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Stadt Kassel fördert ehrenamtliches Engagement

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Stellten das neue Fortbildungsprogramm „Pro Ehrenamt 2023“ vor und würdigten die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in Kassel: (v.li.) Bürgermeisterin Ilona Friedrich, Andreas Frey (ehrenamtlicher Mitarbeiter Freiwilligenzentrum Kassel, Digitalstammtisch Senioren), Heike Wrede (Leiterin des Nachbarschaftstreffs Südstadt des Nachbarschaftshilfevereins Hand in Hand e. V. der Vereinigten Wohnstätten 1889 e. G.), Dr. Jochen Gollbach (Koordinator für Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt der Stadt Kassel) und Frank Gerhold (Geschäftsführer Freiwilligenzentrum Kassel).
Stellten das neue Fortbildungsprogramm „Pro Ehrenamt 2023“ vor und würdigten die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in Kassel: (v.li.) Bürgermeisterin Ilona Friedrich, Andreas Frey (ehrenamtlicher Mitarbeiter Freiwilligenzentrum Kassel, Digitalstammtisch Senioren), Heike Wrede (Leiterin des Nachbarschaftstreffs Südstadt des Nachbarschaftshilfevereins Hand in Hand e. V. der Vereinigten Wohnstätten 1889 e. G.), Dr. Jochen Gollbach (Koordinator für Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt der Stadt Kassel) und Frank Gerhold (Geschäftsführer Freiwilligenzentrum Kassel). © Andreas Weber/Stadt Kassel

Heute ist der Internationale Tag des Ehrenamtes – Diese Projekte & Maßnahmen unterstützt die Stadt Kassel

Über 30.000 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich in Kassel. Diesen Engagierten widmet sich der Internationale Tag des Ehrenamtes, der jährlich am 5. Dezember begangen wird. Das Ziel des Gedenk- und Aktionstages ist die Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements. Der Tag wurde 1985 von den Vereinten Nationen (UN) beschlossen und fand 1986 erstmals international statt.

Bürgermeisterin Ilona Friedrich hat jetzt gemeinsam mit Dr. Jochen Gollbach, Koordinator für Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt der Stadt Kassel, dem Geschäftsführer des Freiwilligenzentrums Kassel, Frank Gerhold, und Heike Wrede, Leiterin des Nachbarschaftstreffs Südstadt des Nachbarschaftshilfevereins Hand in Hand e. V. der Vereinigten Wohnstätten 1889 e. G., sowie Andreas Frey, ehrenamtlicher Digitalkompass-Trainer, die Bandbreite des gesellschaftlichen Engagements und die vielfältigen Formen städtischer Unterstützung und Förderung vorgestellt.

„Der Stadt Kassel liegt sehr daran, gute Rahmenbedingungen für das freiwillige Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Deshalb unterstützen wir das Ehrenamt von Initiativen, Vereinen und Organisationen auf vielfältige Weise,“ erläutert Bürgermeisterin Ilona Friedrich. „Dazu kommen zahlreiche Formate der Anerkennungs‐ und Wertschätzungskultur. Bürgerinnen und Bürger sollen sich niedrigschwellig und mit Freude engagieren können und ihr vorbildlicher Einsatz soll eine angemessene Wertschätzung erfahren.“

Netzwerke und Digitalisierung

Die Förderung des freiwilligen Engagements wird zum einen über die Stärkung der sozialen Infrastruktur, wie das Freiwilligenzentrum, das Netzwerk der Stadtteilakteure oder den Runden Tisch „Engagement für Geflüchtete“ erreicht. „Als Freiwilligenzentrum informieren und beraten wir Menschen zu Möglichkeiten des Engagements“, so Frank Gerhold, Geschäftsführer des Freiwilligenzentrums. „Gerade in den letzten beiden Jahren haben wir gespürt, dass die Bereitschaft vieler Menschen, ein Ehrenamt aufzunehmen, oft positive Unterstützung benötigt. Diese geben wir gerne!“ Projekte wie das „Freiwillige Soziale Schuljahr (FSSJ)“ und die Digitalisierung von Stadtteilzentren schaffen Zugänge für Bürgerinnen und Bürger, die bisher noch wenig aktiv waren oder als Jugendliche nun den ersten Schritt in ein Ehrenamt wagen.

