Starke Frau: Sammelband über Frauenrechtlerin Elisabeth Selbert

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Kürzlich wurde ein neuer Sammelband im Kasseler Euregio Verlag vorgestellt: Das Leben der Kasseler Juristin Elisabeth Selberts wird darin beleuchtet.

Kassel. Nicht nur große Männer wie die Brüder Grimm, Arnold Bode oder Phillip Scheidemann hat die Region hervorgebracht. Auch starke Frauen, allen voran Elisabeth Selbert, kommen aus Nordhessen. Die 1896 geborene Juristin gilt als eine der "Vier Mütter des Grundgesetztes". Selbert ist es zu verdanken, dass 1949 die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Grundgesetz aufgenommen wurde.

Jetzt erschien der Sammelband "Elisabeth Selbert und die Gleichstellung der Frauen. Eine unvollendete Geschichte" im Kasseler Euregio Verlag. Das Buch ist der 37. Band aus der Reihe "Die Region trifft sich – die Region erinnert sich."Am vergangenen Mittwoch wurde das Werk im Elisabeth-Selbert-Saal des Bundessozialgerichts u.a. von Herausgeber Hans Eichel, Verlegerin Renate Matthei und Vize-Landrätin Susanne Selbert, Enkelin von Elisabeth Selbert, vorgestellt.  Alle waren sich darin einig, dass Elisabeth Selberts Bemühen um die Rechte der Frauen noch lange nicht zuende ist. "Das Thema der Gleichberechtigung ist nach wie vor aktuell und dringlich. Im beruflichen wie auch im privaten Leben", so Verlegerin Matthei.

Großmutters Einfluss

Dem schließt sich auch Elisabeth Selberts prominente Enkelin an: "Alle Frauen müssen im Hinblick auf ihre Rechte wachsam sein. Besonders junge Frauen müssen ermutigt werden."  Auch im Alltag lässt sich die Vize-Landrätin von dem Engagement ihrer Großmutter beeinflußen.  Sie sei sehr dankbar für die Zeit mit ihrer Großmutter. "Sie hat mir zwar nicht Stricken, Häkeln oder Backen beigebracht, dafür aber Einsatz und Engagement für unsere Demokratie sowie Mut und Durchsetzungsvermögen", erzählt Susanne Selbert im Pressegespräch.

Lobende Worte für die Frauenrechtlerin fand auch Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse: "Elisabeth Selbert war eine außergewähnliche Person. Das Buch beleuchtet verschiedene Blickwinkel auf ihr Leben und Wirken." Dabei war die studierte Juristin stets von dem Wunsch nach einem demokratischen Rechtsstaat gelenkt. Denn trotz gesellschaftlichen Gegenwinds trat Selbert für ihre Überzeugung ein und hatte somit sogar eine Vorreiterrolle was die Rechte der Frauen anbelangt, wie Historikerin und Mit-Autorin Karine Gille-Linne erklärte. Neben der Würdigung seiner "alten Kampfgefährtin aus dem Kasseler Rathaus" stellte auch Herausgeber und ehemliger Kasseler Oberbürgermeister Hans Eichel klar: "Frauen als die eine Hälfte der Gesellschaft haben lange gebraucht, ihre Recht durchzusetzen. Und auch heute noch bleibt viel zu tun!"

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