Universität Kassel: Sommersemester startet erstmals digital

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Menschenleerer Campus: Auf dem Universitätsgelände am Holländischen Platz eilen derzeit keine Studierenden zu Lehrveranstaltungen. Seit Semesterbeginn am 20. April können sie ihre Vorlesungen als Aufzeichnung im Internet anschauen.

Mit zahlreichen Kommilitonen hätten sie wieder Seminare besucht oder Vorlesungen in den Hörsälen verfolgt – Das Sommersemester startet für die derzeit rund 23.300 Studierenden an der Universität Kassel jedoch nicht wie gewohnt, sondern in digitaler Form.

Kassel. Wie viele andere Hochschulen hat ebenso die Universität Kassel ihren Betrieb aufgrund der Corona-Pandemie umstellen müssen und bietet den Studierenden seit 20. April an, die jeweiligen Lehrveranstaltungen online wahrzunehmen. Um die dazu notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, mussten mehrere Tausend Lizenzen für Video-Contentmanagementsysteme angeschafft werden.

„Die Hochschulleitung hat sich in ihrem Krisenstab früh mit der Notwendigkeit digitaler Angebote beschäftigt. Die Universität war daher schon relativ weit, als die politischen Entscheidungen getroffen wurden, dieses Sommersemester weitgehend digital zu gestalten“, sagt Pressesprecher Sebastian Mense. Auf den erstmalig digital erfolgenden Semesterbeginn haben sich die Dozentinnen und Dozenten intensiv vorbereitet, selbst digitale Lehrformen entwickelt und wurden dabei vom universitätseigenen ‚Service Center Lehre‘ unterstützt.

Wie Hochschulunterricht trotz Corona-Krise aussehen kann, beschreibt die Universität Kassel in einer Pressemitteilung anhand des ersten virtuellen Chorleiter-Seminars am Institut für Musik. Am Anfang seines fünftägigen Seminars hat Andreas Cessak, Leiter des Hochschulchores, beispielsweise nicht wie sonst üblich mit allen Teilnehmenden gemeinsam gearbeitet, sondern individuelle Telefon- und Videotermine durchgeführt. So konnten die Studierenden lernen, mit sich selbst zu musizieren und das Ganze in nachfolgenden Online-Sitzungen vorzuführen. Auch eine Prüfung erfolgt am Ende dieses Seminars – und zwar per Videokonferenz.

„Während mündliche Prüfungen in dieser Situation grundsätzlich auch per Videokonferenz möglich sind, empfiehlt sich für viele der Lehrformate hingegen eine Aufzeichnung anstelle eines Live Streams“, erläutert Sebastian Mense und begründet: „Studierende können bestimmte Passagen dann mehrmals anschauen und Netzunterbrechungen sind weniger problematisch. In vielen Seminaren kommt es aber auf das Diskutieren an und es braucht dafür Videokonferenzschaltungen“.

In Bezug auf die Frage, wie viel Prozent der Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2020 digital angeboten werden, konnte Mense noch keine konkreten Angaben machen. Ziel der Universität Kassel sei es aber, möglichst viele Lehrveranstaltungen sowie gute Rahmenbedingungen anzubieten. Sämtliche Informationen zum neuen Vorgehen während des digitalen Semesters erhalten die Studierenden weiterhin über die interne Plattform ‚Moodle‘, die bereits seit einigen Jahren zur Organisation des Studiums eingesetzt wird. „Essentielle Informationen erhalten alle Studierenden zudem per E-Mail, sie sind auch über eine zentrale Website der Universität abrufbar. Individuelle Beratung findet zwar derzeit nicht vor Ort, aber per E-Mail und Telefon statt“, erklärt Sebastian Mense.

Ebenfalls wurde das digitale Angebot der Universitätsbibliothek erweitert, die mit dem Semesterstart unter strengen Auflagen auch wieder Bücher an Studierende ausleiht. Während das Ende dieser digitalen Vorlesungszeit an der Universität Kassel nun flexibel nach hinten geschoben wird, werde das kommende Wintersemester voraussichtlich erst Anfang November beginnen. Genaueres legt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst aber noch fest.

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