Stadt und Landkreis Kassel: Krankenstand in Pandemie gesunken

Die Analyse zeigt, wie sich vor dem Hintergrund der Pandemie, der Corona-Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie des Homeoffices die Fehlzeiten in der Region entwickelt haben.
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Die Analyse der DAK zeigt, wie sich vor dem Hintergrund der Pandemie, der Corona-Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie des Homeoffices die Fehlzeiten in der Region entwickelt haben.

Im ersten Halbjahr 2021 haben erwerbstätige Frauen und Männer in der Stadt und im Landkreis Kassel seltener krankheitsbedingt bei der Arbeit gefehlt. Der Krankenstand ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent gesunken. Das zeigt eine Studie der DAK.

Region Kassel Hintergrund des gesunkenen Krankenstands ist der massive Rückgang bei den Atemwegserkrankungen (minus 61 Prozent). Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport für die Stadt und den Landkreis Kassel hervor.

Für das gesamte Jahr 2020, das ebenfalls analysiert wurde, betrug der Krankenstand in der Region 4,4 Prozent. Den meisten krankheitsbedingten Arbeitsausfall in Hessen hatten 2020 mit 5,2 Prozent die Landkreise Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg, den geringsten die Stadt Frankfurt am Main mit 3,4 Prozent.

Erkältungskrankheiten rangieren in der Statistik zum Krankenstand in Stadt und Landkreis Kassel oft unter den Top-3-Krankheiten, die am häufigsten zu Arbeitsunfähigkeit führen. Im ersten Halbjahr 2021 lagen sie jedoch nur auf Platz vier. Bis Ende Juni kamen in der Region auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte 63 Fehltage wegen Atemwegserkrankungen, 98 Tage weniger als im Vorjahreszeitraum.

„Die Erkältungssaison im Frühjahr 2021 ist nahezu komplett ausgefallen“, kommentiert Andreas Kohlrautz, Chef der DAK-Gesundheit in Kassel die Studienergebnisse. „Wir sehen, dass sich Homeoffice, Lockdown und verstärkte Hygienemaßnahmen positiv ausgewirkt haben. Sie schützen nicht nur vor Corona, auch andere gewöhnliche Erkältungserreger werden seltener übertragen.“

Gleichzeitig, so betont Kohlrautz, seien die Begleitumstände der Pandemie für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region aber auch belastend gewesen. „Die bei uns versicherten Beschäftigten hatten in den ersten sechs Monaten 2021 ein auffälliges Plus bei den Fehlzeiten aufgrund von Muskel-Skelett- und psychischen Erkrankungen.“

Hoher Anteil von Muskel-Skelett- und psychischen Erkrankungen 

Der Gesundheitsreport für die Stadt und den Landkreis Kassel analysiert neben dem ersten Halbjahr 2021 auch die Fehlzeiten des gesamten Vorjahres: Demnach gingen 2020 die meisten Ausfalltage auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie etwa Rückenleiden. Bezogen auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte waren es 366 Tage – ein Prozent weniger als 2019. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems waren für mehr als ein Fünftel (22,7 Prozent) des gesamten krankheitsbedingten Arbeitsausfalls verantwortlich. An zweiter Stelle folgten psychische Erkrankungen.

Mehr als jeder sechste Fehltag (17,5 Prozent) wurde 2020 von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen verursacht. Die Anzahl der Fehltage in diesem Bereich stieg um rund zwei Prozent auf 283 je 100 Versicherte. „Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen haben unter den Einschränkungen und Belastungen der Pandemie gelitten“, sagt Andreas Kohlrautz. „Sie waren während der Krise oft über auffällig lange Zeiträume krankgeschrieben. Deshalb der Anstieg der Fehltage in diesem Bereich.“

Die Analyse zeigt, wie sich vor dem Hintergrund der Pandemie, der Corona-Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie des Homeoffices die Fehlzeiten in der Region entwickelt haben. Bundesweit sind im ersten Halbjahr 2021 fast 40 Prozent der Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice gewesen. Aktuell stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, die vollständige oder teilweise Rückkehr an den Arbeitsplatz zu organisieren. Hybrides Arbeiten bezeichnet das Nebeneinander von Arbeiten im Büro und im Homeoffice.

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