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Spendenaufruf für documenta-Kunstwerk „Public Daycare“ gestartet

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documenta fifteen-Kunstwerk „Eltern und Kleinkinder Krippe / Public Daycare“ im September 2022.
documenta fifteen-Kunstwerk „Eltern und Kleinkinder Krippe / Public Daycare“ im September 2022. © Nicolas Wefers

Spendenaufruf für den Verbleib des documenta fifteen-Kunstwerks „Eltern und Kleinkinder Krippe / Public Daycare“ von Graziela Kunsch

Kassel Die Stadt Kassel, die documenta und Museum Fridericianum gGmbH sowie die Künstlerin Graziela Kunsch starten einen Spendenaufruf, der den Ankauf des documenta fifteen-Kunstwerks „Eltern und Kleinkinder Krippe / Public Daycare“ für die Stadt Kassel ermöglichen soll. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich mit ihren Spenden am Erhalt des Kunstwerks in Kassel zu beteiligen.

Bereits während der Ausstellungslaufzeit der documenta fifteen formierte sich ein engagierter Unterstützerkreis, der sich für den langfristigen Verbleib des Kunstwerks „Public Daycare“ in Kassel einsetzte und von zahlreichen Stimmen aus der Bevölkerung und Öffentlichkeit bestärkt wurde. Die Stadt Kassel nimmt sich nun dem öffentlichen Interesse um das Kunstwerk an und startet gemeinsam mit der documenta und der Künstlerin eine Spendenaktion, um die Arbeit als dauerhaftes Kunstwerk in Kassel zu etablieren – wie dies bereits für verschiedene Außenkunstwerke vergangener documenta Ausstellungen gelungen ist. Ziel ist es, das Kunstwerk – bestehend aus der vollständigen Einrichtung und Ausstattung, der Bibliothek des Spiels (Library of Playful Objects), der Fotoausstellung und Videoarbeit – über die lumbung Gallery für den Gesamtpreis von 178.500 Euro zu erwerben.

In Kooperation mit den Initiatorinnen der „Public Daycare“ wurden Räumlichkeiten in der Innenstadt gesucht und bis auf Weiteres in der Kasseler Markthalle gefunden. Dort stehen geeignete Flächen und Infrastruktur zur Verfügung, um die Neueröffnung der Einrichtung zeitnah zu ermöglichen. Die „Eltern und Kleinkinder Krippe“ wird dann wie während der documenta fifteen als kostenfreies Angebot für alle Kinder von 0 bis 3 Jahren und ihre Begleitpersonen nutzbar sein. Für den Betrieb selbst zeichnet sich die Elterninitiative verantwortlich, die sich zu diesem Zweck in Gründung eines Trägervereins befindet. Die Stadt wird darüber hinaus eine Anschubfinanzierung des Betriebs von 15.000 Euro jährlich zur Verfügung stellen.

Sollte das Spendenziel binnen der drei Monate laufenden Kampagne nicht erreicht werden und die Künstlerin mit der lumbung Gallery der erreichten Summe als Kaufpreis nicht zustimmen, erhalten die Spenderinnen und Spender ihr Geld zurück.

Beliebter Ausstellungsbeitrag für Kinder und Familien

Während der documenta fifteen bot die Künstlerin Graziela Kunsch mit dem Kunstwerk „Eltern und Kleinkinder Krippe“ im Erdgeschoss des Fridericianums einen Raum zum voneinander Lernen für Babys und Kinder bis 3 Jahre und ihre Begleitpersonen. Der vom pädagogischen Ansatz Emmi Piklers getragene Ausstellungsbeitrag erfreute sich großer Beliebtheit. Begleitet von einer Fotoausstellung, Videoarbeit und der Bibliothek des Spiels erzählte Graziela Kunsch von den Erkenntnissen Emmi Piklers zur freien Bewegungsentwicklung und dem achtsamen Umgang mit Kleinkindern, die damit ein respektvolles Miteinander von Anfang an erfahren können. Durch den mit der Kasselerin Elke Avenarius besonders gestalteten Krippenbereich wurde dies für Besucherinnen und Besucher erfahrbar. Die documenta fifteen sprach damit erstmals auch jüngste Gäste und ihre Familien mit einem konkreten künstlerischen Angebot direkt an. 

