Verkehrsunfallstatistik 2017: Tödliche Unfälle auf historischem Tief

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Polizeipräsident Konrad Stelzenbach stellt die Verkehrsunfallstatistik 2017 vor.

Die Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Nordhessen zeigen sich zwar mehr Verkehrsunfälle, jedoch weniger Verkehrstote.

Kassel.  "Obwohl die Anzahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle nochmals gestiegen ist, gab es, entgegen dieses Trends, weniger Verkehrstote in Nordhessen. Bei 34 Unfällen mit tödlich verletzten Personen verloren 38 Menschen ihr Leben. Jedes Unfallopfer ist eines zu viel und hinter jeder verletzten oder gar getöteten Person stehen auch menschliche Schicksale", so der Polizeipräsident Konrad Stelzenbach bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2017.

"Daher ist es unser Ansporn, die strategische Zusammenarbeit mit den Kommunen, den Landesbehörden und den Trägern der Verkehrssicherheitsarbeit intensiv fortzusetzen. Die Reduzierung der schweren Unfallfolgen ist ein Kernauftrag der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit", ergänzt Konrad Stelzenbach.

Mehr polizeiliche Unfallaufnahmen

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Nordhessen sind 2017 insgesamt 21.767 Verkehrsunfälle und damit 1.219 mehr als im Vorjahr polizeilich aufgenommen worden. Dabei erlitten 857 Verkehrsteilnehmer schwere Verletzungen und 3.066 Menschen verletzten sich leicht.

Die Verkehrsunfallfluchten nahmen nochmals um 348 auf 5.588 Fälle zu und machen damit rund ein Viertel aller Verkehrsunfälle aus. Die Quote der aufgeklärten Delikte liegt seit Jahren um die 40 Prozent, während von den Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden 53 Prozent geklärt werden konnten. "Die Polizei weist in Vorträgen und Flyern immer wieder darauf hin, dass das unerlaubte Entfernen vom Unfallort eine Straftat und kein Kavaliersdelikt ist", so der Polizeipräsident. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Einfluss von Alkohol und/oder Drogen ist rückläufig und sank von 536 auf 441 Unfälle.

Starker Anstieg bei den Wildunfällen

Die Wildunfälle hingegen stiegen um über 700 an und haben somit einen Anteil von etwa einem Viertel am Gesamtunfallaufkommen. Die bislang erfolgten Maßnahmen zur Reduzierung der Wildunfälle, wie z. B. das Installieren von Wildwarnreflektoren oder Duftzäunen, führten nicht zu dem erhofften Erfolg, so dass alle beteiligten Behörden weiter mit Hochdruck daran arbeiten, durch andere Methoden diese Art Unfälle zu reduzieren.

Die Polizei in Nordhessen reduziert sich in ihren Tätigkeiten jedoch nicht nur auf die allgemein bekannten Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen, sondern setzt in ihrer Arbeit zunehmend auch auf die polizeiliche Verkehrsprävention. In Jugendverkehrsschulen, in der Seniorenarbeit, auf Messen oder Veranstaltungen ist sie mit dem Thema stets präsent und erreichen inzwischen auch in den sozialen Medien einen zunehmend größeren Anteil der Bevölkerung. Wie in den vorausgegangenen Jahren werden, neben dem Ziel der Reduzierung von Verkehrsunfallfluchten auch die Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit, die Reduzierung der Unfälle unter Beteiligung der jungen Fahrzeugführer von 17 bis 25 Jahren, das Fahren unter Alkohol und/oder Drogen, die Sicherheit in Schulbussen sowie die Senkung der Wildunfälle weitere Schwerpunkte bilden.

Das Polizeipräsidium Nordhessen umfasst einen Zuständigkeitsbereich von 5.585 Quadratkilometern und reicht von Bad Karlshafen im Norden bis Ottrau im Süden und Willingen im Westen bis Eschwege im Osten des Dienstbezirks. Ein zusätzlicher Schwerpunkt im Zuständigkeitsbereich sind die rund 150 Autobahnkilometer auf den Bundesautobahnen A 7, A 44 und A 49 in Nordhessen.

Die Zahlen, Tabellen und Grafiken zur Verkehrsunfallstatistik 2017 finden sich hier.

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