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Ukraine-Krieg wirkt sich Autobranche aus: VW-Werk in Baunatal bislang kaum betroffen

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Von: Nadja Feldle

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Auch die Automobil-Branche ist vom Krieg in der Ukraine betroffen. Treffen die Auswirkungen auch das VW Werk in Baunatal?
Auch die Automobil-Branche ist vom Krieg in der Ukraine betroffen. Treffen die Auswirkungen auch das VW Werk in Baunatal? ©  Alexander Pöschko

Auch die Automobil-Branche ist vom Krieg in der Ukraine betroffen. Kabelbäume, die für die Produktion wichtig sind, können beispielsweise nicht geliefert werden. Treffen die Auswirkungen auch das VW Werk in Baunatal?

Baunatal. Müssen VW-Mitarbeiter*innen nun in Kurzarbeit, da Material aus der Ukraine fehlt? Und wie verhält es sich mit Material aus Russland - wird dies weiterhin noch eingekauft? Wir fragten beim Leiter der Kommunikation-Abteilung des Volkswagen Werks Kassel Heiko Hillwig nach und erhielten folgende Antwort:

„Der Volkswagen Konzern hat mit großer Bestürzung und Betroffenheit die Nachrichten über den Krieg in der Ukraine aufgenommen. Volkswagen hofft weiterhin auf eine Einstellung der Kampfhandlungen und eine Rückkehr zur Diplomatie. Wir sind überzeugt, dass eine nachhaltige Lösung des Konflikts nur auf Grundlage internationalen Rechts erfolgen kann.

Unmittelbar nach Ausbruch des Krieges hat der Vorstand des Konzerns einen Krisenstab eingerichtet, der fortlaufend die möglichen Auswirkungen des Krieges auf das Unternehmen ermittelt. Im Zuge der ersten Kriegshandlungen verschärfte sich auch die Lage unserer in der Ukraine ansässigen Zulieferer, was Lieferengpässe zufolge hat.

·          Die Produktion der Elektrofahrzeuge der Marke Volkswagen in Zwickau und Dresden ist bereits dies Woche vorübergehend eingestellt.

·          Die Produktion im Werk Wolfsburg läuft in dieser Woche weitgehend planmäßig. Einschränkungen erwarten wir ab der KW10 gestuft auf verschiedenen Produktionslinien, in der Kalenderwoche 11 werden wir in Wolfsburg nach jetzigem Stand nicht fertigen können.

·          Im Werk Emden befinden wir uns noch in der Ausplanung.

·          Bei Volkswagen Nutzfahrzeuge im Werk Hannover wird es voraussichtlich ebenfalls zu Produktionsanpassungen kommen.

·          Ebenso betroffen sind die Komponenten Werke. Aufgrund der marken– und regionsübergreifenden Lieferverpflichtungen ergibt sich ein differenziertes Bild, so dass die jeweiligen Fertigungsbereiche separat ausgeplant werden müssen.

·          Aktuell plant das Komponenten Werk Kassel seine Fahrweise für die kommenden zwei Wochen aus. Hintergrund dafür sind die unterschiedlichen Fahrweisen der Fahrzeugbauenden Werke.

·          Die Fahrweise im Konzernbereich After Sales, der ebenfalls seinen Sitz in Kassel hat, ist von der aktuellen Situation derzeit nicht betroffen.

Darüber hinaus sind weitere Produktionsanpassungen nicht auszuschließen. Unsere Taskforce arbeitet weiterhin bereichs- und markenübergreifend an Lösungen.“

Produktions- und Belieferungsstopp für Russland

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine und den daraus resultierenden Folgen, hat der Konzernvorstand von Volkswagen entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf weiteres einzustellen. Diese Entscheidung gilt für die russischen Produktionsstandorte Kaluga und Nischni Nowgorod.

Ebenfalls wird mit sofortiger Wirkung der Fahrzeugexport nach Russland gestoppt. Dasselbe gilt für die Belieferung des russischen Marktes mit Original Teilen durch den Konzernbereich After Sales. Das Komponenten Werk Kassel hat die Belieferung der grundsätzlich niedrigen Stückzahlen von Getrieben, Abgasanlagen und Karosseriebauteilen gestoppt. Vor dem Hintergrund der weltweiten Belieferung unserer Kunden in den Fahrzeugbauenden Werken beeinträchtigt dieser Lieferstopp das Werk Kassel kaum. Mit der weitgehenden Unterbrechung der Geschäftstätigkeit in Russland zieht der Konzernvorstand die Konsequenzen aus der von starker Unsicherheit und den aktuellen Verwerfungen geprägten Gesamtsituation.“

Da noch keiner weiß, wie es weiter geht, plant das VW Werk Baunatal erst einmal für die nächsten zwei Wochen. Dann wird die Lage erneut überprüft und gegebenenfalls einzelne Schließtage beschlossen. Kabelbäume, die aus der Ukraine stammen, sind zwar wichtig für VW, jedoch nicht im Werk in Nordhessen

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