1. lokalo24
  2. Lokales
  3. Kassel

Schwierig, ernst, doch Plan vorhanden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Rainer Hahne

Kommentare

null
© Lokalo24.de

Briefwechsel. Chefredakteur Rainer Hahne wendet sich an die Mitarbeiter des weltgrößten Wechselrichterherstellers SMA.

Briefwechsel. Sehr geehrte Mitarbeiter des weltgrößten Wechselrichterherstellers SMA,über viele Jahre musstet Ihr Euch dem Neid vieler Nachbarn aussetzen. Ihr wart und seid eine der technologisch wichtigsten Firmen in Deutschland. Ihr seid der jüngste Weltmarktführer der Bundesrepublik. Eure Gehälter waren mit die höchsten in der Region. Die sozialen Leistungen Eurer Firma sind immer wieder bundesweit prämiert worden.Zur Zeit sieht das etwas anders aus. 800 Mitarbeiter mussten das Unternehmen verlassen, um weltweit wettbewerbsfähig bleiben zu können. Vom EEG-Gesetz in Deutschland ist kaum noch etwas übrig geblieben. Eure Umsätze in Deutschland sind in diesem Jahr noch einmal eingebrochen. Und vor kurzem konnte man beim Besuch des Bundeswirtschaftsministers bei SMA klar und deutlich hören, dass Sigmar Gabriel vom Saulus zum Paulus geworden ist. Von ihm braucht sich niemand von Euch Hilfe auf bessere Zeiten zu erhoffen.Das hat Eure Geschäftsführung schon lange erkannt. Verlagerung ins Ausland ist seit Jahren angesagt. Die Zentrale bleibt in Nordhessen. Hier wird in einem Ausmaß geforscht, an dem sich andere Firmen ein Beispiel nehmen können.Hinzu gekommen sind Produktionsstätten in den USA, in Japan, China. Und das ist richtig so, denn mittlerweile macht Ihr 70 Prozent Eures Umsatzes außerhalb der deutschen Grenzen.Dieser Umbruch war schwer, doch immer wieder kann man erleben, dass Firmen, die sich nicht schnell genug auf sich verändernde Marktverhältnisse einstellen, der Vergangenheit angehören. Henschel in Kassel ist nur ein Beispiel für viele Weltfirmen, die heute keine Rolle mehr spielen.Im ersten Quartal 2014 habt Ihr mit Mühe und Not die unterste Grenze des angestrebten Umsatzes erreicht. Doch das war angesichts der politischen Lage nicht anders zu erwarten. Die Lage Eurer Firma ist immer noch hervorragend. Ihr seid weltweit Marktführer. Das gilt nicht nur für den Umsatz, sondern in erster Linie auch für Euren technologischen Vorsprung. Eure Konkurrenz spielt weltweit keine Rolle, sondern ist nur in den jeweiligen Heimatländern stark.Wir Nordhessen drücken Euch die Daumen. Wir wissen, dass Ihr alles tut, um in den Bereichen Forschung und Entwicklung ganz weit vorn zu bleiben. Und das ist auf Dauer entscheidend.Mit technologischen GrüßenRainer HahneChefredakteurP.s. Auf Euer neues Werk in China könnt Ihr heute stolz sein. In diesem Jahr wird es erstmals eine schwarze Null schreiben. In den nächsten Jahren werdet Ihr viel Spaß auf dem größten Solarmarkt der Welt haben.

Auch interessant

Kommentare