„Das Freiwillige Soziale Schuljahr ist eines meiner Herzensangelegenheiten,“ sagt Ilona Friedrich, „Aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre wissen wir, dass diese zwei Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Woche eine sehr große Bereicherung für die Jugendlichen sind. Sie entdecken sich in einer persönlichen Umbruchphase oft ganz neu und gehen gestärkt ihren weiteren Weg – oft auch in einem Ehrenamt.“
„Digitale Medien haben gerade für Ältere neue Möglichkeiten der Kommunikation geschaffen,“ sagt Heike Wrede, Leiterin des Nachbarschaftstreffs Südstadt von Hand in Hand e.V. „Es ist bemerkenswert, dass mit der Digitalisierung nicht weniger, sondern mehr Menschen zu uns in die Stadtteil- und Nachbarschaftstreffs kommen. Dort engagieren sich viele Ehrenamtliche zum Beispiel bei Handy- oder Computer-Sprechstunden. Das schafft wiederum persönliche Beziehungen.“
„Mit dem Digital-Kompass haben wir ein tolles Engagementfeld,“ so Andreas Frey, ehrenamtlicher Digitalkompass-Trainer, „Wir sind eine tolle Truppe, die in die Einrichtungen geht und zu Belangen der Digitalisierung für ältere Menschen informiert und unterstützt.“

Engagement für Geflüchtete

Der Runde Tisch „Engagement für Geflüchtete“ wurde aufbauend auf ein bereits 2015 geschaffenes Netzwerk unmittelbar nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 einberufen und tagte zunächst wöchentlich. „Der Runde Tisch stellt einen verlässlichen Informationsfluss zwischen der Stadt Kassel und den Haupt- und Ehrenamtlichen in Initiativen, Einrichtungen und Organisationen sicher,“ so Dr. Jochen Gollbach, Koordinator für bürgerschaftliches Engagement der Stadt Kassel, „Zudem werden dort auch Informationen aus der Praxis an die Stadt herangetragen. Diese sind für uns sehr wertvoll und unterstützen uns dabei, unser Verwaltungshandeln anzupassen.“

Kassel sagt Danke

Des Weiteren fördert die Stadt Kassel die Anerkennung, Wertschätzung und Qualifizierung von ehrenamtlich Aktiven. Bürgermeisterin Friedrich: „Engagement beginnt im Herzen und wird sichtbar im Handeln. Die Stadt würdigt die Hilfsbereitschaft, den Teamgeist und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger seit 2015 mit dem Ehrenamtsfest „Kassel sagt Danke!“ In diesem Jahr konnten wir endlich wieder ein Fest mit rund 290 Ehrenamtlichen feiern. Es war ein großes Wiedersehen und die vielen Gespräche mit den Ehrenamtlichen haben mir große Freude bereitet.“

Mit der Förderung „Kassel engagiert!“ hat die Stadt Kassel in 2022 erstmals ein Förderformat aufgelegt, mit dem Maßnahmen zur Anerkennung und Wertschätzung von ehrenamtlichen Tätigkeiten und zur Förderung bzw. Unterstützung konkreter ehrenamtlicher Tätigkeiten realisiert werden können. „Vor dem Hintergrund des überwältigenden Engagements für Geflüchtete aus der Ukraine, sind in diesem Jahr insbesondere Aktionen für Ehrenamtliche gefördert worden, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind,“ sagt Dr. Jochen Gollbach.

