Stadt Kassel stellt Entwürfe für neue Rathaus-Fassade vor

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Der 1. Preis geht an BOLWIN/WULF Architekten Partnerschaft mbB Hanns-Peter Wulf, Thomas Bolwin (Berlin). " Die Fassade des horizontalen Baukörpers fasst entlang der Oberen Karlsstraße das kubische Volumen an der Ecke zur Fünffensterstraße und den langgezogenen Bürotrakt optisch zu einem Volumen zusammen. Die Fassade mit liegenden Fensterformaten und massiven Brüstungen nimmt die Farbe des historischen Rathauses auf. Dadurch werden die Verbindungsbauwerke aus den 1950er Jahren klar abgesetzt und zugleich schlüssig gerahmt. Der Gesamtkomplex wird so zu einer Einheit zusammengefasst, in dem der K-Flügel als eigenständig erkennbares Volumen wirkt. Zum Karlsplatz gelingt durch die Kopfausbildung mit interessanten, öffentlich zugänglichen Ausblicken und Loggien eine skulpturale Reaktion auf die Platzsituation, die bis zum Friedrichsplatz wirkt. Die Fassade ist technisch vollständig durchdacht und bietet für alle Funktionsanforderungen umsetzbare Lösungen an. Die Arbeit ist daher und unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten sowie bezüglich der Arbeitsplatzqualität einer der besten Entwürfe. Alle funktionalen Anforderungen sind bis hin zur Berücksichtigung der Brandschutzaspekte erfüllt. Der Entwurf setzt die Aufgabenstellung des Wettbewerbs in überzeugender gestalterischer Qualität um und besticht durch seine hohe technische Präzision."

In den kommenden Jahren wird der Flügel Karlsstraße des Kasseler Rathauses energetisch und baulich grundlegend saniert und der Brandschutz verbessert. Im Zuge dieser Baumaßnahme erhält der 1977 eingeweihte K-Flügel eine neue Fassade.

Kassel. Neben den rein technischen Anforderungen an die künftige Gebäudehülle soll mit ihrem neuen Erscheinungsbild Bürgernähe, Offenheit und Transparenz ins Stadtbild transportiert werden und eine städtebauliche Aufwertung erfolgen. Zur Umsetzung dieser städtebaulichen Zielsetzung hatte die Stadt Kassel im Mai 2017 einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Am 19. September zeichneten Oberbürgermeister Christian Geselle und Stadtbaurat Christof Nolda die drei Preisträger des Wettbewerbs aus und eröffneten die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten, die für die interessierte Öffentlichkeit bis zum 6. Oktober geöffnet ist.

Der 2. Preis geht an SAA Schweger Architekten mit Jens-Peter Frahm (Hamburg). Die Jury urteilt: "Die Verfasser schließen mit ihrem Entwurf an die historische Entwurfsskizze mit dem Turm aus den 1950er Jahren an. Es entsteht ein städtebaulicher Akzent mit einem eigenen kraftvollen architektonischen Ausdruck. Die Arbeit greift dabei in ihrem Maßwerk auf die Gebäude des Bestandes zurück und macht aus dem Kasseler Rathaus ein qualitativ hochwertiges Ensemble. Insgesamt wird ein harmonisches, ganzheitliches Bild mit Turm, Riegel und Sockel aus einem Guss erzeugt. Erkauft wird dies allerdings mit der vollständigen Überformung der Architektur der 1970er Jahre. Von seiner Materialität sind die Baukörper konsequent in Werkstein/Naturstein angedacht, was auch langfristig dem Anspruch der Kasseler Bürger an ihr Rathaus gerecht wird. Insgesamt stellt der Entwurf einen wertvollen Beitrag dar, welcher der Kubatur des Rathauses einen neuen gestalterischen Anspruch und Ausdruck verleiht."

 

„Mit der Wettbewerbsentscheidung ist der Startschuss für die Planung der Generalsanierung gefallen, mit der endlich drängende bauliche, brandschutztechnische und energetische Mängel behoben werden“, freut sich Oberbürgermeister Geselle. Mit der dafür notwendigen neuen Gebäudehülle gelinge gleichzeitig eine städtebauliche Aufwertung des Rathaus-Ensembles.

Für Stadtbaurat Christof Nolda zeigen die drei hochwertigen Entwürfe der Preisträger, wie wichtig es sei, für besondere Bauvorhaben einen Wettbewerb zu organisieren: „ Mit keinem anderen Verfahren stehen dem Bauherrn, beraten durch ein qualifiziertes Preisgericht, so viele hochwertige Lösungen zur Auswahl.“ An den Wettbewerb schließt sich jetzt ein Verhandlungsverfahren mit dem Ziel an, mit einem der Preisträger einen Architektenvertrag über die Planung der Generalsanierung abzuschließen.

Der 3. Preis geht an ahrens & grabenhorst architekten stadtplaner BDA Roger Ahrens, Prof. Gesche Grabenhorst (Hannover). "Den Verfassern gelingt der Spagat, der Gebäudecharakteristik des K-Flügels gerecht zu werden und in Materialität und Reliefbildung, wie der typologischen Interpretation der Gesimse, eine angenehme, unaufgeregte Verknüpfung von historischem, denkmalgeschütztem Bestand und der 1970er Jahre Architektur des Rathausflügels herzustellen. Die technisch notwendigen Aufbauten des Daches sind überzeugend in die Baumassengliederung integriert. Die ruhige Geste der gewählten Formensprache wirkt wohltuend im heterogenen Umfeld und eröffnet Spielräume für die städtebauliche Entwicklung sowohl auf der Seite der Fünffensterstraße als auch auf dem Karlsplatz. Die Öffnungen der Erdgeschosszonen an den Kopfenden des Flügels sind in Bezug auf das Bauvolumen stimmig, wertig und gleichrangig ausgebildet. Insgesamt handelt es sich um einen guten Wettbewerbsbeitrag, der nicht nur die Überarbeitung der Fassade, sondern auch die stadträumlichen Chancen, die mit der Sanierung des Gebäudes einhergehen, nutzt und damit ein über die Wettbewerbsaufgabe hinausgehendes Potenzial anspricht."

Die Arbeiten werden bis zum 6. Oktober öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung im Rathaus, Karlsstraßen-Flügel, Zimmer K701-K705, ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

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