Training hinter Gittern: „Sport zu treiben ist ein Privileg“

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Die JVA I in Wehlheiden.
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Sehen in sportlichen Aktivitäten eine große Bedeutung für Gefangene: Justizvollzugsbeamter im Sportbereich, Torsten Brethauer (li.) und JVA-Leiter Jörg-Uwe Meister.
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Die Außenanlagen in Wehlheiden.
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Die Außenanlagen in Wehlheiden.
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Die Außenanlagen in Wehlheiden.
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Die Außenanlagen in Wehlheiden.
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Der Trainingsraum für Tischtennis-Spiele.
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Durch den Sport können die Insassen Ziele erreichen und sich gegenseitig unterstützen.

Körperliche Betätigung hat im Gefängnis einen hohen Stellenwert. Auch in der Wehlheider Justizvollzugsanstalt I steht Training ganz oben auf der Liste.

Kassel. Von der Außenwelt getrennt, Gitterstäbe vor den Fenstern, ringsherum eingeschlossen von Mauern. Ohne Frage lösen diese Vorstellungen ein beklemmendes Gefühl aus, für Inhaftierte im Strafvollzug sind sie Alltag. Neben dem Aufenthalt in einer beengten Haftzelle besteht in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kassel I im Stadtteil Wehlheiden jedoch ein vielfältiges Freizeitangebot.

„Man wollte Brücken nach draußen schlagen und so gründete sich 1974 der Gefangensportverein der JVA I und die Inhaftierten konnten sich von nun an gemeinschaftlich zunächst mit Handball und Schach beschäftigen“, so der Justizvollzugsbeamte Torsten Brethauer, der für den Sportbereich zuständig ist. Mittlerweile hat sich das Sportangebot der

Sehen in sportlichen Aktivitäten eine große Bedeutung für Gefangene: Justizvollzugsbeamter im Sportbereich, Torsten Brethauer (li.) und JVA-Leiter Jörg-Uwe Meister.

JVA stark erweitert. Fitnessräume, Freizeiträume, ein Ausdauerraum und eine Sporthalle bieten Raum für zahlreiche Aktivitäten wie Fußball, Handball, Volleyball, Tischtennis oder Badminton. Die Gruppenanzahl ist jedoch begrenzt, denn sportlichen Aktivitäten nachzugehen ist äußerst beliebt bei den Insassen und die Plätze im Fitnessraum sehr begehrt.

„Wenn wir keinen Platz mehr in den Sportgruppen haben, kommen die Interessierten auf Wartelisten. Bleibt dann ein Teilnehmer der Sportgruppe zweimal unentschuldigt fern, wird ihm das Privileg, Sport zu machen, entzogen und jemand anderes von der Warteliste bekommt seine Chance“, erzählt Brethauer weiter. In den Sommermonaten findet das Training draußen statt und die Insassen können während des Freigangs auf dem Hof ein Fußball- und Volleyballfeld, Tischtennisplatten und Klimmstangen nutzen.

„Sport ist ein soziales Training“

Im Trainingsraum halten sich die Gefangenen zweimal die Woche und meist mit eigenem Trainingskonzept fit.

Dabei hat Sport eine wichtige Bedeutung in der Anstalt mit aktuell 480 Gefangenen, die sehr hohe bis hin zu lebenslänglichen Haftstrafen zu verbüßen haben. „Sport ist vor allem wichtig für die Gesundheit, aber ebenso ein soziales Training, da sich die Insassen in national gemischten Mannschaften einfügen und dadurch den respektvollen, fairen Umgang miteinander lernen. Es müssen Spielregeln beachtet werden, Ausdauer und Ehrgeiz werden gefördert und die Motivation gesteigert. Die Insassen können durch den Sport Ziele erreichen und lernen, dass sie sich gegenseitig dabei unterstützen können“, so Jörg-Uwe Meister, Leiter der JVA Kassel I. Auch Insassen, die mit Sport vorher nicht viel zu tun hatten, werden von den GSV-Sportlern motiviert und trainieren beispielsweise für den Zwölf-Kilometer-Lauf, der während der Sportwoche Anfang Mai veranstaltet wird.

„Dabei ist es nicht wichtig, ob man Erster wird. Das Durchhalten ist das entscheidende, man vollendet etwas,“ so Meister. Während der Sportwoche werden auch die Gäste aus Heiligenrode (hier geht's zum Artikel) das Rückspiel gegen die Handballmannschaft der JVA bestreiten. Bei diesem besonderen Spiel dürfen sogar geladene Zuschauer in der Sporthalle auf den Rängen sitzen und beide Teams anfeuern.

Rubriklistenbild: © Feldle

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