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„TOP, POP, TOP! Tapeten der 70er Jahre“

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Sonderausstellung im Schloss Wilhelmshöhe - nicht nur für Retro-Fans oder Zeitzeugen

Sonderausstellung im Schlossa
1 / 18„TOP, POP, TOP! Tapeten der 70er Jahre“ - Sonderausstellung im Schloss Wilhelmshöhe © Krümler
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Kassel. Gratulation an Dr. Astrid Wegener, Kuratorin der Ausstellung OP, POP, TOP! Tapeten der 70er Jahre“, und ihr Team: Die von ihnen favorisierten Zielgruppen bestätigten sich bereits beim Presserundgang. „Oh wow, das ist ja voll retro“, begeisterten sich die jungen Teilnehmerinnen, während die älteren Semester in nostalgischen Erinnerungen schwelgten. Mit der Sonderausstellung „OP, POP, TOP! Tapeten der 70er Jahre“ im Schloss Wilhelmshöhe lässt die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) vom 8. April bis 25. September 2022 die 1970er Jahre rund um das Thema Tapete und Wohnkultur wieder aufleben.

Den Zutritt in die Sonderausstellung markiert ein Vorhang, auf den unablässig die Anfangssequenz aus einer TV-Kultserie der früheren 70er projiziert wird - „Time Tunnel“. Die Wissenschaftler Doug und Tony haben eine Zeitmaschine entwickelt, mit der eine Rückkehr nicht möglich scheint, und so müssen die Beiden in jeder Folge in einer andere Periode Abenteuer überstehen. Ein gelungener Einstieg in die Sonderausstellung, gleicht der Besuch doch ebenfalls einer Zeitreise. „Lassen Sie sich in fünf Themenräumen mitreißen und begeistern“, so Dr. Astrid Wegener, Leitung Deutsches Tapetenmuseum.

Mit frecher Tapetenwerbung beginnt der Einstieg in die 70er. Danach geht es in ein fiktives Tapetengeschäft, wo 20 zeittypische Tapetenrollen and der Wand und acht dicke Musterbücher zum Gucken, Staunen und Blättern einladen. Unter den Motiven findet sich auch eines, das Vivi Bach entworfen hat. In den 70ern ein Fernsehstar, war sie später als Malerin, Designerin, Illustratorin und Autorin von Kinderbüchern erfolgreich. So gerüstet, lassen sich in den nächsten beiden Räumen authentische 70er-Jahre-Objekte aus hessischen Privathäusern bestaunen und die typische Möblierung der Zeit genießen. Der letzte Raum gehört den „xartwalls“ Kunstwänden.

„Slogans wie Atomkraft – nein danke!, Jute statt Plastik oder Mein Bauch gehört mir gehören zu den 70ern wie die Pril-Blume oder die schrill-bunt gemusterten Tapeten“, erläutert mhk-Direktor Prof. Dr. Martin Eberle. „Nicht nur die Wände wurden bunter und fröhlicher, sondern auch die Produktwelt.“

Wer hatte sie nicht, die Fototapete mit exotischen Motiven im Hobby- oder Partykeller sowie im Wohnzimmer? Eine Tapete mit auffälligen geometrischen oder blumigen Mustern, die in unserer Erinnerung zumeist Orange-Braun waren? Den orangefarbenen oder grünen Telefonapparat? Oder aber die Aufbewahrungsbox für eines der meistgenutzten Audio-Medien neben der Schallplatte: die Musikkassette. Die Jugendzimmer wurden mit Starschnitten der Pop-Idole plakatiert – entweder direkt auf die weiße Wand oder auf die frisch-fröhlichen Tapetenmuster. Farb- und Mustermixe waren in.

Neue Kunstströmungen wie die Op- oder Pop-Art, die auf der documenta IV 1968 in Kassel stark vertreten waren, beeinflussten das Tapetendesign dieses Jahrzehnts maßgeblich. Neben Designkollektionen entwickelten führende Tapetenhersteller zudem gemeinsam mit der Zeitschrift „Schöner Wohnen“ Tapeten für ein breites Publikum. Unter dem Motto „Farbe bekennen“ entstand so 1969 die erste Schöner-Wohnen-Kollektion.

Aber auch Künstler widmeten sich dem Thema Tapete: Die 1972 als neuer Kunsttyp vermarkteten Kunstwände »xartwalls« waren von prominenten Künstlerinnen und Künstlern entworfen und von der Marburger Tapetenfabrik realisiert worden. Das Spektrum der vertretenen Kunstrichtungen reichte von Pop Art (Werner Berges, Allen Jones, Peter Phillips) und Op Art (Getulio Alivani) bis zu Nouveau Réalisme (Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle). Mit Otmar Alt und Paul Wunderlich waren auch zwei deutsche Künstler vertreten. Die Künstlerkollektion wurde zeitgleich zur documenta 5 in einer von Arnold Bode kuratierten Schau in der Turnhalle der Gerhart-Hauptmann-Schule (heutiges Dock 4) ausgestellt. Dieses Jahr feiern die »xartwalls« übrigens ihr 50jähriges Jubiläum.

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