Tür an Tür mit dem Terror?: Nachbar berichtet vom Polizeieinsatz in Wesertor

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Frank Denzel vor seiner Wohnungstür. Die Tür links daneben wurde am Dienstagmorgen durch die Polizei aufgesprengt.

Seit ungefähr zwei Jahren wohnten die beiden Syrer, die im Verdacht stehen, einen Terroranschlag zu planen, im selben Stockwerk wie Frank Denzel.

Kassel. „Heute morgen um fünf bin ich von einem lauten Knall wach geworden. Da haben sie die Tür aufgesprengt“, erzählt Frank Denzel ungläubig. Noch vor wenigen Stunden war das Treppenhaus in der Kasseler Gartenstraße voll mit Polizisten. „in voller Montur und mit Maschinenpistolen“, wie Denzel beschreibt. Jetzt steht er alleine im dritten Stock des Mehrparteienhauses. Die Wohnungstür seiner syrischen Nachbarn wurde mittlerweile ersetzt, die Reste der Sprengung beseitigt.

Seit circa zwei Jahren wohnt der 67-Jährige Tür an Tür mit den Männern, die am frühen Dienstagmorgen einen großen Polizeieinsatz auslösten. „Einer von ihnen wurde festgenommen, den anderen haben sie erst in einen Polizeiwagen gesetzt und nach einiger Zeit wieder gehen lassen“, berichtet er von seinen morgendlichen Beobachtungen.

Die Spuren der Sprengung sind im Türrahmen deutlich zu sehen.

Nicht nur in Kassel, auch in Hannover, Essen und Leipzig wurden Wohnungen durchsucht. Der Grund: Terrorverdacht. Die Ermittlungen richteten sich gegen insgesamt sechs syrische Staatsangehörige im Alter zwischen 20 und 28 Jahren, die sich seit Dezember 2014 bzw. August und September 2015 als Asylantragsteller in Deutschland aufhalten und die in Verdacht stehen, Mitglieder des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) zu sein.

Die Beschuldigten werden weiterhin verdächtigt, einen Anschlag mit Waffen oder Sprengstoff auf ein öffentliches Ziel in Deutschland vorbereitet zu haben. Nach den bisherigen Erkenntnissen war die Anschlagsplanung noch nicht abgeschlossen. Allerdings soll das Ziel bereits festgestanden haben: Wie der Hessische Rundfunk berichtet, sollen sie einen Anschlag auf den Essener Weihnachtsmarkt geplant haben. Offiziell bestätigen wollten das die Ermittler am Dienstag nicht.

„Ich persönlich habe die jungen Männer immer sehr freundlich und hilfsbereit erlebt. Sie waren nie laut, haben immer gegrüßt und mir auch mal geholfen, Tüten hochzutragen. Sie sprachen sogar ein bisschen Deutsch“, berichtet Frank Denzel. Einen solchen Polizeieinsatz vor seiner Haustür habe er jedoch nicht zum ersten Mal erlebt. „Anfang des Jahres, als es die Razzia in der Medina-Moschee gab, war die Polizei schon einmal hier. Aber mein Nachbar wurde ja wieder freigelassen – deswegen habe ich mir keine weiteren Gedanken gemacht“, erzählt der Rentner. Nun mache er sich aber doch Sorgen.

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