Unterm Schottenrock ist gar nichts...

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In seinem Briefwechsel widmet sich Chefredakteur Rainer Hahne den Schotten, die sich gegen eine Unabhängigkeit von England entschieden haben.

...da ist nichts und da war nichts. Darüber hängt ein großer Sack mit Pfeifen...”Liebe Schottinnen und Schotten,in diesen Tagen hängt ein tiefes, unruhiges Summen und Brummen über Euren Friedhöfen. Überall in den Gräbern rotieren Eure Helden, die in den vergangenen Jahrhunderten als Highlander gegen die Engländer gekämpft und in rauen Mengen auf den Hochebenen Schottlands ihr Leben für die Freiheit gelassen haben.

Ihr, liebe Schottinnen und Schotten, hattet jetzt die einmalige Gelegenheit, nicht mit Waffengewalt, sondern mit Kugelschreiber und Bleistift Eure Freiheit herbei zu führen. Ihr habt Euch dagegen entschieden. Sozialhilfe, Rente, Pfund waren Euch wichtiger als die Trennung von den Engländern. Wie gesagt, Eure Vorfahren drehen sich im Grab um.Den "Highlander” werde ich mir demnächst nur noch mit gemischten Gefühlen anschauen. Von Büchern, die schottische Heldentaten für die Ewigkeit konserviert haben, ganz zu schweigen. Die werden genauso zu Ladenhütern wie brasilianische Fußballer seit dem Debakel gegen Deutschland.Überall in Europa haben Minderheiten gebannt auf Euren (Helden-)Wahlkampf geschaut.  Überall hat man gehofft, mit Euch als Vorbild in einen Kampf zu ziehen, der auch den Kleinen in Europa mehr Rechte bringt. Vergeblich.Ihr habt Euch für mehr Sicherheit entschieden, habt Euch von der "Royal Bank of Scotland”  unter Druck setzen lassen, die mit den Rückzug nach London gedroht hatten.

Dabei wären die die ersten gewesen, die zurück gekommen wären, wenn die Ölmilliarden nur noch nach Schottland geflossen wären. Europas Beamte in Brüssel  können sich freuen. Je kleinteiliger Europa geworden wäre, desto schwerer hätten sie es gehabt. Jeder neue Bereich macht neue Arbeit.  Keine Hoffnung also  für  Basken, Bretonen, Westfalen, Bayern und  Nordhessen, sich mehr Rechte zu erkämpfen. Oder doch?

Die Engländer haben schließlich schwer gezittert und in den letzten Zuckungen Eures Freiheitskampfes mit immer neuen Rechten gewedelt. Die Queen hat sich das schottische Baumstammweitwerfen angeschaut.Vielleicht sollten wir Nordhessen also auch mal renitent werden. Eine Zeit lang lief es ja ganz gut mit Wiesbaden. Jetzt machen sich die Minister wieder rar im hohen Norden. Und wenn sie kommen, dann mit leeren Taschen. Dabei ist das zarte Pflänzchen Aufschwung gerade erst ein paar Jahre alt. Allein stehen kann es noch nicht.  Wir sollten also für unsere Rechte kämpfen. Oder?

Mit schottischen GrüßenRainer HahneChefredakteurP.s. Vielleicht würden wir es mit ein bisschen Theater sogar schaffen, dass der Südhessische Rundfunk sich mal mehr um Nordhessen kümmert. Aber noch sind die Freundschaftsspiele von Darmstadt II und Offenbach II  interessanter als das Regionalliga-Nordhessenderby.

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