Schüsse im Wesertor: Unbekannte nehmen Wohnhaus ins Visier

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Kassel. Schon zweimal wurden die Fenster eines Kasseler Ehepaars beschossen. Täter und Motiv sind nicht bekannt, jetzt ermittelt der Staatsanwalt.

Kassel. Plötzlich knallte es: Bereits zweimal wurden Ende Juli die Fensterscheiben eines Mehrfamilienhauses am Wesertor beschossen. Die Bewohner sind besorgt – vor allem die zweite Etage scheint ins Visier eines unbekannten Schützen geraten zu sein. Denn: Beide Male erwischte es dieselben Einwohner. Zurück blieben rund sechs Zentimeter große Einschusslöcher. Ehepaar Schmidt (Name von der Redaktion geändert) erstattete daraufhin zweimal Strafanzeige. Die Angst allerdings blieb ihr Alltagsbegleiter. "Beim ersten Mal war es das Badezimmerfenster. Beim zweiten Mal die Seite des Kinderzimmerfensters", bestätigt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch auf EXTRA TIP-Anfrage.

Nun ermittelt die Polizei in beiden Fällen wegen Sachbeschädigung – mehr könne zurzeit nicht getan werden. Doch nicht die Fensterscheiben bereiten den Hausbewohnern schlaflose Nächte; vor allem haben sie Angst am Fenster von einem Geschoss getroffen  und verletzt zu werden. Auch eine andere Hausbewohnerin kennt das Problem, schon dreimal stand sie an den Scherben ihrer Wohnungsfenster. In die Öffentlichkeit möchte sie nicht – zu viel Sorge und Angst schweben mit. Als die Polizei bei den Schmidts eintrifft, findet sie beide Male jeweils nur das Einschussloch vor. Wie ist das möglich? "Es wurden keine Geschossteile gefunden. Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Zwille oder eine Softair-Waffe", so Jungnitsch.

Einfach nur Leichtsinn?

Wer die Wohnung des Ehepaars im Visier hat, wissen sie nicht – sie sind weder in Streitigkeiten noch in Feindschaften verstrickt. Der Verdacht: "Den Beamten gegenüber wurde erwähnt, dass oben auf dem Dach oft Tauben sitzen und alles verunreinigen. Es wäre möglich, dass jemand eigentlich auf die Tauben schießt", erklärt Jungnitsch. Sollte dies der Fall sein, setzt der Unbekannte leichtfertig das Leben anderer aufs Spiel. Das Verfahren wurde nun an die Staatsanwaltschaft weitergeleit. Bis dahin können die Bewohner nur darauf hoffen, dass ihnen weitere Aktionen des Schützen erspart bleiben.

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