350 Stellen weg bei KVG und Städtischen Werken

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Die Marktbedingungen anpassen und zukunftssicher aufstellen: Martin Schwegmann (Leiter Finanzen und Controlling) und Dr. Michael Maxelon (Vorstandsvorsitzender der Städtische Werke AG und Geschäftsführer der KVV) präsentierten nicht nur die Bilanzen von KVG und Städtischen Werken, sondern beleuchteten auch den Verschlankungsprozess.

"Fit für die Zukunft" heißt ein Strategiepapier der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs GmbH. Darin enthalten: Die notwendigen Investitionen. Und die Finanzierung selbiger. Kosteneinsparungen beim Personal bedeuten den Wegfall von bis zu 350 Stellen bei KVG und Städtischen Werken.

Kassel. Steigende Absatzzahlen aber geringere Erlöse bei den Städtischen Werken und ein um 1,2 Millionen Euro geringeres KVG-Ergebnis als geplant. Und dann das: Eine Milliarde Euro muss die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs GmbH bis zum Jahr 2030 investieren, um Städtische Werke und KVG wettbewerbsfähig zu halten. Das haben die Experten in sechs Arbeitsgruppen (Wärme/Erzeugung, Verteilnetze, Vertrieb, erneuerbare Energien, Verkehr und Telekommunikation) im Rahmen des Programms „KVV 2022 – Fit für die Zukunft“ ermittelt. Davon entfällt allein ein zweistelliger Millionenbetrag auf den Ausbau des Glasfasernetzes.

Grundlage dafür ist eine umfassende wirtschaftliche und strategische Analyse des Konzerns und seiner Geschäftsfelder, die die Kasseler im letzten Jahr durchgeführt haben. Auf deren Ergebnisse wurde für jedes Geschäftsfeld eine spezifische Vorwärtsstrategie entwickelt.

 „Wie können wir das stemmen?“, hat man sich die entscheidende Frage nach der Analyse 24 strategischer Punkte gestellt. Preiserhöhungen bei Strom oder öffentlichen Nahverkehr halte man für schwierig. „Wir müssen an der Kostenbasis arbeiten“, nennt Dr. Michael Maxelon im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz für KVG und Städtische Werke die zentrale Aufgabe für die nächsten Jahre. 27 Millionen Euro gilt es im Jahr einzusparen. „Das ist eine deutliche Ansage“, weiß Maxelon. Schließlich ginge es nicht ohne Personalabbau. Aber ein einstimmiger Aufsichtsratsbeschluss (bei einer Stimmenthaltung) zeigt, dass auch die Arbeitnehmervertreter den Weg mitgehen werden. „Das Ziel, unseren Konzern in die nächste Dekade zu führen, haben wir gemeinsam im Auge“, schätzt Dr. Maxelon die fruchtbare Zusammenarbeit bei den Gesprächen. Zwischen 200 und 350 Stellen werden in den beiden Unternehmen wegfallen. „Wir hoffen von betriebsbedingten Kündigungen absehen zu können“, sagt Dr. Maxelon. Man setze vor allem auf die normale Fluktuation. „Aber wir müssen jetzt handeln, um auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein“, unterstreicht der KVV-Vorstandsvorsitzende das Vorhaben. „Dabei werden wir mit Weitsicht, aber auch Augenmaß vorgehen.“ Ziel sei es auch, eine Aufbruchstimmung in den Unternehmen zu erzeugen. 

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