Das Fortbildungsprogramm „Pro Ehrenamt“ steht allen offen, die sich freiwillig oder ehrenamtlich bei einer Initiative, Einrichtung oder Organisation engagieren. In 2022 haben rund 300 Engagierte an den gut 30 Fortbildungen teilgenommen. Das Programm wird in einer Zusammenarbeit von 17 Organisationen zusammengestellt. Das Programm für das erste Halbjahr 2023 bietet 32 Fortbildungen und erscheint am 5. Dezember 2022, dem internationalen Tag des Ehrenamtes.“

Hintergrund: Die Stadt Kassel unterstützt folgende Projekte und Maßnahmen:

1. Stärkung der sozialen Infrastruktur

Freiwilligenzentrum als zentraler Akteur des Engagements in Kassel:
Die Stadt Kassel fördert das Freiwilligenzentrum Region Kassel seit vielen Jahren, seit 2020 mit jährlich 60.000 Euro als Infrastrukturförderung. Damit finanziert die Stadt den zentralen Ort für Information, Beratung und Vermittlung von Freiwilligen. Zudem wird durch die Basisfinanzierung die Einwerbung von weiteren Mitteln und die Durchführung von Projekten - wie das Freiwillige Soziale Schuljahr im Auftrag der Stadt Kassel - ermöglicht. Die Stadt Kassel bereitet aktuell die Vertragsverlängerung für die Jahre 2023 bis 2025 vor.

Runder Tisch „Engagement für Geflüchtete“:
Der Runde Tisch „Engagement für Geflüchtete“ wurde bereits 2015 eingerichtet. Das Ziel des Runden Tisches ist es, einen verlässlichen Informationsfluss zwischen allen Beteiligten und er Stadt sicherzustellen. Zudem werden dort auch Informationen aus der Zivilgesellschaft an die Stadt Kassel herangetragen. Außerdem bietet der Runde Tisch die Möglichkeit des Austausches für Initiativen, Einrichtungen und Organisationen untereinander.
Der Runde Tisch „Engagement für Geflüchtete“ hat in den Monaten März bis Juni 2022 wöchentlich online getagt, anschließend vierzehntägig und seit September im monatlichen Rhythmus. Im Verteiler des Runden Tisches sind etwa 170 Initiativen, Einrichtungen und Organisationen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Kassel. Hier wird ein Engagementfeld sichtbar, das bisher kaum Beachtung erfuhr: Die Unterbringung von Geflüchteten bei Verwandten, Bekannten oder auch hilfsbereiten Bürgerinnen und Bürgern. Hier wird in den Bereichen Erstorientierung sowie Integration Maßgebliches geleistet. Deshalb ist es wichtig, dass die Integration von neuen, freien Initiativen, die sich z.B. über Facebook organisieren, gut gelingt. Moderiert werden die Online-Treffen von Dr. Jochen Gollbach.

Junges Engagement - Freiwilliges Soziales Schuljahr (FSSJ):
Das Freiwillige Soziale Schuljahr ist ein Leuchtturmprojekt der Stadt Kassel im Bereich der Förderung jungen Engagements. Es ermöglicht Schülerinnen und Schülern, sich ein Schuljahr lang in einer sozialen Einrichtung mit rund zwei Stunden pro Woche zu engagieren. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler mit regelmäßigen Austauschtreffen begleitet. Das FSSJ soll auch dazu beitragen, dass die Jugendlichen mögliche Ausbildungsberufe kennenlernen. Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt wird von der Stadt Kassel und dem Land Hessen mit jährlich 50.000 Euro finanziert. Der Partner der Stadt ist das Freiwilligenzentrum Region Kassel, das parallel auch für den Landkreis Kassel das FSSJ durchführt. Im laufenden Schuljahr beteiligen sich 21 Schülerinnen und Schüler.

Netzwerk der Stadtteilakteure: Nachbarschaftstreffs als Soziale Knotenpunkte:
Seit Juni 2020 ist Kassel eine von hundert ausgezeichneten engagierten Städten in Deutschland. Das Netzwerk Engagierter Städte ist das größte bundesweite Netzwerk von Menschen, die bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung vor Ort durch gute Rahmenbedingungen, sektorübergreifende Zusammenarbeit und gemeinsames Lernen umsetzen. Es fördert Kooperationen statt Projekte. Beworben hatte sich Kassel mit dem Vorhaben der Gründung eines „Netzwerkes der Stadtteilakteure“. Das Netzwerk wurde im April 2022 mit einer Auftaktveranstaltung gestartet. Derzeit sind gut 40 Stadtteilzentren und Nachbarschaftstreffs aus dem gesamten Kasseler Stadtgebiet vertreten. Das Ziel ist das gegenseitige Lernen voneinander, die konzeptionelle Weiterentwicklung und die zusätzliche Qualifizierung der Akteure im Bereich des Freiwilligenmanagements.

