Stellen-Schock bei Wintershall: 200 von 650 Jobs in Kassel weg

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Der größte Teil des Personalabbaus in Deutschland, rund 450 Stellen, ist in den Konzernfunktionen an den beiden Standorten in Hamburg und Kassel vorgesehen. Am Standort Kassel beschäftigt Wintershall derzeit 650 Mitarbeiter.

Mit dem Zusammenschluss von Wintershall und DEA und den daraus resultierenden Synergieeffekten kommt es zu massiven Stellenabbau: 1.000 Jobs werden wegfallen. Der größte Teil des Personalabbaus in Deutschland, rund 450 Stellen, ist in den Konzernfunktionen an den beiden Standorten in Hamburg und Kassel vorgesehen.

Kassel. Eigentlich sollte 2019 ein fröhliches Feier-Jahr für die Wintershall mit ihrem Konzernsitz in Kassel werden. Denn das Unternehmen blickt auf 125 Jahre Firmengeschichte zurück. Zudem haben BASF und LetterOne Ende 2018 eine verbindliche Vereinbarung zum Zusammenschluss ihrer Öl- und Gasgesellschaften Wintershall und DEA (Deutsche Erdöl AG) unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen für das erste Halbjahr 2019 erwartet. Mit Wintershall DEA würde der führende unabhängige Öl- und Gasproduzent Europas entstehen. Mittelfristig streben BASF und LetterOne einen Börsengang von Wintershall DEA an.

Zum Feiern ist in diesen Tagen niemandem zumute. Denn die Gerüchte über massiven Stellenabbau haben längst die Runde durch die Büros der Mitarbeiter gemacht. Am Donnerstagmorgen jetzt die offizielle Bestätigung: Wintershall wird nach der "Hochzeit" mit DEA 1000 von den dann gemeinsam beschäftigten 4200 Mitarbeitern weltweit nicht mehr benötigen. Davon 800 Stellen in Deutschland und 200 Stellen in Norwegen, denn in diesen beiden Ländern sind beide Unternehmen gleichermaßen aktiv.

Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender Wintershall: "Dieser Zusammenschluss ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit, um auf die Veränderungen in unserer Branche zu reagieren. Damit tun wir genau das, was die 125jährige Geschichte von Wintershall schon so oft ausgezeichnet hat: Wir nehmen Veränderungen und Herausforderungen an und haben den Mut, neue Wege zu gehen. Der Weg ist der richtige Weg. Auch, wenn er steinig und mit Entscheidungen verbunden ist, die nicht leicht sind."

Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender Wintershall: „Mit Wintershall und DEA vereinen sich zwei deutsche Traditionsunternehmen, die gemeinsam 245 Jahre Geschichte verkörpern. Angesichts der Veränderungen in unserer Branche und angesichts der Marktkonsolidierung, wie wir sie in unseren Schwerpunktregionen sehen, ist das die richtige Antwort.“

Der größte Teil des Personalabbaus in Deutschland, rund 450 Stellen, ist in den Konzernfunktionen an den beiden Standorten in Hamburg und Kassel vorgesehen. Am Standort Kassel beschäftigt Wintershall derzeit 650 Mitarbeiter. Über 200 werden wohl wegfallen.

Kassel bleibt Konzernzentrale

Kassel bleibt dabei aber weiterhin wichtiger Standort mit dem Großteil der globalen Konzernfunktionen für das neue Unternehmen: Strategie und Akquisitionen, Rechts- und Personalabteilung haben weiter ihren Sitz in Kassel wie auch Konzernkommunikation, Informationstechnologie, Innovation und Forschung sowie die Globale Exploration und Globale Produktion. Auch das Gastransportgeschäft bleibt weiter in Kassel. Die Transport-Gesellschaft Gascade (450 Mitarbeiter) behält ihren Sitz in Kassel.

Am Standort Hamburg werden weniger Konzernfunktionen angesiedelt, dafür wird die Hansestadt Sitz der Deutschland-Aktivitäten auch mit den Verwaltungseinheiten für die heimische Förderung. Der Verwaltungssitz der deutschen Aktivitäten der Wintershall im niedersächsischen Barnstorf (Kreis Diepholz) wird dazu nach Hamburg verlagert.

Der geplante Stellenabbau ist aktuell Gegenstand der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen. Wintershall und DEA haben garantiert, dass es bis zum 30. Juni 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. Auch Standortschließungen soll es in diesem Zeitraum nicht geben.

Mario Mehren bekennt sich trotz der gravierenden Veränderungen ausdrücklich zum Standort Kassel: "Kassel ist für uns eine ideale Mischung aus Weltverbundenheit und bodenständiger Heimat. Unsere weltweiten Geschäfte führen wir als Wintershall von Kassel aus und sind der Stadt als Unterstützer und Förderer von vielen Kultur-, Sozial- und Bildungsprojekten eng verbunden. Das wird so bleiben. Wir sind hier Zuhause!“

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) kritisiert die Abbaupläne bei Wintershall-DEA.

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