Studenten können aufatmen: Blödi-Knigge wird nicht mehr verteilt

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"Verhaltenskatalog" hatte im Sommer für Empörung gesorgt. Jetzt wird das zweiseiteige Schreiben nur noch vereinzelt an Lehramtsstudenten verteilt

Kassel. Aufatmen bei Kassels Lehramtsstudenten: Der "Blödsinns-Knigge" (der EXTRA TIP berichtete) ist wieder abgeschafft. Das Referat für Schulpraktische Studien hat die "Handlungsempfehlungen" wieder aus dem Verkehr gezogen, teilt die peinlichen zwei Seiten mit Hinweisen für kommende Lehrer nicht mehr aus. Das berichten Studierende pünktlich zum Semesterstart.

Was war los? Im Sommer hatten sich Studenten beschwert, dass sie mit einem "Handlungskatalog" auf den Schulalltag vorbereitet werden würden. Darin wurden den Studierenden absurde Hinweise  mitgegeben: Die Tipps reichten von Anweisungen, morgens Kollegen und Schulkinder freundlich zu grüßen, sich im Unterricht nicht auf Stühlen "herumzufletzen" bis dahin, den Unterricht anderer Kollegen nicht zu kritisieren. Das wäre unhöflich und – so war zwischen den Zeilen zu lesen – stünde Studierenden nicht zu.Der Leiter des Referats für Schulpraktische Studien, Dr. Axel Knüppel, hatte sich auf EXTRA TIP-Nachfrage von dem Papier distanziert, gleichzeitig aber eingeräumt, dass "eine Vorbereitung auf das, was auf den Einzelnen an den verschiedenen Schulen zukommt, grundsätzlich sinnvoll ist."

Doch: Mittlerweile wird das peinliche Schreiben nicht mehr,  oder nur noch selten, an Studenten verteilt. "Uns wurde gesagt, dass dieses Schreiben nicht mehr verteilt werden darf", berichtet ein Studierender.Tatsächlich war der Blödi-Knigge Thema in einer Sitzung der pädagogischen Mitarbeiter und wurde dort diskutiert. Ergebnis: "Es wurde deutlich, dass der Bogen wie bisher von Praktikumbetreuern teilweise in die Gruppen eingebracht wird und dort als Diskussionsgrundlage genutzt wird und teilweise nicht", erklärt Dr. Axel Knüppel, Geschäftsführer des Referats für Schulpraktische Studien. "Es gab weder vorher die Anweisung, den Bogen zu benutzen, noch jetzt, ihn nicht zu benutzen."Wer also Pech hat unter den Studierenden, könnte den Katalog tatsächlich wieder ausgeteilt bekommen – und damit auf die Reife eines I-Klecksers reduziert werden.

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