Vergewaltigung im Kinderzimmer? 16-Jähriger soll zwei Mädchen in Kassel bedrängt haben

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Sind von den Erlebnissen mit einem 16-Jährigen traumatisiert: Die beiden Freundinnen Anna F. und Hanna K.

Gleich bei zwei minderjährigen Mädchen aus Kassel soll ein 16-Jähriger übergriffig geworden sein – einmal in Form der Nötigung, einmal als Vergewaltigung, so der Vorwurf. Die Polizei bestätigt, das entsprechende Anzeigen vorliegen.

Kassel. Was Anna F.* und Maren K.* vor Kurzem erleben mussten, beschäftigt nun auch die Kasseler Polizei –­ der ehemalige Freund von Anna steht unter Verdacht, sie vergewaltigt und ihre Freundin Maren sexuell belästigt zu haben. Die beiden kennen den 16-Jährigen durch eine gemeinsame Freundin, die ihn in der Freizeit öfter zu den Mädchen mit nach Hause gebracht habe. „Er hat mich zwischen den Beinen und am Po angefasst, das wollte ich nicht. Einmal nach der Schule hat er mich in der Straßenbahn sehr bedrängt und einfach geküsst“, erzählt Maren. Auch das wollte die 14-Jährige nicht. Dass Maren sämtliche Annäherungsversuche des Jungen abgelehnt habe, beteuert ihre Mutter.

„Wir mussten sie zuhause erst einmal beruhigen nach diesem Straßenbahnvorfall. Sie war aufgelöst und ich habe dem Jungen telefonisch untersagt, wieder in unsere Wohnung zu kommen“, sagt Marens Mutter.

Schon eine Woche später habe der 16-Jährige dann angefangen, sich mit Marens Freundin Anna zu treffen. „Er kam mir von Anfang an komisch vor. Wir haben gehört, dass er schon mit sehr vielen jungen Mädchen zusammen war und ich habe ihm deshalb gesagt, dass er sich meiner Tochter auf gar keinen Fall sexuell nähern darf“, sagt Annas Vater. Der 16-Jährige habe erwidert, dass er sich an die Regeln hält. Nach wenigen Tagen hat er sein Versprechen anscheinend vergessen: „Er hat die Tür von meinem Zimmer geschlossen, obwohl ich das nicht wollte. Er hat mich zum Oralsex gezwungen, mir dann die Hose runtergerissen und hat mich vergewaltigt“, erläutert die ebenfalls 14-jährige Anna. Ihren Eltern von diesem Vorfall zu erzählen, hatte sich das traumatisierte Mädchen zunächst nicht getraut, aber ihr misstrauischer Vater ließ nicht locker. „Sie hat viel geweint und uns schließlich erzählt, was passiert ist. Wir sind direkt zu der Familie des Jungen gefahren und haben dessen Vater mit den Anschuldigungen konfrontiert“, erzählt der 40-jährige Familienvater. Er habe nach dem Gespräch noch vor Ort die Polizei verständigt und eine Anzeige wegen Vergewaltigung gegen den 16-Jährigen erstattet.

Auch Maren K. steht nach eigenen Angaben längst in Kontakt mit der Polizei und möchte Anzeige erstatten. Gegenüber den Eltern der beiden Mädchen habe der 16-Jährige sämtliche Vorwürfe abgestritten.

Auf EXTRA TIP-Anfrage bestätigte die Kasseler Polizei, dass gegen den 16-Jährigen Anzeigen wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung vorliegen. „Die Kollegen haben intensive Ermittlungen in dieser Sache gestartet. Diese müssen nun klären, was überhaupt vorgefallen ist“, erläutert Polizeisprecher Matthias Mänz die weiteren Schritt der Polizei. „Der Junge behauptet, dass Anna alles freiwillig mit ihm gemacht hätte und hat inzwischen sogar mehrfach versucht, unsere Tochter über soziale Netzwerke zu kontaktieren“, erzählt Annas Stiefmutter erschüttert. Eine schwere Zeit für das Mädchen und ihre Eltern. Und eine große psychische Belastung seien schon die Untersuchung im Krankenhaus, Schwangerschafts- sowie Aidstest gewesen. „Ich hoffe, dass der Junge eine gerechte Strafe für seine Vergehen bekommt und dass sich noch andere Mädchen trauen, ihn anzuzeigen. Wir haben bereits erfahren, dass sechs weitere Mädchen aus der Umgebung ähnliche Vorkommnisse mit dem 16-Jährigen beklagen“, berichtet Annas Vater erbost.

* Um die Opfer zu schützen, wurden ihre Namen verändert. Für den Tatverdächtigen gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung, so dass auch seine Identität nicht preis gegeben wird.

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