1. lokalo24
  2. Lokales
  3. Kassel

Am Tor ins Spanschlauchland

Erstellt:

Kommentare

Stele eingeweiht: v. li.) Stadtverordneter Wolfgang Decker (SPD,) Ortsvorsteher Helmuth Brehm (SPD) mit Spanschlauch, Landtagsabgeordnete Eva Kühne-Hörmann (CDU), Stadtverordneter und stellvertretender Ortsvorsteher Holger Augustin (CDU), Astrid Rölke (Heimatfreunde Wolfsanger), Ortsbeiratsmitglied Markus Broch (Freie Wähler) und Sandra Austen, 1. Vorsitzende des Fördervereins Stadtteilkultur Wolfsanger e.V.
Stele_Wolfsanger.JPG © Privat

Stele am Ortseingang von Kassels ältestem Stadtteil

Kassel. Zwischenzeitlich hätte man glauben können, es wird nichts mehr, was die Idee anbelangte, am Ortseingang zu Wolfsanger ein Merkmal zu errichten, dass ab hier das Spanschlauchland, nämlich die Heimat der „Spanschlauchbiedel“, beginnt. Bereits 2017 hatten Heimatfreunde beim Ortsbeirat angefragt, ob man das Projekt eines Wegesteins an exponierter Stelle unterstützen würde, mit dem Verweis auf die bereits eben erwähnte Heimat der „Spanschlauchbiedel“.

„Was lange währt, wird endlich gut“, freute sich denn auch Helmuth Brehm, Ortsvorsteher Wolfsanger-Hasenhecke, als er jetzt zusammen mit rund 60 Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen aus Politik, Vereinen und Verbänden die Einweihung der lang angedachten Stele feiern konnte. Er erinnerte noch einmal daran, wie damals die Anfrage der Ideengeber, die Heimatfreunde Wolfsanger, Astrid Rölke und Rainer Konrath sowie für den Förderverein Stadtteilkultur, die 1. Vorsitzende Sandra Austen, im Ortsbeirat auf der Tagesordnung stand. „Damit haben sie bei mir offene Türen eingerannt, da ich seit Beginn meines Lebens mit unserem Stadtteil verwurzelt bin“, so Helmuth Brehm.

In der Folgezeit ist es den Beteiligten gemeinsam gelungen, die Finanzierung durch den Ortsbeirat, aber auch mit Unterstützung der Heimatfreunde und des Fördervereins sicherzustellen. Vorausgegangen war der glückliche Umstand, dass Jürgen Rehs in seiner damaligen Funktion als Chef der Friedhofsverwaltung in Kassel einen alten Grabstein beigesteuert hat, der sonst zu Schotter verarbeitet worden wäre. „Im Übrigen ein selten gewordener Naturwerkstoff mit der Bezeichnung Diabas, aus dem Marburger Land stammend“. Zu der ungewollten Verzögerungen während der Entstehungsphase trugen dann maßgeblich auch die pandemiebedingten Umstände bei. Bevor die Teilnehmer der Einweihungsveranstaltung in den Feiermodus umschalten konnten, bedankte sich der Ortsvorsteher unter anderem bei den Helfer von der Freiwilligen Feuerwehr, die tatkräftig beim Ausheben der Fundamentöffnung in schwierigem Untergrund mitgewirkt haben, bei Rainer Konrath, der die Feinplanung akribisch vorbereitet und umgesetzt hat und beim Steinmetzmeister Gernot Hartwig für seine handwerkliche Gestaltung und Bearbeitung.

Spanschlauchbiedel

Der auf der Stele im wahrsten Sinne des Wortes „in Stein gemeißelte“ Text lautet wie folgt: „Wolfsanger, herzlich Willkommen in Kassels ältestem Stadtteil, Heimat der Spanschlauchbiedel“. Über die Herkunft der Bezeichnung ist schon viel gesprochen worden. Auch Neid spielte wohl eine Rolle. Die Marktbeschickerinnen aus Niederzwehren, welche die aus Wolfsanger kommenden Bauersfrauen auf dem Königsplatz mit den Worten„Doh kommen de Spanschluchbiedel“ begrüßten, mussten anerkennen, dass Spanschlauch (Porree) weit und breit nicht so prächtig gedeihen konnte, wie in den fruchtbaren Niederungen der Fuldaaue hier in Wolfsanger. Der eher abfällig gemeinte Kommentar hat sich dadurch ins Gegenteil verkehrt und führte schließlich dazu, dass die Einwohner von Wolfsanger diese Bezeichnung seither mit großem Stolz tragen.

Auch interessant

Kommentare