Versicherungsvertreter 2: Göker wieder im Kino

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Am Mittwoch startete Klaus Sterns Doku „Versicherungsvertreter 2 – Mehmet Göker macht weiter“ im Kasseler Bali Kino.

Kassel. Am Mittwoch startete Klaus Sterns Doku "Versicherungsvertreter 2 – Mehmet Göker macht weiter" im Kasseler Bali Kino. Für die Fortsetzung seines Films reiste Regisseur Klaus Stern in die Türkei, wohin Göker nach der MEG-Pleite geflohen war, um dem drohenden Gerichtsverfahren zu entgehen.

Schade, dass der Hauptprotagonist nicht zur Premiere kommen konnte (gegen Göker liegt ein Haftbefehl vor). Zur Premiere war aber neben Stern Gökers langjähriger Mitarbeiter und Vertrauter Farid Louis Aminzadeh anwesend. "Göker würde den Film gut finden", so der Göttinger, der seit sieben Jahren für Göker in der Türkei arbeitet, nach dem Film. Neben Aminzadeh war auch ein kleiner Göker-Fanclub zur Erst-Vorführung angereist.

Verkauf über Mittelsmänner

Der MEG-Gründer hat den Film noch nicht gesehen, weil er erst am vergangenen Freitag fertig geschnitten worden war, wie der preisgekrönte Filmemacher bei der anschließenden Diskussion mit dem Publikum erklärte. Ein Zuschauer bezeichnete Göker währenddessen als "Fettauge der ganzen Versicherungskloake.”

Im Film ist zu sehen, wie Göker nach der Pleite in Deutschland über Mittelsmänner immer noch private Krankenversicherungen verkauft. Freizügig berichtet er: "Das Geld kommt weiterhin von allen Versicherungen rein.” Geld, dass Göker wohl dringend braucht, denn in einer weiteren Szene ist zu hören, wie dringend er Geld benötigt. Aber wer Göker kennt, weiß, dass er immer voller Tatendrang ist. So berichtet er im Film auch darüber, dass er vielleicht vor hat, in die Baubranche einzusteigen. Ja sogar eine neue Villen-Anlage bauen zu lassen. In der nächsten Szene berichtet MEG-Insolvenzverwalter Westhelle dagegen: Gökers Villen-Anlage sei bis über den Schornstein verschuldet.Die Versicherer wollen sich auch in Sterns zweitem Film über Göker nicht zu der Sache äußern. Tolerieren es aber, dass Göker über Mittelsmänner arbeitet. Kein Wunder: Sie verdienen damit ja immer noch an dem MEG-Gründer.

Aussteiger berichten im Film, dass man bei Gökers Firma, dessen Inhaber seine Mutter ist, kein Geld verdienen könne. Man fahre dort auch keine dicken Autos oder trage Rolex-Uhren, sondern werde in einem Kastenwagen zur Arbeit gefahren. Göker dementiert.

Bei der anschließenden Diskussion klärte Stern auch darüber auf, dass weder Göker von ihm Geld für den Film bekommt, noch das Göker den Filmemacher dafür bezahlt, über ihn zu drehen. Der Kasseler Regisseur erntete neben viel Beifall vom Publikum auch Kritik: Warum er so einem Mann überhaupt ein Forum geben würde, prangerte ein Premieren-Besucher an. Gökers Vertrauter berichtet zum Schluss: Mehmet Göker plane ein Comeback. Wie das aussehen soll, verriet er nicht.

"Guru” für Mitarbeiter

In Sterns zweiter Dokumentation wird deutlich, wie Göker Mitarbeiter einfängt. Und ihnen eine neue Lebensperspektive verspricht. Manche geben für ihn sogar Haus und Partner in Deutschland auf, um für ihren "Guru” zu arbeiten. Ein Kinozuschauer sagte treffend dazu: "Wenn früher Leute keine Perspektive hatten, wurden einige Söldner. Heute gehen sie zu Göker.” Der Vergleich passt: Kommen sie ihrer Arbeit nicht nach, werden sie getriezt wie beim Militär.Wer den Film noch sehen möchte: "Versicherungsvertreter 2" läuft im Bali Kino täglich um 16.45 Uhr und 18.45 Uhr.

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