Solar boomt weiter: SMA-Vorstand beobachtet Weltklimakonferenz

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SMA-Vorstandsvorsitzender Pierre Pascal Urbon.

Der EXTRA TIP sprach mit dem SMA-Vorstandsvorsitzenden Pierre Pascal Urbon über die Zukunft der Solartechnologie.

Kassel. Aufmerksam verfolgt der SMA-Vorstandsvorsitzende Pierre Pascal Urbon die Weltklimakonferenz in Bonn und hofft, dass Deutschland die Klimaziele beibehält. Im EXTRA TIP erzählt er, was weltweit rund um die Solartechnologie los ist.

ET: Sie wirken so entspannt. Ist die Weltklimakonferenz nicht so wichtig für SMA?

Urbon: Für unser Klima sind die Entscheidungen dort fast so wichtig wie für die Fidschi-Inseln. Seit 1950 haben wir deutlich mehr warme und klar weniger kalte Tage in Deutschland. Für SMA ist es aber nicht ganz so wichtig wie früher die Konferenzen zum Erneuerbare Energien-Gesetz. Das war oft existenzbedrohend.

ET: Die Existenzbedrohung ist also für SMA vorbei?

Urbon: Sagen wir es mal so. SMA ist erwachsen geworden. Wir haben die Pionierphase hinter uns und stehen wettbewerbsfähig im Markt der Anbieter. Und der ist hart genug.

ET: Trotzdem – was möchten Sie in Bonn hören?

Urbon: Ich möchte hören, dass die Bundesregierung unterstreicht, dass sie die Klimaziele beibehalten will. Alles andere wäre für Deutschland peinlich. Überhaupt, wenn es so weiterläuft wie zur Zeit, werden wir die Emissionen nicht um vierzig, sondern nur um dreißig Prozent senken. Wir müssten also noch mehr tun und könnten das auch. Aber ob wir das auch wollen, scheint mir nach einigen Aussagen von Herrn Lindner (FDP) zweifelhaft. Es wäre ein absoluter Rückschlag für unsere Zukunftsindustrie. Die Bundesregierung muss sich zu den gesetzten Zielen bekennen, muss ein klares Signal gegen die Dinosauriertechnologie Kohle senden.

ET: Andere Staaten unterstützen Solar stärker?

Urbon: Ja. Indien ist zur Zeit der stärkste Motor in Asien für unsere Branche. Dort machen wir richtig viel Geschäft. Dafür sorgt einerseits die hohe Luftverschmutzung und andererseits die Tatsache, dass nicht viel Zeit für den Aufbau eines teuren Stromnetzes da ist. In China ist es ähnlich. Beim Bau der großen Solarkraftwerke sind wir nicht zum Zuge gekommen. Aber jetzt werden kleinere und mittlere Anlagen gefragt. Und da sind wir dabei. Unser Werk ist ausgelastet.

ET: Der amerikanische Präsident Trump glaubt nicht an den Klimawandel.

Urbon: Das ist für uns nicht wichtig. Die Amerikaner haben das Thema verstanden. Dort machen wir ein Drittel unseres Umsatzes. In Kalifornien und New York werden die Anlagen erfolgreich mit Klimaanlagen und Autos vernetzt. Das ist die Zukunft. Google und Co. verarbeiten die Verbraucherdaten erfolgreich.

ET: SMA beobachtet die Daten nicht?

Urbon: Natürlich. Denn das ganz große Geschäft beginnt erst dann, wenn wir Zusatzdienstleistungen verkaufen können. Zum Beispiel den Verkauf von Reststrommengen, die der private Hersteller nicht braucht.

ET: Was macht das Afrika-Geschäft?

Urbon: Sonne ist da, der Energiebedarf auch, aber wenig Geld für Invests. Ohne die Hilfe der Regierung ist das nicht zu stemmen. Das Potential ist da, aber leider kein Umsatz. Das Risiko vor Ort ist für uns allein nicht zu tragen.

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