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Schnäppchenjagd im Fair Kaufhaus

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Briefwechsel. Chefredakteur Rainer Hahne wendet sich an Host Pedina, Geschäftsführer des Fair Kaufhauses.

Briefwechsel. Sehr geehrter Herr Horst Pedina,

vor kurzem hat mich der Zufall in Ihr Fair Kaufhaus in der Philippistraße in Rothenditmold geführt. Irgendwie hatte ich immer gedacht, Ihr Geschäft sei nur für Hartz IV-Empfänger gedacht, doch weit gefehlt.Es war spannend, bei Ihnen zu stöbern. Eigentlich ist ja Ihr Fairkaufhaus ein einziger großer Flohmarkt unter einem Dach. Schon auf den ersten Blick begeistern alte Standuhren. Möbel haben Sie in allen Formen, Farben und Größen. Antike Stücke finden sich ebenso wie Büromöbel. Ja, mit den Möbel machen Sie sechzig Prozent Ihres Umsatzes. Ein Geheimtipp ist Ihr Haus mittlerweile für viele Menschen, die gern auf den Flohmarkt gehen oder preisgünstig einkaufen gehen möchten.Ich konnte es natürlich mal wieder nicht lassen und haben einen Arm voll Bücher gekauft. Vier dicke Romane für 8,50 Euro. Da kann man wirklich nicht meckern. Ein Reisebüro, Kleidung, Glas, Porzellan und ein kleines Bistro runden Ihr Angebot ab.

Doch dieses Kaufhaus haben Sie nicht nur ins Leben gerufen, um Schnäppchen aus Haushaltsauflösungen günstig anzubieten. Ihre Idee war eine andere. Vor vielen Jahren waren Sie Gründerr der Drogenhilfe. Doch dann war Ihnen klar: Es genügt nicht allein, Menschen zu therapieren. Anschließend brauchen sie eine neue Chance, eine berufliche Perspektive. Und die finden zur Zeit 13 ehemalige Drogenabhängige bei Ihnen.24 waren es schon einmal, doch der schwere Anfang hat Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Philippistraße wurde aufgerissen, die Kunden konnten Sie kaum erreichen. Ein Schicksal, dass Sie mit vielen Kasseler Kaufleuten teilen.

114.000 Euro Schulden hatten sich nach diesem Katastrophenstart angesammelt, doch aufgeben kam für Sie nie infrage. Anfangs gab es auch noch genug Helfer. Egal, ob es die Politik oder die Kasseler Sparkasse war, man war bereit, Ihnen unter die Arme zu greifen, denn allen Verantwortlichen war klar, dass Ihr Unternehmen nachhaltig arbeitet und für Ihre Mitarbeiter eine zweite Heimat geworden ist.Doch mittlerweile sind Sie wieder in einer problematischen Situation. Eigentlich hat sich Ihre Einnahmenseite stabilisiert. Viele Menschen schauen regelmäßig bei Ihnen auf ein Schnäppchen rein, doch immer noch sind es die Anfangsschulden, die Ihnen schwer zu schaffen machen.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. "Wir haben mittlerweile zwei Teilhaber, die mich finanziell unterstützt haben. Ich hoffe, dass sich noch ein paar Spender finden, die uns helfen wollen. Und natürlich freue ich mich über jeden zusätzlichen Kunden”, schauen Sie hoffnungsvoll nach vorn.Ich schaue gern mal wieder vorbei.

Mit neugierigen GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Ein schönes Schmuckstück habe ich auch gesehen....

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