Die Stimme der Kassel Huskies: Fred Pottek ist seit 40 Jahren Hallensprecher

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Begleitet die Kassel Huskies seit ihrem ersten Regionalligaspiel 1977: Hallensprecher Fred Pottek.

Seit 40 Jahren sitzt Fred Pottek bei den Spielen der Kassel Huskies als Hallensprecher an der Zeitnahme hinter der Strafbank.

Kassel. Gäbe es eine Sendung wie „The Voice of Kassel“, Dark Vatter, Romana Reiff und Milky Chance würden in der Jury sitzen – und der Sieger stünde auch schon fest: Fred Pottek. Über seine Gesangskünste ist wenig bekannt, doch seine Stimme kennt jeder, der schon in der Kasseler Eissporthalle war. Seit 40 Jahren sitzt Fred Pottek bei den Spielen der Kassel Huskies als Hallensprecher an der Zeitnahme hinter der Strafbank, notiert jeden Regelverstoß auf dem Eis und alle Tore – ihm entgeht nichts. Vor dem Spiel findet man ihn und seine Kollegen im Pausenraum der Spieloffiziellen. „Denn streng genommen sind wir im Auftrag des DEB hier“, erklärt Pottek. Der „Pausenraum“ hat seine besten Tage schon hinter sich. Blaue, abgenutzte Metallspinde nehmen eine ganze Wand ein, an der anderen hängt ein Schild: „Täglich scheint die Sonne wieder, täglich weicht die Nacht dem Licht, alles siehst du immer wieder, nur verborgtes Werkzeug nicht“. Poesie im Pausenraum.

Für ausschweifende Gedichte haben Fred Pottek und seine Kollegen aber keine Zeit. „Jetzt mal Ruhe hier, so kann man sich nicht konzentrieren“, schallt es durch den Raum und unterbricht jede Unterhaltung, „ich hätte den Spielbericht schon längst abgeben müssen!“

Auch der Schiedsrichter der Partie flüstert jetzt nur noch. Es wird hektisch, schließlich beginnt bald das Spiel gegen Freiburg. Währenddessen geht Fred Pottek nochmal die Aufstellungen durch, heute wird er auch die Spieler vorstellen. Nervös ist er nicht, obwohl er nachher vor 3086 Menschen sprechen wird. „Bei DEL-Spielen oder in der Europa League war ich nervös, aber jetzt doch nicht mehr“, sagt er. An sein erstes Spiel als Hallensprecher kann er sich schon gar nicht mehr erinnern. „Doch früher war alles noch viel kleiner und Plexiglasscheiben gab es auch noch nicht. Dafür konnte man früher den Gegner über das Mikro etwas provozieren, das geht heute bei den vielen Auflagen natürlich nicht mehr. Alles ist professioneller geworden“, sagt Pottek und wirkt dabei etwas enttäuscht.

Wer einen Verein aus Kassel, egal ob Fußball oder Eishockey, seit 1977 so hautnah begleitet wie Fred Pottek, der hat unweigerlich viel mitgemacht – positiv sowie negativ. „Ich habe alle Höhen und Tiefen miterlebt, jeden Auf- und jeden Abstieg. Von der ESG Kassel über den EC Kassel bis hin zu den EC Kassel Huskies.“ Noch eine halbe Stunde bis zum ersten Bully. Die Namen der Huskies-Spieler sitzen bei Pottek sowieso, die der Gäste aus Freiburg schaut er sich nochmal an. Wie die komplizierten Namen ausgesprochen werden, hat er im Gefühl, „das macht die Erfahrung“, sagt er. Dann geht es endlich los, es ist 19.30 Uhr, Pottek setzt sich auf seinen Platz hinter der Strafbank. Es gibt keinerlei Probleme, es wird ein schöner Eishockeyabend. Sieben Tore wird er heute Abend durchsagen. Die Kassel Huskies gewinnen 6:1.

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