Stadt greift durch: Gelände am Kasseler Campingplatz zwangsgeräumt

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Zwangsräumung: Stadt Kassel übernimmt kompletten Campingplatz an der Fulda
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Zwangsräumung: Stadt Kassel übernimmt kompletten Campingplatz an der Fulda

Schon längst sollte die ehemalige Betreiberfamilie des Campingplatzes – Sohn und Mutter – das von der Stadt Kassel ersteigerte Grundstück verlassen haben.

Kassel. Das Gelände am Campingplatz an der Giesenallee, das noch nicht im Besitz der Stadt Kassel war, gleicht einem Messie-Platz. Überall liegt Schrott und Müll herum. Doch bald soll das verwilderte Grundstück wieder glänzen. Denn: Nach jahrelangem Rechtsstreit ließ die Stadt am Montag Mittag den Campingplatz-Teil zwangsräumen.

Das Landgericht Kassel hatte einem entsprechenden Antrag der Stadt in einem Verfahren gegen die ehemalige Eigentümerin und ihren Sohn stattgegeben. „Heute ist ein guter Tag für den Tourismus in Kassel. Um unser Ziel zu erreichen, waren Geduld und Beharrlichkeit gefordert“, so Oberbürgermeister Christian Geselle. „Mit dem Zugriff auf das komplette Gelände an der Giesenallee, inklusive des Grundstücks, das die frühere Eigentümerin und ihr Sohn nicht herausgeben wollten, haben wir endlich die Möglichkeit, in die konkreten Planungen für die Modernisierung einzusteigen. Wir wollen unseren touristischen Gästen in Kassel schnellstmöglich einen attraktiven Campingplatz bieten.“ Bis dahin muss auf dem Gelände aber erst mal ordentlich entrümpelt werden. Das soll bis Ende der Woche geschehen sein.

Viele LKW-Container werden dafür benötigt. Erfreulich bei der schweißtreibenden Arbeit: Ein vor dem Haus abgestellter LKW-Anhänger konnte gleich für den Abtransport benutzt werden. „Die Sachen werden nun vier Wochen eingelagert - auf Kosten der ehemaligen Betreiberfamilie. In der Zeit können Leute ihre Ansprüche auf die Sachen geltend machen. Denn nicht alle dort abgestellten Sachen gehören auch der Familie“, berichtet Stadt-Pressesprecher Michael Schwab. Unter anderem hat dort auch der Flic Flac-Zirkus einige Sachen untergestellt.

Angebote zu gütlicher Einigung nicht angenommen 

Bis zuletzt hatten der Anwalt der Stadt Kassel und das Liegenschaftsamt versucht mit der früheren Eigentümerin und ihrem Sohn, die das Grundstück rechtswidrig besetzt hielten, eine gütliche Einigung zu erreichen. In den vergangenen Wochen und Monaten sei die Stadt den beiden sehr weit entgegengekommen, doch sämtliche Angebote waren nicht angenommen worden. „Leider waren wir gezwungen, alle uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen, um die uns zustehenden Rechte durchzusetzen. Aus meiner Sicht stand nie in Frage, dass wir in dem Rechtsstreit am Ende obsiegen“, sagte Geselle. „Es ist bedauerlich, dass sich dieses Verfahren so lange hinziehen musste.“ Nach der Räumung werden sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes sowie der städtischen Unternehmen GWG und Kassel Marketing einen genauen Überblick über die Situation auf dem Gelände verschaffen.

Zu klären ist die Frage, ob das Versorgungsgebäude, das bei einem Brand beschädigt worden war, saniert werden kann oder möglicherweise durch einen Neubau ersetzt werden muss. Geplant ist, dass die GWG die Gebäude und die Infrastruktur entwickelt und modernisiert. Kassel Marketing kümmert sich um den Betrieb, der auf dem bisher genutzten Teil des Campingplatzes an der Fulda derzeit in Kooperation mit den Baunataler Werkstätten sehr erfolgreich praktiziert wird. Noch ist nicht abzusehen, wann das komplette Gelände wieder für den Campingplatz genutzt werden kann.

Die Stadt Kassel hatte das Grundstück in einem Zwangsversteigerungsverfahren im November 2017 erworben.

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