Sie trotzen Wind und Wetter: Kasseler Velokuriere transportieren alles, was schnell gehen muss

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(v.li.) Die Velokuriere Lars Lehmann, Max Mill, David Priemer und Stefan Bößert.

In Kassel gibt es seit 2007 den Velokurier in der Friedrich-Ebert-Straße 113. Bei jedem Wetter (und mit Bereitschaftsdienst an Sonn- und Feiertagen) bieten die Jungs umweltfreundliche Kurierfahrten jeglicher Art und eine Alternative zur Post.

Kassel. Kurierdienste boomen, doch die Branche ist hart umkämpft. Bei verstopften Straßen kann aber vor allem ein Botendienst punkten: Die Fahrradkuriere! In Kassel gibt es seit 2007 den Velokurier in der Friedrich-Ebert-Straße 113. Bei jedem Wetter (und mit Bereitschaftsdienst an Sonn- und Feiertagen) bieten die Jungs umweltfreundliche Kurierfahrten jeglicher Art und eine Alternative zur Post.

„Vom Brief bis zum Paket“ transportieren wir alles“, berichtet Fahrradkurier Max Mill. Manchmal gehe man auch für Leute einkaufen. „Wir haben auch mal eine Masterarbeit für einen Studenten nach Frankfurt gebracht. Da ging die Fahrt allerdings mit dem Fahrrad und Zug“, so Mill. „Es kommt auch mal vor, dass Männer anrufen und ihrer Liebsten eine Aufmerksamkeit ins Büro liefern möchten“, ergänzt Lars Lehmann, der zusammen mit Stefan Bößert die Firma betreibt. Zu 90 Prozent seien die Auftraggeber aber Firmen. Nun könnte man denken, dass in Zeiten von E-Mail- und PDF-Dokumenten die Botengänge abgenommen hätten.

Dem ist aber nicht so. Noch immer besteht Nachfrage nach dem wachsenden Angebot. Das Fahrrad gewinnt weiter an Bedeutung. Fahrradkuriere transportieren vieles, das nicht per Post geschickt werden soll oder kann – besonders alles, was besonders schnell gehen muss. Ob Gewebeproben für ein Krankenhaus, Baupläne, Verträge oder Pakete. Denn mit dem Fahrrad kommt man im Stadtverkehr einfach schneller voran als mit dem Auto. Die Preise für den Botendienst hängen von der Zone, in die die Ware geholt/gebracht werden muss, und vom Gewicht ab. „Geliefert wird auch in den Landkreis. Und für schwerere Sachen haben wir auch ein Lastenfahrrad und Anhänger“, erzählt Max. Wichtig für Radkuriere ist vor allem Kondition. „Bei den ganzen Fahrten kommen schnell mal 120 Kilometer am Tag zusammen.“

Das Unfallrisiko hingegen hielte sich in Grenzen – durch häufiges Fahren stiegen Erfahrung und Reaktionsschnelligkeit in gefährlichen Situationen, die der Kasseler Straßenverkehr schließlich zuhauf bietet. Beim Velokurier Kassel arbeiten derzeit zwischen neun und elf Fahrer. „Manche fahren nur im Sommer oder in Semesterferien, andere wiederum das ganze Jahr über“, so Lehmann. Die Boten fahren auf selbstständiger Basis. „Natürlich sitzt uns während der Arbeit auch oft die Zeit im Nacken“, so die Boten. Damit keine Leerfahrten entstehen, bekommen sie auch unterwegs Aufträge per Funk mitgeteilt. Und das Image eines „Asphaltcowboy” oder „Stadtindianers auf Rädern“ weisen sie von sich. Man müsse eher aufpassen, von Autofahrern nicht übersehen zu werden. Mehr zum Kurierdienst gibt es unter: www.velokurier-kassel.de

Voraussetzungen für Velokuriere

- Die Kuriere des Velokurier Kassel arbeiten alle selbstständig. Eine Gewerbeanmeldung ist somit Pflicht. - Ausrüstung (Funk, Rucksack, Anhänger) wird von der Zentrale gestellt. Ein eigenes funktionstüchtiges Fahrrad ist nötig. - Um Probleme mit dem Ordnungsamt oder der Polizei zu vermeiden und somit die pünktliche Auslieferung einer Lieferung zu gefährden, sollten man sich eher unauffällig Verhalten, an die Verkehrsordnung halten und ein verkehrssicheres Fahrrad benutzen.

- Da in einem fünf Stunden Schichtsystem gearbeitet wird, ist es natürlich nötig, eine gewissen Grundkondition zu besitzen. Es kann durchaus vorkommen, dass man keinerlei Pausen zwischen den einzelnen Fahrten hat. - Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn man Lasten von bis zu 20kg im Rucksack transportieren kann.

- Eine deutliche Aussprache, ein gutes Gehör und gutes gesprochenes Deutsch sind wichtig um über Funk/Telefon mit der Zentrale und den Kunden zu kommunizieren.

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