Ungewöhnliche Polizeieinsätze: Drei kuriose Einbrüche in Kassel und Baunatal

Gleich drei Mal in einer Nacht sind Beamte zu möglichen Einbrüchen ausgerückt, die alle eine kuriose Wende nahmen und sich glücklicherweise als harmlos darstellten.

Kassel.  Zuletzt waren die Beamten gegen 1 Uhr in den frühen Dienstagmorgenstunden im Königstor eingesetzt. Eine Anwohnerin meldete aus einem Friseurgeschäft ein verdächtiges Klingeln. Ob ein Rauchwarnmelder oder möglicherweise eine Alarmanlage war noch unklar. Die Beamten des Polizeireviers Mitte rückten aus und überprüften das gemeldete Objekt. Die Türen waren ordnungsgemäß verschlossen, Einbruchsspuren Fehlanzeige. Ein Wecker oder ähnliches, so das Ermittlungsergebnis der Beamten, hatte im Friseurgeschäft geklingelt und somit den Polizeieinsatz ausgelöst. Da das Klingeln von alleine verstummte, war ein weiteres Einschreiten nicht nötig.

Einschreiten ja, Konsequenzen nein: So der erste Einsatz für die Beamten des Polizeireviers Süd-West zum Beginn ihrer Nachtschicht. Eine Anruferin informierte gegen kurz vor 19 Uhr über den Notruf 110 die Leitstelle des Polizeipräsidiums Nordhessen über Geräusche aus einer Schule im Baunataler Stadtteil Großenritte. Sie vermutete Jugendliche, die möglicherweise eingestiegen sind und nun ihr Unwesen treiben. Die Pausenglocke und die Lautsprecher ertönten immer wieder aus der eigentlich geschlossenen Schule. Eine Funkstreife rückte aus, um nach dem Rechten zu sehen. In der Schule trafen sie auf eine überraschte Reinemachefrau, die schnell für Aufklärung sorgte. Sie hatte Besuch vom Enkelchen bekommen, der sich kurz in einem Büro aufhielt und dort die vielen interessante Knöpfe der Hausanlage entdeckte und ausprobierte.

Kurz darauf beauftragte die Leitstelle Beamte des Kasseler Innenstadtreviers in die des Präsidiums benachbarte Ottostraße zu fahren. Dort habe ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses angerufen, der einen Einbruch in eine dortige Wohnung wähnte. Die Tür stehe offen, er habe auch schon hineingerufen und es sähe alles durchwühlt aus, so der Mitteiler des möglichen Einbruchs. Da sich niemand meldete, bat er um eine Polizeistreife, die der Sache auf den Grund geht. Wegen des Einbruchsverdachts machte sich gleich eine Streife des Kriminaldauerdienstes der Kasseler Kripo auf den Weg in die Ottostraße. Vor dem vermeintlichen Tatort die Ernüchterung. Die Betroffene empfing die Zivilbeamten und berichtete kühl, dass die Kinder einfach vergessen haben, die Tür richtig zuzuziehen. Zu dem Verdacht, dass Täter möglichweise die Wohnung durchwühlt haben, entgegnete die Mutter, dass die Wohnung immer so aussähe. Etwas schmunzelnd, aber auch erfreut über den glimpflichen Ausgang, rückten die Beamten wieder ab.

In keinem der Fälle haben die Betroffenen mit Kosten zu rechnen, da die Anrufer nach besten Wissen und Gewissen handelten und keiner zumindest grob fahrlässig eine Falschmeldung abgegeben hatte. Die Polizei rät ohnehin: Im Zweifel lieber einmal mehr informieren, als zu wenig.

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