Er schuf den "Blue Dancer": Ehrung für Kasseler Künstler Kazuo Katase

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„Es sind Kulturschaffende wie Sie, die das kulturelle Profil unserer Stadt maßgeblich mitprägen“, wandte sich Oberbürgermeister Hilgen direkt an Kazuo Katase. „Dafür möchten wir uns heute mit der Goldenen Ehrennadel bei Ihnen bedanken.“ Rechts die Ehefrau des Künstlers, Irene Adelmann-Katase.

Kassel.  Er hat das kulturelle Profil der Stadt maßgeblich mitgeprägt und eines der besonders herausragenden Kunstwerke im öffentlichen Raum Kassels geschaffen: Kazuo Katase – aus Japan stammender und seit 1976 in der documenta-Stadt Kassel lebender Künstler.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen würdigte das künstlerische Lebenswerk Katases jetzt mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt. Katase beschäftigt sich mit Fotografie und Performance, mit Installation und Malerei. Früh suchte er nach einem Weg, zeitgenössische westliche Kunst mit der Minimal- und Konzeptkunst direkt miteinander zu verbinden. 1974 kam Katase nach Deutschland, nahm zwei Jahre später an der Kunsthochschule Kassel ein Studium der Kunst und Visuellen Kommunikation auf und wählte experimentelle Fotografie als Hauptfach. In den 80er- und 90er-Jahren wurde er für seine Raum füllenden Installationen bekannt. Katase erlangte durch Ausstellungen in Japan und Europa – unter anderem bei der documenta 9 und 11 – internationale Bekanntheit.

 Die Werke des Künstlers sind meist bestimmt durch polare Prinzipien und Dualismen wie Innen und Außen, Licht und Schatten oder auch Mensch und Natur. „Kennzeichnend für Kazuo Katases Werke ist ihre geradezu physisch spürbare ästhetische Präsenz“, sagte Oberbürgermeister Hilgen in seiner Laudatio. Katases Bildsprache werde in hohem Maß von den Prinzipien der Imagination und der Assoziation bestimmt.

Erlebbar sei dies zum Beispiel bei Katases „Blue Dancer“, der sich bei der Kasseler Bevölkerung einer großen Beliebtheit erfreue. Der Blaue Tänzer balanciert auf einem Drahtseil über die Fulda und verbindet zwei Stadtteile miteinander, die im Krieg große Zerstörungen erlebt haben.

„Die widersprüchliche Situation, dass man einen Drahtseiltänzer wahrzunehmen glaubt und ihn doch nicht sieht, gibt der Skulptur ihre poetische Kraft“, sagte Oberbürgermeister Hilgen. Dieses im Jahr 2003 geschaffene Kunstwerk sei heute aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken, es gehöre vielmehr zu den besonders herausragenden Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt Kassel.

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