Schweigen ist verkehrt: Briefwechsel an Jüdin Ilana Katz

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In seinem Briefwechsel wendet sich EXTRA TIP-Chefredakteur Rainer Hahne an Ilana Katz, Kasseler Jüdin, die sich gegen Antisemitismus einsetzt.

Briefwechsel. Sehr geehrte  Ilana Katz,  sehr geehrter Christopher Willing und Martin  Sehmisch,Sie haben in Kassel eine neue Informationsstelle für Antisemitismus in Kassel eröffnet.  Dafür herzlichen Dank. Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir so etwas nie wieder benötigen, aber das war ein Trugschluss.

Immer noch gibt es einige Unverbesserliche, die vergessen haben oder es nicht wahrhaben wollen, dass über tausend jüdische Mitbürger während des "Tausendjährigen Reiches” sterben mussten. Überall in der Stadt sehen wir die Stolpersteine. Aber es gibt nun mal genug Leute, die in ihrem Leben über alles stolpern, solche Steine aber nicht wahrnehmen.

Hinzu kommt eine ganz neue Dimension. Seit Jahrtausenden ist der Nahe Osten ein einziger Krisenherd.  Zwischen Arabern und Israelis wird es wohl nie Frieden geben. Der Hass, der sich von diesen ständigen gewaltätigen Auseinandersetzungen nährt, macht auch vor den Grenzen Europas nicht Halt, und  natürlich sind es mal wieder die Unschuldigen und Wehrlosen, die darunter leiden müssen.

In unserem Lande darf bekanntlich jeder demonstrieren – wann und wo er will. Und so müssen wir häufiger mal zuschauen, wie gegen Israel gehetzt wird. Da wird von Menschen mit arabischen Wurzeln  provokant der Hitlergruß ausgeführt. Um es nicht eskalieren zu lassen, greift die Polizei nicht ein. Das darf es demnächst nicht mehr geben.Und dann das: Es ist unglaublich, dass ein Gemeindemitglied  der Jüdischen Gemeinde in Kassel derart zusammengeschlagen worden ist, dass es seitdem schwerbehindert ist. Da werden mal wieder fünf, sechs "Helden”  diesen armen Menschen überfallen haben.

Es ist höchste Zeit, dass sich das wieder ändert. Und es wird sich nicht dadurch ändern, dass Hooligans oder Zuhälter in Frankfurt oder Köln hirnlos um sich prügeln. Diese Herren sind in den meisten Fällen polizeibekannt und sollten ganz, ganz vorsichtig sein.

Was passieren muss, ist etwas ganz anderes.  Viel zu lange haben wir uns in Sicherheit gewiegt. Viel zu lange wurde immer mehr Polizeipersonal abgebaut.  Die, die noch da sind, können sich darüber freuen, dass ihr Job immer unangenehmer wird. Jeder Idiot pöbelt umgestraft rum.

Es war ein richtiges Signal, dass die Polizei in Köln jetzt massiv Präsenz gezeigt hat. Zu Dutzenden wurden diese nordafrikanischen Taschendiebe zusammen getrieben und die Personalien aufgenommen. Wie lange sie in Polizeigewahrsam waren? Keine Ahnung. Aber jetzt wird auch die Politik aktiv.  Marokko und Algerien werden sichere Heimatländer. Dann werden auch diese Herren bald wieder da sein, wo sie hingehören.

Mit genervten Grüßen,Rainer HahneChefredakteurP.s. Es ist gut, dass wir in Kassel genau hinschauen. Und es wird höchste Zeit, dass wir genau erfahren, was sich bei uns so abspielt. Die Politik braucht nicht zu überlegen, was mündige Bürger wissen müssen.

Lesen Sie hier auch den Artikel zur neuen Informationsstelle Antisemitismus Kassel

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