Unbekannte sollen 18-Jährigen in Kasseler Schützenstraße mit Messer schwer verletzt haben

Am späten Mittwochabend wurde in einem Kasseler Krankenhaus ein 18-Jähriger mit Stichverletzungen vorstellig.

Aktualisiert am 22. Februar um 16.32 Uhr.

Nachdem am Mittwochabend ein 18-Jähriger mit schweren Stichverletzungen in einem Kasseler Krankenhaus vorstellig geworden war, brachten die wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts geführten Ermittlungen der Polizei einen schnellen Erfolg. Da sich der von dem Opfer geschilderte Sachverhalt nicht einwandfrei nachvollziehen ließ, erhöhten die Ermittler den Fahndungsdruck, insbesondere im persönlichen Umfeld des 18-Jährigen. Dabei ergaben sich deutliche Zweifel an dem bisher geschilderten Ablauf hinsichtlich eines möglichen Raubdelikts in der Schützenstraße.

Viel mehr bekamen die Ermittler konkrete Hinweise darauf, dass die Verletzungen des Mannes bei einem Streit mit einem Bekannten im Bereich der Kasseler Karlsaue entstanden sein sollen. An der benannten Stelle fanden sie am gestrigen Abend entsprechende Spuren, die diese Angaben bekräftigen. Der in den Verdacht geratene und in Kassel wohnende 19-jährige Mann aus Afghanistan konnte zwischenzeitlich festgenommen werden. Er befindet sich in Polizeigewahrsam und wird derzeit vernommen.

Wie sich am Mittwochabend im Krankenhaus herausstellte, waren diese Verletzungen nicht unerheblich und dem Mann allem Anschein nach von fremder Hand zugefügt worden. Lebensgefahr besteht für den 18-Jährigen nach letztem Kenntnisstand jedoch nicht. Die Ermittlungen haben die Beamten der Kasseler Kripo übernommen. Sie suchen nun nach Zeugen, die Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Vorfall, der sich in der Schützenstraße im Kasseler Stadtteil Wesertor ereignet haben soll, gemacht haben und weitere Hinweise zur Tat oder auf die mutmaßlichen Täter geben können. Auch die zur Tatzeit vom Opfer getragene Oberbekleidung wird aktuell noch gesucht.

Zwei Maskierte sollen Wertsachen gefordert haben

Wie der aus Afghanistan stammende und derzeit in Kassel wohnende 18-Jährige heute in seiner Vernehmung im Krankenhaus gegenüber den Ermittlern angab, hatte sich die Tat seiner Erinnerung nach zwischen 21 Uhr und 22 Uhr ereignet. Er sei aus Richtung Innenstadt mit einer Straßenbahn gekommen und an der Haltestelle "Katzensprung" ausgestiegen. Anschließend sei er zu Fuß auf dem rechten Gehweg der Schützenstraße in Richtung Hafenbrücke gegangen. Einige Meter nach der Fußgängerampel auf Höhe der Wimmelstraße, seien ihm im Bereich einer größeren Werbetafel zwei maskierte Männer entgegengekommen und hätten die Herausgabe seiner Wertsachen gefordert. Als er dies verweigerte, habe einer der Männer ihn festgehalten und der andere ihn mit dem Messer im Bereich des Oberkörpers verletzt. Danach sollen die Täter in Richtung Hafenbrücke weggerannt sein.

Kleidung des Opfers wird gesucht

Wie der 18-Jährige den Ermittlern weiterhin schilderte, habe er danach einen Freund verständigt, der ihm frische Kleidung brachte. Die durch das Messer beschädigte Jacke und den Pulli habe er im Bereich des Tatorts ausgezogen und dort weggeworfen. Beides soll deutlich sichtbare Blutspuren aufweisen. Die besagte Oberbekleidung, eine dunkle Jacke und ein dunkelbrauner Pullover, konnte dort durch die Polizei bislang nicht aufgefunden werden.

Vage Täterbeschreibung

Zu den beiden unbekannten Tätern liegt derzeit nur eine vage Beschreibung vor. Sie sollen nach Einschätzung des Opfers Deutsch ohne für ihn erkennbaren Akzent gesprochen haben. Beide sollen eine normale, sportliche Statur haben und augenscheinlich keine älteren Männer gewesen sein. Ihr Gesicht sollen beide Täter mit einer schwarzen Maskierung mit Sehschlitzen verdeckt gehabt haben.

Die Ermittler bitten Zeugen, die Beobachtungen im Zusammenhang mit der Tat in der Schützenstraße gemacht haben oder Hinweise auf die beiden unbekannten Täter sowie den Verbleib der Oberbekleidung des Opfers geben können, sich unter Tel. 0561 - 9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.

Rubriklistenbild: © dpa

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