Wer vergiftete Daisy in Wilhelmshöhe? Dackel-Mix musste nach Not-Op eingeschläfert werden

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Vermuten, dass der Giftköder im Gebüsch in der Kirchditmolder Straße ausgelegt war: Gundolf und Carmen Korell.

„Sie war so ein Sonnenschein. Wir vermissen unsere Daisy jeden Tag“, erzählt Carmen Korell ergriffen. Ihre Hündin musste vor zwei Wochen eingeschläfert werden, weil ein Tierhasser sie vergiftet hatte!

Kassel. „Wir waren wie jeden Morgen auf dem Weg zur Tiefgarage in der Kirchditmolder Straße. Sie lief über das Grundstück, wo wir mehrere Wohnungen haben, kam aber wie üblich zurück zu mir. Nach kurzer Zeit waren wir wieder zuhause, sie war unruhig und ich dachte anfangs, es läge am starken Wind draußen.“ Doch die vor elf Jahren aus Ungarn gerettete Hündin verhält sich untypisch, so dass Carmen Korell und ihr Mann Gundolf beschließen, besser zum Tierarzt zu fahren. Der erste Tierarzt weist sie ab, doch beide Kasseler machen sich Sorgen, Daisy röchelt immer schlimmer und ihr Zustand verschlechtert sich rapide. So suchen sie einen weiteren Veterinärmediziner auf.

Hier war Dackel-Mix Daisy schon von ihren Leiden erlöst. Am Bauch sieht man noch die Narbe der Not-Operation.

„Die Symptome deuteten auf eine Vergiftung hin, daher war die erste Vermutung, dass Daisy am Tag zuvor Rattengift aufgenommen haben könnte. Das konnten wir jedoch ausschließen. Es muss an diesem Tag passiert sein“, berichtet die Hundebesitzerin. Es folgte eine Not-Operation, bei der der Hündin Fleischstücke aus dem Magen entfernt werden. „Laut Aussage des Tierarztes waren diese wohl mit Strychnin (ein nicht frei verkäufliches Rattengift) versetzt und das Gift hatte innerhalb der kurzen Zeit von vielleicht zwei Stunden die Organe schon zu sehr geschädigt. Wir konnten Daisy nur noch erlösen lassen“, so die 59-Jährige. Jetzt fragt sich die Familie, wer so etwas machen kann. „Die Fleischstücke können nur um die Tiefgarage herum ausgelegt worden sein. Auf der Wiese spielen auch Kinder. Nicht auszudenken, was noch hätte passieren können.“ Die Korells suchen die umliegende Wiese ab, finden jedoch keine weiteren Köder.

„Wir sind anschließend zur Polizei gegangen und haben Anzeige erstattet. Die Fleischstücke aus dem Magen von Daisy wurden als Beweis eingefroren. Wer auch immer das getan hat, soll zur Rechenschaft gezogen werden“, hoffen Carmen und Gundolf Korell. Auch der Polizei ist der Fall bekannt und sie rät, dass Tierbesitzer, die den Verdacht haben, ihr Haustier sei durch einen Giftköder oder ähnliches zu Schaden gekommen, dies zur Anzeige wegen eines Verstoßes gegen § 17 Tierschutzgesetz bringen sollten.

EXTRA INFO: Für den Ernstfall

Wenn Sie den Verdacht hegen, dass Ihr Hund Giftköder gefressen hat, handeln Sie umgehend. Die ersten Symptome wie Unruhe, übermäßiges Hecheln und blasse Schleimhäute können binnen kürzester Zeit auftreten. Informieren Sie Ihren Tierarzt und machen Sie sich auf den Weg dorthin. Sollten Sie den Giftköder gefunden haben, packen Sie ihn vorsichtig (Handschuhe tragen) ein und nehmen ihn als Beweis mit. Stellen Sie Strafanzeige bei der Polizei.

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