Digitale Teilhabe ermöglichen:
Die Corona-Pandemie hat - auch in den sozialen Einrichtungen und Organisationen - zu einem Digitalisierungsschub geführt. Diese bieten seitdem etwa in Stadtteilzentren und Nachbarschaftstreffs eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten, wie zum Beispiel Handysprechstunden oder Digital-Stammtische an, die in der Mehrzahl von Ehrenamtlichen durchgeführt werden. Auch im FSSJ gibt es Einsatzstellen für Jugendliche, die insbesondere älteren Bürgerinnen und Bürgern den Zugang in die digitale Welt erleichtern. Im Freiwilligenzentrum laufen hier viele Fäden zusammen. Unter anderem werden von hier aus die Digital-Kompass-Angebote koordiniert.

2. Anerkennung, Wertschätzung und Qualifizierung

Ehrenamtsfest „Kassel sagt Danke!“:
Die Stadt Kassel bedankt sich seit 2015 mit dem Ehrenamtsfest „Kassel sagt Danke!“ für die Hilfsbereitschaft, den Teamgeist und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte das Ehrenamtsfest in den Jahren 2020 und 2021 nicht im ursprünglichen Format durchgeführt werden. Als alternative Würdigungsform wurde im Jahr 2020 eine eigens produzierte CD an Ehrenamtliche der Stadt Kassel verteilt und im Jahr 2021 eine Straßenbahn mit dem Slogan „Kassel sagt Danke!“ sowie bildlichen Symbolen für den Facettenreichtum von Engagement gestaltet.
Nach dieser zweijährigen Pause lud die Stadt am 29. September 2022 wieder zum Ehrenamtsfest „Kassel sagt Danke!“ ein. In den Südflügel des Kulturbahnhofs kamen rund 290 engagierte Bürgerinnen und Bürger aus den verschiedensten Bereichen der Zivilgesellschaft.

Projektförderung „Kassel engagiert!“:
Hiermit hat die Stadt Kassel in 2022 erstmals ein Förderformat aufgelegt, mit dem Maßnahmen zur Anerkennung und Wertschätzung von ehrenamtlichen Tätigkeiten und zur Förderung bzw. Unterstützung konkreter ehrenamtlicher Tätigkeiten realisiert werden können. Das städtische Förderprogramm „Kassel engagiert!“ hat jährlich angepasste Förderschwerpunkte. Vor dem Hintergrund des seit Februar 2022 andauernden Krieges und dem überwältigenden Engagement für Geflüchtete aus der Ukraine, sind in diesem Jahr insbesondere Maßnahmen gefördert worden, die Engagierten zu Gute kommen, die an nicht‐kommerziellen Orten der Begegnung und Bewegung (z.B. in Flüchtlingscafés) ehrenamtlich aktiv sind. Auch die Unterstützung für ehrenamtlich durchgeführte Angebote für ukrainische und andere Geflüchtete war möglich. Insgesamt wurden 17 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 9.000 Euro im Kontext der Flüchtlingshilfe gefördert.

Fortbildungsprogramm „Pro Ehrenamt“:
Dieses Programm steht allen offen, die sich freiwillig oder ehrenamtlich bei einer Initiative, Einrichtung oder Organisation engagieren. Das Programm wird zusammengestellt durch die Arbeitsgruppe „Bürgerschaftliches Engagement“, einer Kooperation von derzeit 17 Organisationen. In 2022 haben rund 300 Engagierte an den gut 30 Fortbildungen teilgenommen. Das Programm für das erste Halbjahr 2023 mit 32 Fortbildungen erscheint am 5. Dezember 2022.

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