Suspendiert: Betreuer der Vellmarer Jugendfeuerwehr soll Mädchen belästigt haben

Ein Betreuer der Vellmarer Jugendfeuerwehr steht im Verdacht, eine 14-Jährige sexuell belästigt zu haben. Der Mann wurde bereits suspendiert und aus der Feuerwehr ausgeschlossen.

Vellmar. Was zwischen einem erwachsenen Betreuer der Vellmarer Jugendfeuerwehr und dem 14-jährigen Mädchen genau passierte, ist unbekannt. Eines ist jedoch klar: Aufgrund des Verdachtes, die 14-Jährige sexuell belästigt zu haben, wurde der Jugendbetreuer kürzlich suspendiert und zum 11. Juli rechtskräftig aus der Feuerwehr der Gemeinde ausgeschlossen.

Das Mädchen hatte sich seinen Eltern bereits im Mai anvertraut, woraufhin sich diese an den Stadtbrandinspektor wandten. Nachdem dieser den Vellmarer Bürgermeister Manfred Ludewig über den Fall informiert hatte, beschloss der Magistrat am 20. Juni auf Empfehlung des Feuerwehrausschusses hin, den Beschuldigten aus der Feuerwehr auszuschließen. Doch wie konnte es zu dem offenbar sexuellen Übergriff kommen? Nicht nur in allen Vellmarer Vereinen, sondern im ganzen Landkreis Kassel müssen Betreuer und Trainer von Jugendlichen schließlich ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, welches auch Informationen zu etwaigen eingestellten Verfahren oder gelöschten Einträgen enthält. Zeugnisse, die sich auf das Kinderschutzgesetz beziehen, müssen alle fünf Jahre erneuert werden.

„Die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses hilft dabei, solche auszuschließen, die sich in der Vergangenheit unrecht verhalten haben“, so Kreissprecher Harald Kühlborn zu der Maßnahme. Entwicklungen, die die Person im Laufe ihrer Tätigkeit möglicherweise vollzieht, seien jedoch auch durch ein Führungszeugnis nicht voraussehbar. Zeige sich die Person, wie im Fall des Jugendbetreuers in Vellmar, jahrelang unauffällig, sei sie nur schwer kontrollierbar. „Hier sind Kollegen, Eltern oder auch die Jugendlichen gefragt, Auffälligkeiten und Befürchtungen jederzeit an den Träger des Vereines zu melden“, so Kühlborn weiter.

Der Beschuldigte, der bei der Vellmarer Feuerwehr insgesamt 36 Jugendliche betreute, soll sich nun in therapeutische Behandlung begeben wollen. Die Suspendierung sollte seine Betreuertätigkeit bis auf Weiteres beendet haben. Dafür wird ein Vermerk im Führungszeugnis in Zukunft sorgen.

Vertrauen wiederherstellen: Zwischenruf von Antonia Paul

Wer sein Kind in Vereine wie die Jugendfeuerwehr schickt, es darin bestärkt, ein Ehrenamt zu übernehmen und seine Freizeit sinnvoll zu nutzen, der denkt nicht im Traum daran, dass es dort einmal sexuell belästigt werden könnte. Durch den Fall in Vellmar treffen Vereine, die auf dringenden Nachwuchs angewiesen sind, plötzlich misstrauische Blicke. Eltern fragen sich, wem sie noch vertrauen sollen, wenn nicht denen, die ihren Kindern im Verein als Vorbild und Ansprechpartner dienen sollen. Wichtig ist es daher, sich daran zu erinnern, dass es sich hier um unvoraussehbare Einzelfälle handelt. Statt den Kindern aus Angst eine Mitgliedschaft zu verbieten oder sie aus ihren Vereinen und Gemeinschaften herauszureißen, sollte mit Kommunikation gearbeitet werden.

Sich regelmäßig nach den Erlebnissen des Kindes zu erkundigen und so herauszufinden, ob es sich möglicherweise unwohl fühlt oder negative Erfahrungen gemacht hat, ist ein sensibler Weg, sich nach dem Rechten zu erkundigen. So kann Vertrauen zwischen Kind, Eltern und Betreuer geschaffen werden.

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