Gefährder im Straßenverkehr

Der aktuelle Briefwechsel zum Thema Autoraser und dem aktuellen Urteil der Berliner "Mörder"

Hallo Autoraser, na, war das ein Schock in der lauen Frühlingsluft, die dazu führt, dass es einigen von Euch schon wieder in den Füßen juckt? „Das war Mord“, entschied gerade das Berliner Landgericht in einer Berufungsverhandlung und hat zwei Eurer Gesinnungskollegen in den Knast geschickt. Was hatten die gemacht? Sie waren mit über 170 km/h über den KuDamm gebraust, hatten einen Fünzigjährigen mit seinem Golf von der Seite gepackt und sechzig Meter durch die Luft katapultiert. Der Familienvater war sofort tot. Und was war die Reaktion der Raser? „Ich war mir ganz sicher, dass keiner sein Auto so gut beherrscht wie ich“, erklärte der eine Idiot kopfschüttelnd. „Erst jetzt nach dem Unfall komme ich langsam wieder runter.“ Sein Kompagnon konnte bei der Urteilverkündung nur dümmlich grinsen. Im Knast haben beide jetzt Zeit genug, darüber nachzudenken.

Nachdenken sollte auch der Rechtsanwalt, der beide wie folgt verteidigte: „Sie sind nie davon ausgegangen, dass eine Gefahrensituation entstehen könnte. Das konnte man schon daran sehen, dass beide nicht angeschnallt waren.“ Ja, geht es noch? Darf ich mal fragen wie so ein Fachmann die Prüfungen bestehen konnte? Da gilt es Lücken zu stopfen. So jemand darf nicht auf die Menschheit und die Gerichtssäle losgelassen werden. Im Königlich bayrischen Amtsgericht wäre er natürlich eine Topbesetzung.

Doch Scherz beiseite. Diese beiden Mörder aus Berlin habe ihre gerechte Strafe erhalten. Sie werden lange Zeit niemand mehr gefährden können und hoffentlich den Führerschein nie mehr wieder bekommen. Sie haben deutlich genug bewiesen, dass sie fahrtauglich sind. Für all diejenigen, die ebenfalls gerne in den Städten ihre hirnlosen Rasereien durchführen, sollte das ausserdem ein schrilles Warnsignal sein. Wer durch eine Stadt rast, nimmt damit den Tod eines Menschen billigend in Kauf und wird als Mörder abgeurteilt. Punkt. Aus. Schluss. Das gilt auch für diejenigen, die nachts durch Kassel rasen!!!!!!

Diese Raserei in Berlin und anderswo sollte dafür sorgen, dass auch mal wieder darüber diskutiert wird, warum wir auf den Autobahnen als einziges Land in Europa grenzenlos rasen dürfen. Das haben schon genug Menschen mit dem Tod bezahlt. Im letzten Jahr bin ich am Gardasee gewesen, bin gemütlich durch Italien und Österreich zurück gefahren. Und dann kam Deutschland. Dann wurde gerast. Der Puls war oben. Adrenalin wurde ausgeschüttet. Der Urlaubseffekt war nach zehn Kilometern restlos verflogen. Mein Tipp für die Raser: Ab zum Nürburgring.

Mit rasanten Grüßen

Rainer Hahne

 Chefredakteur

P.s. Den tödlich verunglückten Mann, der nur das Pech hatte, bei grün in die Kreuzung zu fahren, als diese Bekloppten die rote Ampel überfahren haben, wird das Urteil und die verhängte Gefängisstrafe nicht ins Leben zurück rufen.

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