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Danny Schmidt zieht es nach Amerika

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Lagenspezialist Danny Schmidt startete früher für die Gudensberger SG.
34583_20211016_10820.jpg © Christian Gold

Topschwimmer aus Nordhessen trainiert und studiert in Alabama

Region Mit Danny Schmidt wird ab September ein weiteres deutsches Nachwuchstalent in den USA studieren und seine Trainingsbahnen im „James E. Martin Aquatics Center“ ziehen. Der gebürtige Nordhesse, der in seinen jungen Jahren für die Gudensberger SG an den Start ging und heute für die SG Frankfurt schwimmt, wird in ein paar Wochen dank eines Sportstipendium Teil der Auburn Tigers, dem Schwimmteam der staatlichen Auburn University im US-Bundesstaat Alabama.

Der 21-jährige aus Borken-Kleinenglis trainiert aktuell in Magdeburg unter Bernd Berkhahn, dem DSV Bundestrainer. Er qualifizierte sich erstmals für internationale Titelkämpfen im Erwachsenenbereich im vergangenen Jahr und nahm an den Europameisterschaften in Ungarn teil. Ebenfalls im Jahr 2021 feierte er in Berlin über die 400 m Lagen der Herren seine Meisterpremiere. Über die halbe Distanz, den 200 m Lagen, wurde er Deutscher Vizemeister. Bereits 2019 zählte der frühere Christopherus-Schüler zum deutschen Aufgebot bei den Junioren-Europameisterschaften in Kazan (Russland) und gewann dort die Silbermedaille mit der 4x200m Freistilstaffel. Auch in diesem Jahr hat Danny Schmidt sich für die Schwimmeuropameisterschaften vom 11. bis zum 21. August 2022 in der italienischen Hauptstadt Rom qualifiziert, musste seine Teilnahme aber bereits aufgrund einer Verletzung frühzeitig absagen.

„Es wird Zeit, mal etwas Anderes auszuprobieren. Denn abgesehen vom sportlichen Aspekt kann ich mich dort persönlich weiterentwickeln. Des Weiteren finde ich, dass man dort Schule und Sport besser miteinander kombinieren kann“, erzählt Danny Schmidt. Sport und Studium in Deutschland zu verbinden, sei nicht immer einfach, vor allem, wenn man den Sport auf hohem Niveau betreiben will. Deshalb sind vor allem die USA bei vielen deutschen Schwimmern als Trainingsstandort beliebt. Als Kernsportart bei Olympia hat besonders das Schwimmen in den USA einen riesigen Stellenwert. Das weltweit einzigartige Sportsystem ermöglicht den Sportlern beste Bedingungen für die sportliche, aber vor allem auch die akademische Entwicklung.

„Es war keine einfache Entscheidung. Mehrere Universitäten haben Interesse an mir gehabt“, erzählt Schmidt. „Ich habe dann mit den Trainern geschrieben und sie über FaceTime kontaktiert. Darüber hinaus habe ich mir Videos im Internet von den Universitäten angeschaut“. Nach der Recherche zu den möglichen Studienzielen fiel die Entscheidung dann auf die zweitgrößte Hochschule in Alabama mit ca. 31.526 (Herbst 2021) Studierenden und 1200 Professoren. Sämtliche Sportanlagen sind auf dem Campus, das heißt, alle Sportler haben ganz kurze Wege vom Wohnheim zur Sport- und Schwimmhalle sowie zu den Vorlesungen. Dass im ersten Studienjahr nur allgemeine Kurse belegt werden und man sich erst im zweiten Jahr für eine Fachrichtung entscheidet, kommt dem jungen Mann aus Kleinenglis sehr entgegen.

Wie sich der Schritt über den großen Teich auf die internationale Karriere auswirken wird, will der Nordhesse aus dem Schwalm-Eder-Kreis noch nicht beurteilen. „So weit habe ich noch gar nicht gedacht. Sportlich will ich erst einmal abwarten, wie es läuft. Mal schauen, wie ich mich entwickele“, sagt Schmidt. Der Lagenspezialist will in den USA unter der Anleitung des renommierten Trainers Ryan Wochomurka (Head Coach) und Vlad Polyakov (Associate Head Coach) seine Karriere vorantreiben.

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