Therapiemöglichkeiten bei Analerkrankungen

Neue Inkontinenz- und Proktologie-Sprechstunde am Elisabeth-Krankenhaus

Kassel. Das Elisabeth-Krankenhaus Kassel bietet ab dem 1. Januar 2015 eine regelmäßig stattfindende Inkontinenz- und Proktologie-Sprechstunde an. Oberarzt Dr. Sven Fischer steht dazu jeden Donnerstag ab 17 Uhr – nach vorheriger telefonischer Vereinbarung  – zur Verfügung. Im Rahmen der Sprechstunde informiert er gerne über mögliche Behandlungsmethoden und Therapiemöglichkeiten für Analerkrankungen und Inkontinenz.

Erkrankungen des Afters und Stuhlinkontinenz kommen sehr häufig vor. Etwa 1,5 Mio. Menschen in Deutschland sind allein von Stuhlinkontinenz betroffen. Typische Beschwerden von Analkrankheiten sind Schmerzen im Analbereich, Blutabgang anal, Brennen oder Jucken, Nässen sowie Änderung der Stuhlgewohnheiten. Als Stuhlinkontinenz wird der ungewollte Verlust von Wind oder Stuhl an einem "falschen Ort" (d.h. nicht auf der Toilette) oder zu einer "falschen Zeit" verstanden. Verlust oder Einschränkung der Darmkontinenz sind mit einer starken körperlichen und seelischen Belastung verbunden. Ursachen für Analerkrankungen sind oftmals chronische Verstopfung, mangelnde Bewegung, Übergewicht und falsches Stuhlverhalten (zu starkes Pressen, Nachpressen). Für die Stuhlinkontinenz können ein Dammschnitt/-riss, vorangegangene Operationen am After mit Verletzung des Schließmuskels, Darmvorfall, Hämorrhoiden oder Muskel- und Bindegewebsschwäche verantwortlich sein.

Eine ausführliche Beratung, Untersuchung und Therapieplanung erhalten Patienten in der proktologischen Sprechstunde, nach der ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung erfolgt die stadienadaptierte Therapie. Diese reicht als konservative Therapiemaßnahme mit z. B. Salben bei bestimmten Analerkrankungen bis zur Beckenbodengymnastik und Biofeedback mit Muskelstimulation bei der Stuhlinkontinenz. Sind die konservativen Therapiemaßnahmen ausgeschöpft, ist eine operative Versorgung oftmals unumgänglich. Das Elisabeth-Krankenhaus bietet eine ganze Bandbreite der koloproktologischen Operationen an. Dies beinhaltet u. a. auch interventionelle Maßnahmen wie die Gummibandligatur oder dopplergesteuerte Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (HAL) mittelgroßer Hämorrhoiden, die operative Behandlung von großen Hämorrhoiden mittels Stapler (OP nach Longo), die Behandlung von Analfissuren sowie die Fistelchirurgie bei einfachen und komplizierten Fistelerkrankungen wie beim Morbus Crohn.

Die Stuhlinkontinenz behandelt das Krankenhaus nach Ausschöpfung konservativer Therapieoptionen operativ je nach zugrundeliegender Ursache mittels operativer Naht bei Defekten oder der sakralen Nervenstimulation. Die Sakrale Nervenstimulation (SNS) wurde 1995 etabliert und bedeutet eine Revolutionierung der Therapie der Stuhlinkontinenz. Bei dieser Therapie werden die für die Kontinenz wichtigen Beckenbodennerven mittels Strom aus einem Schrittmacher (vergleichbar mit einem Herzschrittmacher) stimuliert. Dies führt vor allem zu einer verbesserten Empfindlichkeit des Beckenbodens, sodass u.a. der Stuhl früher bemerkt und damit die Kontinenzleistung verbessert wird. Diese Stimulierung geschieht für den Patienten meist unbemerkt oder wird als feines Kribbeln im Bereich des Afters wahrgenommen. Mit der SNS lassen sich bei der Mehrzahl der Patienten die Inkontinenzbeschwerden deutlich bessern.

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