Stadt Kassel zahlt für zweite Eisfläche

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Das Kasseler Sportzentrum an der Damaschkestraße mit Auestadion, Eishalle und Aueparkhalle. Auf dem großen Parkplatz rechts von der Eishalle soll die zweite Eisfläche entstehen.

Immer wieder in den vergangenen 20 Jahren war er da: Der Wunsch nach einer zweiten Eisfläche neben der Kasseler Eissporthalle. Zum einen, um dem Nachwuchs bessere Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Zum anderen, um die Halle für Veranstaltungen besser nutzen zu können. Nun werden die Pläne Realität, am Montag soll die endgültige Entscheidung fallen.

Kassel. Der Urlaub auf Kreta hat Oberbürgermeister Christian Geselle gut getan. Im EXTRA TIP-Gespräch wirkte er energiegeladen und konnte verkünden: „Die Planung der zweiten Eisfläche steht kurz vor dem Abschluss. Montag wird entschieden.“ Jahrelang hatten sich die Gespräche hingezogen. Zwischenzeitig waren auch die MT Melsungen und die Uni Kassel in die Planungen mit einbezogen worden. Zu einem Ergebnis hatte das nicht geführt.

Huskies-Lenker: Geschäftsführer Joe Gibbs (KSE Kassel Sport & Entertainment GmbH), Eishallen-Erbauer Simon Kimm und Huskies-Trainer Rico Rossi.

Und dann ließ Geselle im EXTRA TIP-Gespräch ganz entspannt die Bombe platzen: „Die wichtigste Entscheidung ist gefallen. Joe Gibbs ist mittlerweile Besitzer des Erbbaurechts und damit auch der Eissporthalle, die auf der Fläche gebaut worden ist.“ Damit nicht genug. Auch die zweite Eisfläche soll endlich gebaut werden. Auch hier hat man sich offensichtlich geeinigt. „Drei Millionen Euro wird das wohl kosten“, schätzt Geselle. „Zweidrittel werden Kimm/Gibbs übernehmen. Eine Million soll die Stadt investieren. Das wird Montag entschieden. Mit diesem Invest können wir sicherstellen, dass die Eishockeyjugend genügend Trainingszeiten und -flächen hat.“

Nach der Investentscheidung müssen die Planungen beginnen. Das wird sich noch hinziehen, auch wenn es die Investoren eilig haben. Huskies-Manager Joe Gibbs war vor Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Die zweite Eisfläche – eine unendliche Geschichte. Seit zig Jahren wird darüber diskutiert.

Immer auch im Zusammenhang mit dem Ausbau der bestehenden Halle zu einer modernen Multifunktionsarena oder gar dem Neubau einer solchen. Doch weder die Pläne auf den Giesewiesen (2005) noch die einer „Nordhessen-Arena“ gemeinsam mit der MT Melsungen im Salzmann-Gebäude (2007) wurden in der Vergangenheit realisiert. Auch der Vorstoß des Hoteliers Herbert Aukam (La Strada), eine Veranstaltungshalle in der Südstadt neben dem ehemaligen Kinderkrankenhaus Park Schönfeld zu bauen, dürfte reine Träumerei bleiben.

Ob sich die Familie Kimm und Neu-Besitzer Joe Gibbs im Zuge der Eisflächen-Errichtung für eine Modernisierung und Ausbau der in die Jahre gekommenen Eishalle entscheiden, bleibt weiter offen.

Eröffnung vor 40 Jahren

Seit Ende der 1960er Jahre wurde in Kassel im Aschrottpark sowie auf dem Hirschgraben von den Recken des ESV Jahn Eishockey gespielt. Erste Bestrebungen zum Bau einer Kunsteisbahn gab es bereits im Jahr 1968. Die geplanten Kosten wurden damals auf 1,2 Millionen Mark geschätzt. Im Februar 1970 wurde dann die Kasseler Eissporthalle auf dem Grundstück neben dem Kasseler Auestadion errichtet – um dort neben Eishockey und Publikumslauf auch Konzerte zu veranstalten. Die von Edith und Simon Kimm konzipierte Spielstätte machte es von Beginn an mehr als 3.000 Zuschauern möglich, die Spiele der damaligen ESG Kassel zu verfolgen. 1995/1997 wurde das Gebäude erweitert. Die Zuschauerkapazität stieg von 5050 auf 6100 Zuschauer. 2010 wollte Salzmann-Eigner Dennis Rossing die Eissporthalle für fünf Millionen Euro kaufen, und für 14 Millionen Euro modernisieren. Als sich die Pläne eines „technischen Rathauses“ auf dem Salzmann-Gelände zerschlugen, trat er auch von seinem Kauf-Angebot der Eishalle zurück.

Eishockey-Jugend 

Die Eishockey-Jugend Kassel (Young Huskies), bis 2009 noch als EJ Kassel bekannt, ist der Nachwuchsverein der Kassel Huskies. Die EJK Kassel wurde am 1. Januar 1994 gegründet und ist seitdem ein eigenständiger Verein. Die EJK hat 400 Mitglieder, von denen 125 aktiv in Jugendmannschaften spielen. Die EJK hat zwei Seniorenmannschaften, darunter die EJK 89ers, die in der Oberliga Hessen spielen und amtierender Hessenmeister sind sowie die Damenmannschaft, die Ice Cats. Zu den Jugendmannschaften gehören die DNL2 (Jugend) die Schüler, Knaben, Kleinschüler und Bambinis. Der Chefcoach für die Nachwuchsmannschaften ist Milan Mokros.

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