Er steht! Kasseler Obelisk in Treppenstraße aufgebaut

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Der Aufbau dauerte länger als gedacht: Über sieben Stunden dauerte es, bis das umstrittene documenta-Kunstwerk komplett stand

Kassel. Nach sieben Stunden Aufbauzeit war es vollbracht: Das documenta-Kunstwerk Obelisk von Olu Oguibe ("Fremdlinge und Flüchtlinge Monument") hat sein neues Zuhause auf der Treppenstraße gefunden. Die einzelnen Bauteile sind am Donnerstag in Höhe des Florentiner Platzes aufgestellt worden. "Ich freue mich, dass es uns mit dem Standort Treppenstraße gelungen ist, den Obelisken mit seiner, gerade in dieser Zeit wichtigen Botschaft in unserer documenta-Stadt zu halten", sao Oberbürgermeister Christian Geselle, der sich selbst vor Ort ein Bild vom Aufbau machte (obwohl er eigentlich Urlaub hat!).

"Erneut möchte ich Olu Oguibe dafür danken, dass er dem Wunsch vieler Menschen in unserer Stadt nachgekommen ist, das Außenkunstwerk der documenta 14 auf der Treppenstraße wieder aufzubauen. Diese Lösung haben auch die vielen Spender und Unterstützer aus der Mitte der Stadtgesellschaft möglich gemacht, denen ebenfalls mein besonderer Dank gilt." Der genaue Standort war mit dem Künstler abgestimmt worden. Für das Fundament des Obelisken war zunächst der Boden am Standort rund drei Meter ausgehoben worden, um darunterliegende Versorgungsleitungen zu sichern. Auf Wunsch des Künstlers zeigt die deutsche Inschrift "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" in Richtung Königsstraße, die englische Inschrift in Richtung Kulturbahnhof. In naher Zukunft wird die Fläche um das Kunstwerk neu gestaltet.

Olu Oguibe äußert sich froh über Aufbau Auch documenta-Künstler Olu Oguibe äußert sich in einer aktuellen Stellungnahme zum Wiederaufbau des Obelisken (übersetzt): "Ich bin froh, dass der Obelisk wieder aufgebaut wird. Mir wurde gesagt, dass es am 11. Mai in der Treppenstraße ein Straßenfest geben wird, um die Neuinstallation zu feiern. Es tut mir leid, dass ich nicht persönlich teilnehmen kann, aber ich werde die Feier verfolgen. Der Kampf, den Obelisken an seinem ursprünglichen Standort zu halten, war wichtig und würdig, aber ebenso wichtig war mein Engagement und das der Stadt, den Obelisken in Kassel zu halten. Ich freue mich, dass es die Menschen nicht nur vor Ort, sondern auch auf der ganzen Welt zu inspirieren scheint.

Seit 2017 ist in verschiedenen Teilen der Welt viel passiert, was ein Denkmal für Fremde und Flüchtlinge sehr ergreifend macht, und ich hoffe, dass die Stadt Kassel stolz darauf ist, das Denkmal mit seiner Botschaft von Nächstenliebe, Gegenseitigkeit und Dankbarkeit zu empfangen. Ich freue mich darauf, es in naher Zukunft an seinem neuen Standort zu sehen." Hintergrund – Spender ermöglichten Verbleib des Kunstwerks Gemäß der Beschlusslage der Stadtverordnetenversammlung ist der Obelisk an seinem Standort Treppenstraße aufgebaut worden. Nach dem Abbau auf dem Königsplatz im Oktober 2018 hatte der Künstler einem Wiederaufbau auf der Treppenstraße zugestimmt.

In der Folge ermöglichten einige großzügige Spender den Verbleib des Kunstwerks. Nach jeder documenta schlägt eine von der Stadt Kassel eingesetzte Ankaufskommission repräsentative Kunstwerke für die städtische Sammlung zum Ankauf vor, nicht jedoch Außenkunstwerke. Auch in der Vergangenheit wurde der Verbleib von Außenkunstwerken durch das Engagement und die Unterstützung aus der Bevölkerung und durch Kasseler Unternehmen ermöglicht, oder sie wurden der Stadt von den Künstlern überlassen. Nicht wenige der verbliebenen documenta-Kunstwerke, wie beispielsweise die Skulptur "Man walking to the sky" (Himmelsstürmer) von Jonathan Borofsky aus dem Jahr 1992, haben im Anschluss an die jeweilige Ausstellung den Standort gewechselt.

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