"Das sind Dummköpfe!": Kasseler Sonnenstudio wurde zum dritten Mal überfallen

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Joachim Nütz und sein Sohn Fabian (li.) hielten sich zur Tatzeit im Büro im Untergeschoss auf und bemerkten das Geschehen am Tresen des Sonnenstudios über einen Überwachungsbildschirm. Nütz war geschockt, reagierte aber sofort.

Das Yellowstar-Sonnenstudio von Joachim Nütz (50) wurde bereits zum dritten Mal Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls. "Die Täter werden immer skrupelloser", sagt er.

Kassel. „So etwas habe ich wirklich noch nicht erlebt. Ich bin immer noch schockiert“, gibt Joachim Nütz, Fachhändler und Betreiber von insgesamt drei Sonnenstudios in und um Kassel, zu. Nur einige Tage zuvor wurde sein Yellowstar-Sonnenstudio an der Ludwig-Mond-Straße von einem bewaffneten Mann überfallen. Er war maskiert und drohte mit einem Revolver der Mitarbeiterin, die an diesem Abend am Empfang des Studios saß.

„Mein Sohn und ich saßen im Firmenbüro, das sich unter dem Studio befindet und trauten unseren Augen nicht, als zuerst ein Revolver und schließlich eine schwarz gekleidete Person auf dem Überwachungsmonitor auftauchte“, berichtet der 50-Jährige. Die Bilder der Überwachungskamera sind eindeutig. Den Revolver auf die Frau gerichtet brüllt der Maskierte immer wieder „Kasse auf! Kasse auf!“. Die Frau am Empfangstresen weicht verängstigt zurück und der Mann im schwarzen Kapuzenpullover beginnt, in der Kasse zu wühlen.

„Im ersten Moment saß der Schock tief. Ich habe zuerst versucht, die Polizei anzurufen. Habe mich dann aber doch entschieden in die Offensive zu gehen und den Mistkerl zu stören. Wie ein Verrückter bin ich mit lautem Gebrüll die Treppe hochgerannt“, erzählt Joachim Nütz, „Das war wie bei CSI!“ Als der Täter bemerkt, dass er mit der jungen Frau nicht alleine ist, ergreift er sofort die Flucht. Das Geld aus der Kasse nimmt er mit.

Täter werden skrupelloser

Nütz’ Angestellte hat bereits gekündigt. „Natürlich hat sie Angst – das kann ich verstehen“, sagt er. Einbrüche und Trickdiebstähle gab es in seinen Sonnenstudios schon einige. Zwei Mal wurden sie bereits bewaffnet überfallen. Damals hatten die Täter Messer dabei. Nun war es erstmals eine Schusswaffe. „Seit 35 Jahren bin ich nun im Geschäft. Zwei Jahrzehnte davon hatte ich meine Ruhe, dann ging es mit den kriminellen Machenschaften los. Innerhalb der letzten zehn Jahre wurde es immer schlimmer. Die Täter werden immer skrupelloser“, stellt Nütz fest. Doch davon lässt sich der Sonnenstudio-Betreiber und -Fachhändler nicht einschüchtern. Mit seinem Sohn Fabian wird er das Sonnenstudio weiterhin betreiben. Ein verschärftes Sicherheitskonzept für seine Filialen hat er sich bereits überlegt.

„Wer ein Sonnenstudio überfällt, ist für mich kein Verbrecher, sondern ein Dummkopf“, sagt Nütz. Die Beute sei viel zu gering gewesen, um dafür eine hohe Gefängnisstrafe in Kauf zu nehmen. Wird der Täter gefasst, erwarten ihn fünf Jahre Haft wegen bewaffneten Raubüberfalls. Die Polizei sei ihm bereits auf der Spur.

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