Unverpackt einkaufen: Nachfüllbar zieht in Wilhelmshöher Allee 178

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Mit Klebeband sind bereits die Stellen markiert, an denen insgesamt 60 Lebensmittelspender aus Glas an der Wand hängen werden.

Samira Waldeck und Franziska Werner wollen in Kassel wieder einen Laden etablieren, in dem Kunden sich die Lebensmittel selbst abfüllen können. Ihre 'Nachfüllbar' soll Mitte März in der Wilhelmshöher Allee 178 eröffnen.

Kassel. 31.320 Euro haben Samira Waldeck und Franziska Werner durch ihre fünfwöchige Crowdfunding-Aktion von 537 Spendenden erhalten. Damit sind für die Gründung ihres neuen Unverpacktladens ‚Nachfüllbar‘ 1.320 Euro mehr zusammengekommen, als die beiden Kasselerinnen angesetzt hatten. „Wir freuen uns total, dass wir das Fundingziel erreicht haben. Das hat uns gezeigt, wie viel Unterstützung wir hier in Kassel für den Laden bekommen und wie sehr ihn sich viele wünschen“, sagt Samira.

Weitergeführt wird die Zahlenreihe vom Anfang nun mit einer 90. So viele Quadratmeter umfassen die Räumlichkeiten an der Wilhelmshöher Allee 178, in denen ab Mitte März die ‚Nachfüllbar‘ eröffnen soll. „Angeguckt haben wir den Standort Ende November und nur eine Nacht darüber geschlafen, ob wir hier unser Geschäft einrichten möchten“, erzählt Samira. Dabei betont die 28-Jährige: „Wir haben sofort gefühlt, dass das der richtige Laden für uns ist.“

Wird ab Mitte März mit Franziska Werner Kassels zweiten Unverpacktladen ‚Nachfüllbar‘ eröffnen: Samira Waldeck.

Die hellen Räumlichkeiten mit den hohen Decken wurden den Nachfüllbar-Gründerinnen von Freunden empfohlen und entsprachen auf Anhieb den genauen Vorstellungen von Franziska und Samira. Außerdem ist das künftige Geschäft im Vorderen Westen für Kunden gut zu erreichen. Die Straßenbahnhaltestelle ‚Berlepschstraße‘ befindet sich direkt vor der Haustür. In puncto Einrichtung wird auf skandinavisches Flair gesetzt. So wird das Interieur von hellem Holz, flächigem weiß-schwarzen Metall und einem schwarzen Holztresen mit Kassenbereich bestimmt. „Geplant ist eine moderne, warme Gestaltung. Es soll aber nicht bunt bei uns werden, weil die Lebensmittel im Vordergrund stehen“, erklärt Samira.

Mit Klebeband markiert sind bereits die Stellen, an denen insgesamt 60 Lebensmittelspender aus Glas an der Wand hängen werden. Sechs bis acht Wochen wird es dauern, bis diese Spender eintreffen, die Samira und Franziska mit Reis, Linsen, Erbsen, Kaffeebohnen und Hirse füllen wollen. Die große Auswahl an Grundnahrungsmitteln können sich Kunden dann in mitgebrachte Gefäße abfüllen. Im Laden werden außerdem mehrere Tische mit Lebensmitteleinsätzen für unhandlichere Waren aufgestellt. „Da kommen beispielsweise Spaghetti rein, die eignen sich ja schlecht zum Abfüllen aus Spendern“, sagt Samira.

Werden Non-Food-Artikel wie Brotdosen, Flaschen, Deodorant, Zahnbürsten aus Bambus und Zahnseide ihren Platz direkt rechts vom Eingang finden, bildet das Kernstück des Ladens die eigene Nussmus-Maschine. Mit dieser können vor Ort Aufstriche aus Nüssen selbst hergestellt werden. Eine Getreidemühle zum Sofortmahlen für Mehl, sowie eine weitere für Kaffee komplettieren die Ladenausstattung für die abfüllbaren Nahrungsmittel. Darüber hinaus können Kunden von einer Reinigungstankstelle verschiedene Putzmittel beziehen. Die Regale und die Theke lassen Samira und Franziska noch von Unterstützern bauen, vier Stühle sind aber schon in den Laden eingezogen. Die haben die beiden Köchinnen auf Ebay Kleinanzeigen gefunden.

„Wir holen die Möbel so weit es geht second hand. Das ist einfach nachhaltiger“, erzählt Samira. Erstanden wurden auch schon zwei Holzböcke, die zu einem großen Tisch werden. Der wird von Samira als ‚Community-Tisch‘ bezeichnet, soll vor einer gemütlichen Fenstersitzbank stehen und den Gästen einen geselligen Austausch ermöglichen. „Dort können Leute sitzen, die uns erst einmal kennenlernen wollen, Kaffee oder Tee trinken oder einfach mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen möchten“, sagt sie.

Geöffnet haben soll die ‚Nachfüllbar‘ montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr. Samira und Franziska überlegen außerdem mittwochs oder donnerstags die Öffnungszeiten bis 20 Uhr auszudehnen, damit ihre Kunden länger unverpackt einkaufen können.

In der Wilhelmshöher Allee 178 wollen Samira Waldeck und Franziska Werner nach dem Aus der Butterblume einen neuen Unverpacktladen in Kassel eröffnen.

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