Straffen, glätten, spritzen: Facelifting verdrängt Implantate

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Zu Prof. Dr. Ernst Magnus Noah (Noahklinik im Roten Kreuz Krankenhaus Kassel) kommen immer mehr Frauen, die sich ihre Brust mit Eigenfett vergrößern lassen wollen.

Laut einer Umfrage ist das Facelifting bei Frauen beliebter, als die klassische Brustvergrößerung. Der EXTRA TIP hat mit Prof. Dr. Ernst Magnus Noah über seine Erfahrungen gesprochen.

Kassel. In Sachen Schönheitstrends rückt bei Frauen das Gesicht immer stärker in den Fokus. Erstmals ist Facelifting beim weiblichen Geschlecht angesagter, als die klassische Brustvergrößerung mit Implantaten. Das ergab eine Patientenbefragung zur Schönheitschirurgie, dessen Ergebnisse von der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) bei einer Tagung in Berlin vorgestellt wurden.

An der anonymen Fragebogenerhebung nahmen mehr als 3.400 Patienten teil. Die Befragung lieferte spannende Einblicke in das Fachgebiet. Unter anderem kam dabei heraus, dass nie so viele Männer in Deutschland einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufsuchten, wie im vergangenen Jahr. Laut aktueller DGÄPC-Patientenbefragung liegt der Männeranteil unter den Patienten nun mit 17,5 Prozent leicht über dem bisherigen Höchststand von 2013 (17,1 Prozent). „Männliche Patienten sind in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie nichts Neues“, betont Tagungspräsident Dr. Olaf Kauder. „Wir beobachten aber eine deutlich größere gesellschaftliche Akzeptanz für Männer, die sich mit ihrem Äußeren auseinandersetzen.“ Entsprechend steige bei Männern auch die Bereitschaft, sich einer ästhetischen Behandlung zu unterziehen, wenn sie mit bestimmten körperlichen Merkmalen unzufrieden seien. Erstmals seit 2009 steht die Brustvergrößerung mit Implantaten nicht an der Spitze der beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen in Deutschland. Suchten im vergangenen Jahr noch 15,7 Prozent der Befragten den Ästhetisch-Plastischen Chirurgen wegen einer Brustvergrößerung auf, waren es in diesem Jahr nur noch 8,4 Prozent. Hingegen erfreuen sich Augenlidkorrekturen (14,1 Prozent), Facelift (7,9 Prozent), Lippenkorrekturen (7,4 Prozent) und Fettabsaugungen (9,9 Prozent) größerer Beliebtheit als im Vorjahr und belegen nun die ersten beiden Plätze der häufigsten ästhetisch-plastischen Operationen. Bei männlichen Patienten machen Korrekturen der sogenannten Männerbrust immerhin 11,5 Prozent der ästhetisch-plastischen Behandlungen aus.

Brustvergrößerung mit Eigenfett gefragt

Prof. Dr. Ernst Magnus Noah (Noahklinik im Roten Kreuz Krankenhaus Kassel) berichtet zum Thema: „Ich merke in meiner Klinik, dass die Nachfrage nach Brustvergrößerungen mit Implantaten zurückgeht. Brustvergrößerungen mit Eigenfett werden dagegen beliebter.“ Dies sei aus seiner Sicht auch eine gute Alternative. In der Branche genießt Noah so einen guten Ruf, dass Patientinnen sogar aus Dubai nach Kassel reisen, um sich von Noah behandeln zu lassen.

Ästhetik ist keine Frage des Alters

Patienten, die einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufsuchen, lassen sich keiner bestimmten Altersgruppe zuordnen. Männliche wie weibliche Patienten sind durchschnittlich knapp 42 Jahre alt, wenn sie sich einer ästhetischen Behandlung unterziehen, die Altersspanne reicht dabei aber von jungen Erwachsenen bis hin zu Personen über 80 Jahren.

Patienten achten zu wenig auf Arzt-Qualifikation 

Für Patienten hängt die Entscheidung für eine ästhetisch-plastische Operation – und auch die für einen bestimmten Facharzt – von unterschiedlichsten Faktoren ab. Ein guter Ruf, ein vertrauensvoller Eindruck und ein gewisser Expertenstatus sind wichtige Auswahlkriterien. Patienten sollten aber bei der Arztwahl auf die tatsächliche Qualifikation des behandelnden Arztes achten.

Einziges objektives Qualitätskriterium sei der Facharzttitel für Plastische und Ästhetische Chirurgie, der an eine mindestens sechsjährige spezialisierte Weiterbildung zusätzlich zum eigentlichen Medizinstudium geknüpft ist. „Vielen Patienten ist nämlich nicht klar, dass sich praktisch jeder Arzt Schönheitschirurg nennen darf, ganz egal, was er eigentlich gelernt hat“, so Dr. Olaf Kauder.

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