Verbotsschild wirft Frage auf: Wohin mit dem Müll in der Kölnischen Straße?

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Gleich zwei Schilder wurden an der Kölnischen Straße aufgestellt, um die Anwohner an der Ablagerung Gelber Säcke zu hindern – ohne Erfolg.

Ein Verbotsschild an der Kölnischen Straße sorgt momentan für Wirbel. Doch wo soll der Müll sonst abgeladen werden und hilft das Verbotsschild?

Kassel. „Ablagerung von Abfällen aller Art untersagt!“ steht auf einem Schild, das vergangenen Monat an der Kölnischen Straße aufgestellt wurde. „Zuwiderhandlungen werden als Straftat oder als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro verfolgt“, heißt es darauf weiterhin.

Gemeint ist die Ablagerung von Gelben Säcken, die Anwohner neben zwei Altpapiercontainern an der Kölnischen Straße ablegen, bis sie von den Stadtreinigern im Zweiwochentakt abgeholt werden. „Die Idee, an dieser Stelle ein Hinweisschild aufzustellen, kam während einer Ortsbeiratssitzung, nachdem aufgefallen war, dass dort vermehrt frühzeitig die gelben Säcke abgelegt wurden. Das führt optisch und vor allem wenn der Wind den Müll verteilt zu keinem schönen Stadtbild“, so Christof Stefaniak, Ortsvorsteher Kassel-Mitte.

Doch was ändert dieses Verbotsschild tatsächlich? Wie werden Zuwiderhandlungen verfolgt? Und vor allem: Welche Alternativen haben Anwohner, ihre Gelben Säcke bis zur Abholung zu lagern? Bisher zeigt das Schild wenig Wirkung. Immer wieder stapeln sich die Säcke daneben, davor und dahinter. Von einer Verbesserung des Stadtbildes kann hier keine Rede sein.

„Die Personen, welche an der Stelle zu früh Gelbe Säcke ablegen, können nur ausfindig gemacht werden, indem Anwohner, die ein zu frühes Ablegen beobachten können, diejenigen darauf ansprechen oder bei unverändertem Verhalten diese bzw. ihre Vermieter melden. Überwachungsmaßnahmen gibt es keine“, so Stefaniak weiter. Auch die Kasseler Stadtreiniger erhoffen sich, die Anwohner durch die Aufstellung des Schildes auf ihr eigenes Fehlverhalten aufmerksam zu machen: „Entscheidend ist das Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen für ein positives Erscheinungsbild des Wohnumfeldes. Hier sollte sich jeder angesprochen fühlen und seinen Gelben Sack erst am Tag der Abholung herausstellen“, teilt Pressesprecherin Birgit Knebel mit. Doch wohin mit dem ganzen Plastikmüll? „Als Maßnahme zur Mülllagerung stehen den Anwohnern die gelben Tonnen der Stadtreiniger, vergleichbar mit den normalen Hausmülltonnen, zur Verfügung. Dies kann nur von ihnen bzw. ihren Vermietern beantragt werden“, erklärt Christof Stefaniak. Laut Stadtreiniger würden diese Bereitstellungstonnen bereits von vielen Wohnungsbaugesellschaften und Privathaushalten in Kassel genutzt.

Ob diese jedoch ausreichen, um den Plastikmüll von zwei Wochen zu lagern, bleibt fraglich. Um die Umwelt weiterhin zu schonen und den Wertstoff fachgerecht recyceln zu können, sei die Mülltrennung in Kassel jedoch weiterhin notwendig, betont Stefaniak. „Es wäre sinnvoller sich beim Konsum bewusster zu verhalten und weniger auf Kunststoffbasierte Produkte und Behälter zurückzugreifen, dann sind auch weniger Gelbe Säcke notwendig.“

Inwiefern dies die Müll-Lagerung an Straßen wie der Kölnischen Straße reduziert, bleibt jedoch abzuwarten. Ein Verbotsschild reicht vermutlich auch in Zukunft nicht aus.

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