Unüberlegt oder mit Absicht? Baustellen-Plakat von Kassel Marketing umstritten

Finden viele Leute geschmacklos: Das neue Plakat "Baustelle Innenstadt" von Kassel Marketing

Ein Mann, der einer Dame im Minirock nachschaut - nicht das einzige Detail, das vielen missfällt: Das neue Baustellenplakat von Kassel Marketing sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff.  17

Kassel. Ob es in Zeiten der #MeToo-Debatte für Kassel Marketing so glücklich ist, ein Baustellenplakat für die Baustelle Königsstraße zu präsentieren, auf dem unter anderem eine Frau im Minikleid zu sehen ist, die von einem Bauarbeiter angestarrt wird (man könnte da auch hineininterpretieren, dass er ihr gerade nachpfeift und auf Po und Beine schaut), fragten sich vor kurzem einige Besucher bei der Präsentation in der Stadthalle.

Man darf also gespannt sein, wie die Passanten reagieren, wenn sie an dem Schild in der Stadt vorbeilaufen. Für mich ist das Plakat völlig daneben und erfüllt sämtliche Klischees. Da hat sich Kassel Marketing nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Was haben sich die Macher wohl dabei gedacht, ein Kind zu zeichnen unter dessen Rock sich ein Hund schubbert und das gleichzeitig von einem breiten Bauarbeiter mit großer Axt angesprochen wird? So ein Plakat lockt doch zu allem – aber nicht dafür, dass man während der Bauarbeiten in die Innenstadt gehen sollte. Was soll es einem vermitteln? Dass während der Bauzeit dort auf Frauen und Kinder nur gierige Männer warten?

Ihre Meinung ist gefragt: Mails gerne an schaumloeffel@ks.extratip.de

Zum Thema erreichte uns folgender Leserbrief:

Dümmer geht es nun wirklich nicht: In Zeiten ,in denen die Medien nahezu täglich von Vergewaltigungen und Kindesmisshandlung berichten, entwirft Kassel Marketing ein Baustellenplakat,das nicht mehr in unsere Zeit passt. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, Menschen zu zeigen,die Einkaufstüten tragen oder flanierend durch die Königsstrasse schlendern? Den Machern dieses Baustellenplakates kann man wirklich nur bescheinigen, dass diese in Zeiten leben, in denen die Welt noch in Ordnung war. In einer Zeit sexueller Übergriffe ist hier ein Plakat entstanden, bei dessen Konzipierung ganz einfach der Verstand ausgeschaltet wurde. Karl Wetzel Calden Mit freundlichen Grüßen Karl Wetzel

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