiz und Österreich besucht.

Menschen aller Kulturen friedlich vereint

"Wir haben damit in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass es zwischen Menschen und Kulturen keine Grenzen gibt und ein friedliches Beisammensein und Feiern immer möglich ist, wenn man gemeinsame Ziele und Grundsätze hat, auf denen man sich verständigt. Unser größter Beweis dafür sind die steigenden Besucherzahlen, welche sich bei der diesjährigen Mai-Jam zwischen 7.000 und 8.000 Besuchern im Alter von 14 bis 40 Jahren bewegten.", so Quinting.Auch das sehr positive Feedback von Polizei, Ordnungsamt, Sanitätern, Hessen.Mobil und anderen Behörden und bekannten Personen der Öffentlichkeit bekräftigtige die Mitglieder immer wieder.Diese seien derzeit auch nicht untätig und versuchten alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Festival zu retten.

"Wir erarbeiten zur Zeit mit fachkundigen Unterstützern für die Zukunft einen Drei-Jahres-Finanzplan aus. Zudem wurde uns bereits jetzt Hilfe durch Herrn Volker Baars, Leiter der Akademie für Absatzwirtschaft und Kommunikation e.V. in Kassel, zugesagt, so dass wir im Bereich Marketing eine professionelle Unterstützung bekommen."

Spendenaufruf

Eine weitere Aktion war eine Benefiz-Veranstaltung mit über 600 Besuchern im A.R.M. Kassel, für die alle Künstler auf Ihre Gage verzichteten und der komplette Gewinn der Veranstaltung an den Mai-Jam e.V. geht. "Weiterhin rufen wir zu freiwilligen Spenden unter unseren Besuchern und Unterstützern auf, welche allerdings eher als Tropfen auf dem heißen Stein zu verzeichnen sind." Deswegen richtet der Verein sein Anliegen auch an Politiker, Ämter der Stadtverwaltung Kassel und überregionale Institutionen."Wir sind alle Lokalpatrioten Kassels und machen uns gerne stark für unsere Stadt und Region, so wie mit unserem einzigartigen Festival. Die Mai-Jam ist ein Wahrzeichen Kassels, unter vielen unserer Besuchern sogar das Wahrzeichen, aber wir sind dringend auf Hilfe angewiesen."

Interessenten, die spenden möchten, oder sonstige Hilfe anbieten, können sich an Markus Quinting per Email wenden: markus@mai-jam.de

Viele Unterstützer

Neben vielen Befürwortern der Veranstaltung wie beispielsweise Karin Müller (Bündnis 90/Die Grünen, verkehrspolitische Sprecherin im Hessischen Landtag) , Henning Hinn (Polizeipräsidium Nordhessen, Leiter Polizeirevier Süd-West), Lars Tepel (Straßenverkehrsbehörde Stadt Kassel), Polyma Energiesysteme GmbH (Unternehmen in Kassel und langjähriger Partner der Mai-Jam), Kool Savas (einer der drei erfolgreichsten Rapper aller Zeiten in Deutschland), Spax (Rapper, langjähriger Moderator der Breakdance Weltmeisterschaften "Batte of the Year"), Pascal Adam (Streetworker Baunatal) haben Sich weitere Institutionen und Ämter der Stadtverwaltung Kassel sehr wohlwollend über den Mai-Jam e.V. geäußert.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamts Kassel z.B. fanden den Veranstalter bislang ausgesprochen zuverlässig und verantwortungsbewusst. Beschwerden von Anwohnern oder Anliegern gab es bislang keine. Das Kulturamt Kassel begrüßt die kulturellen Aspekte der Veranstaltung mit Graffiti und Konzerten hinsichtlich der Einbindung lokaler Akteure und deren Vernetzung mit überregionalen Kreativschaffenden und anderen Festivals.

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