Stimmen der Initiatorinnen und Initiatoren Johannes Bleck von der Elterninitiative erläutert das Engagement: „Eltern, Großeltern, Tagespflege-Personen und viele Interessierte haben die „Eltern und Kleinkinder Krippe“ während der documenta fifteen so sehr ins Herz geschlossen, dass wir uns nicht vorstellen können, auf diesen wertvollen Raum zu verzichten. Daher haben sich circa 30 Eltern aus Kassel zusammengefunden, die sich für den Erhalt einsetzen und für den Betrieb engagieren. Wir glauben an das Potenzial des Kunstwerks, als Kulturraum, als Kooperationsfläche und Vernetzungsort. Wir sehen es als eine Besonderheit, die als Leuchtturmprojekt vermag belebte Kunst neu zu denken, documenta Kunst ins öffentliche Leben zu integrieren, die Kasseler Innenstadt zu bereichern und internationale Brückenschläge lebendig und sichtbar zu machen.“

Die Künstlerin Graziela Kunsch begrüßt das Vorhaben auch mit Blick auf die Weiterentwicklung ihres Projekts: „Ich freue mich sehr, dass unser Beitrag in Kassel einen solchen Zuspruch erfährt und Freundinnen und Freunde gefunden hat, die sich für den Erhalt engagieren. Teile der Spendenerlöse möchte ich dafür aufwenden, nochmal nach Deutschland zu kommen, um gemeinsam mit Elke Avenarius den Entwurf auf die neuen Räumlichkeiten anzupassen, die Library of Playful Objects auszubauen und eine Public Parental Daycare auch in meinem Heimatort São Paulo im Casa do Povo aufzubauen.“

Kulturdezernentin Dr. Susanne Völker wirbt für die Spendenaktion und betont die Bedeutung des Werks für Kassel: „Es ist bereits gute Tradition, dass neben den durch die Ankaufskommission für die Sammlung der Neuen Galerie erworbenen Werken, einzelne besondere Kunstwerke der documenta Ausstellungen durch bürgerschaftliches Engagement für Kassel gewonnen werden können. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses handelt es sich bei der documenta fifteen dabei nun erstmalig nicht um ein Außenkunstwerk, sondern um einen speziell auf kleine Kinder und ihre Begleitungen ausgerichteten Raum, der einen wertvollen Begegnungs- und Lernort schafft. Diesen möchten wir mit Unterstützung der Bevölkerung für Kassel sichern, denn mit diesem Konzept verkörpert die Arbeit auch treffend die künstlerische Praxis ruangrupas und den lebendigen und teilhabeorientierten Begriff von Kunst, der die documenta fifteen prägte.“

Kassels Jugenddezernentin Nicole Maisch bedankt sich bei allen, die sich für das Projekt einsetzen: „Ich freue mich sehr, dass mit der „Public Daycare“ ein nichtkommerzieller und jahreszeitenunabhängiger Ort geschaffen wird, an dem sich Mütter und Väter mit ihren Kleinkindern spontan treffen und Elemente der kindgerechten und entwicklungsfördernden Pikler-Pädagogik ausprobieren können. Die Markthalle mit ihrer zentralen Lage in der Innenstadt ist ein toller Standort für das Kunstwerk. Ich danke der Elterninitiative, der Künstlerin Graziela Kunsch und ihrer lokalen Kooperationspartnerin Elke Avenarius und der Kasseler Markthalle sehr für die gute Zusammenarbeit, die Kassel um ein ganz besonderes Angebot bereichern wird.“

Spenden können auf das folgende Konto überwiesen werden:

Kassel documenta Stadt
IBAN: DE16 5205 0353 0000 0110 99
BIC: HELADEF1KAS
Spendenzweck: Ankauf des Kunstwerks „Eltern und Kleinkinder Krippe“

Da im Fall des Nichtankaufs eine Rücküberweisung des gespendeten Betrags erfolgt, sind folgende Angaben notwendig: Spendenzweck: Ankauf des Kunstwerks „Eltern und Kleinkinder Krippe“ sowie Name des Spenders/der Spenderin beziehungsweise der Firma und die Anschrift.
Bei Beträgen über 300 Euro kann nach Erreichen des Spendenziels eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden, darunter reicht ein vereinfachter Nachweis gegenüber dem Finanzamt, wie beispielsweise ein Kontoauszug. Über das „Spendenportal“ auf der städtischen Internetseite www.kassel.de/spende-public-daycare bietet die Stadtverwaltung auch einen entsprechenden Online-Zugang an.

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