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Vater der Luftrettung: Hans-Werner Feder erhält Goldene Ehrennadel

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Langjähriges Engagement: Oberbürgermeister Christian Geselle zeichnete Hans-Werner Feder mit der Goldenen Ehrennadel aus.
Langjähriges Engagement: Oberbürgermeister Christian Geselle zeichnete Hans-Werner Feder mit der Goldenen Ehrennadel aus. © Stadt Kassel / Bernd Schoelzchen

Hans-Werner Feder war maßgeblich am Aufbau des Notarztwagensystems beteiligt und gab richtungsweisende Impulse für Notfalleinsätze per Hubschrauber. Dafür wurde er nun mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Kassel Hans-Werner Feder hat bundesweit richtungsweisende Impulse für Notfalleinsätze per Hubschrauber gegeben. Zusätzlich war er in Kassel maßgeblich am Aufbau des Notarztwagensystems beteiligt. Dafür hat ihn nun Oberbürgermeister Christian Geselle mit der städtischen Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. „Dass wir – nicht nur in Kassel – heute so gut aufgestellt sind in unserer Notfallversorgung, ist insbesondere auch Ihnen zu verdanken“, sagte Geselle am Donnerstag bei der Feierstunde im Rathaus.

Ende der 60er-Jahre war die Zahl der Verkehrstoten und –verletzten in Deutschland um ein Vielfaches höher als heute. Damals habe es noch kein Notarztsystem gegeben. Hausärzte seien noch mit ihrem privaten Pkw zu Unfällen auf der Autobahn gefahren. Unter diesem Eindruck habe der damals junge Hausarzt aus eigener Initiative für einige Wochen einen Hubschrauber gechartert, um schneller zu Notfalleinsätzen zu kommen. Innerhalb von sieben Wochen flog er von Anspach im Taunus aus 52 Einsätze.

Sein Bericht fand unter anderem beim ADAC große Beachtung. Ab 1970 wurden in der Bundesrepublik Hubschrauber für die Rettung von Menschenleben eingesetzt, zunächst in München, dann in Frankfurt und 1974 auch in Kassel. Die Tatsache, dass Deutschland heute über das beste Hubschrauberrettungssystem der Welt verfüge und die Menschen in Kassel und der Region in der Not auf den Rettungshubschrauber „Christoph 7“ zählen können, gehe maßgeblich auf Hans-Werner Feder als den „Vater der Luftrettung“ zurück, betonte der Oberbürgermeister. Heute fliege „Christoph 7“ jährlich rund 1200 Rettungseinsätze.

Weil Feder 1968 nach Kassel umzog und hier eine Praxis eröffnete, sei aber auch der Rettungsdienst am Boden in Kassel besonders gut aufgestellt, ergänzte der Oberbürgermeister. Feder habe sich beim Aufbau des Notarztwagendienstes in besonderer Weise engagiert. Innerhalb von drei Jahren habe er rund 800 Einsätze als Notarzt absolviert.

Seine Verdienste „im Namen der Menschlichkeit“ hätten viele Auszeichnungen nach sich gezogen, darunter als höchste das Bundesverdienstkreuz am Bande. Und nicht nur das: Seit 2021 vergibt die Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin sogar einen nach ihm benannten Stiftungspreis, der innovative Ideen und Projekte zur positiven Veränderung der Notfallmedizin fördert.

„Für Ihr langjähriges Engagement zum Aufbau des Flugrettungsdienstes sowie dem Aufbau des Notarztwagendienstes in Kassel und als Zeichen der Dankbarkeit der Stadt Kassel zeichne ich Sie heute mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt aus“, schloss der Oberbürgermeister seine Laudatio.

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