Versorgung gesichert – Unternehmen der KVV sind auf den Krisenfall vorbereitet

Einblick in die Leitstelle des Kraftwerks in der Dennhäuser Straße.
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Einblick in die Leitstelle des Kraftwerks in der Dennhäuser Straße.

Strom, Wärme, Wasser, Erdgas, Telekommunikation, öffentlicher Nahverkehr – jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, gerät die sichere Versorgung mit den wichtigsten Gütern unvermittelt in den Blick. Was sonst als selbstverständlich hingenommen wird, erhält in Zeiten der Krise eine erhöhte Aufmerksamkeit.

Tatsächlich ist dieser Tage nichts selbstverständlich. Auch die Unternehmen der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH mit ihren größten Töchtern Städtische Werke und KVG sind von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Doch auch in schwieriger Zeit stellen die Unternehmen die Versorgung der Kasseler Bürgerinnen und Bürger sicher. Die Basis dafür schafft ein umfassendes Krisenmanagement.

Krisenstäbe eingerichtet

Dr. Michael Maxelon, Geschäftsführer der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH sowie Vorstandsvorsitzender der Städtische Werke und der KVG, berichtet: „Nachdem klar war, dass SARS-CoV-2 sich global ausbreiten würde, haben wir sofort ein Krisenmanagement aufgesetzt. Als Betreiber kritischer Infrastrukturen haben wir natürlich fertige Notfallpläne für Krisen. Daher können wir auch mit einer Virus-Pandemie, die erhebliche Auswirkungen auf die eigene Organisation und die eigenen Mitarbeiter hat, umgehen. Auch wenn sie uns vor erhebliche Herausforderungen stellt.“ Wichtiger Teil des Krisenmanagements ist die Personaleinsatzplanung. Während ein Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben vor Ort die Prozesse am Laufen hält, unterstützt ein anderer Teil aus dem Homeoffice die Arbeit. Bei Wechseln wird darauf geachtet, dass sich die Gruppen nicht begegnen und Ansteckungsgefahren vermieden werden. „Die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität. Auf Basis der Einsatzpläne stellen sie tagtäglich die reibungslose Versorgung in allen Bereichen sicher. Dafür arbeiten die Kolleginnen und Kollegen seit Wochen unter Hochdruck. Dafür gilt ihnen mein ausgesprochener Dank!“

Wasserversorgung

Die Versorgung mit dem wichtigsten Lebensmittel überhaupt, mit Trinkwasser, ist jederzeit gewährleistet. Die Städtische Werke Netz + Service GmbH verantwortet im Auftrag von KASSELWASSER die Wassergewinnung, die -aufbereitung und die -verteilung. „In der Wasserversorgung arbeiten wir größtenteils automatisiert. Wir können alle Wasserwerke und Hochbehälter, in denen die Wasseraufbereitung erfolgt, zentral aus unserer Leitstelle im Auftrag von KASSELWASSER steuern“, erläutert Andreas Kreher, technischer Geschäftsführer der Städtischen Werke. „Und was die hygienische Sicherheit des Trinkwassers betrifft, haben wir eine sehr komfortable Situation, denn wir fördern unser Rohwasser aus einer Grundwasseranreicherung, aus Quellen sowie aus Tiefbrunnen. Zwischen ihnen können wir flexibel wechseln. Und gerade die Tiefbrunnen sind bestens geschützt, weil das Wasser viele Jahre braucht und viele hundert Meter filternde Schichten durchläuft, bis es sauber im Untergrund ankommt“, so Kreher.

Separierung der Mitarbeiter

Inspektions- und Wartungsarbeiten, die zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur notwendig sind, unabhängig, ob Wasser, Gas, Strom, Straßenbeleuchtung oder Telekommunikation, werden wie gewohnt erledigt, andere Arbeiten ruhen dagegen. Der wichtigste Grundsatz dabei: Persönliche Kundenkontakte werden derzeit vermieden. Das bedeute auch: Auf Baustellen, auf denen Kontakte zu Kunden entstehen könnten, wird aktuell nicht gearbeitet. Baustellen ohne Kundenkontakte werden abgearbeitet. Für die Techniker hat das Unternehmen eigens eine Bereitschaftsorganisation in Doppelteams aufgebaut. Ein Team ist in einer zweiwöchigen Bereitschaft zuhause. Die zweite Einsatzbereitschaft arbeitet ebenfalls von zuhause. Wenn es nötig ist, fahren die Techniker mit ihren Werkstattwägen direkt zur Einsatzstelle. Das gewährleistet, dass die Teams keinen Kontakt untereinander haben und über einen langen Zeitraum genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. Die Büromitarbeiter sind technisch so ausgestattet worden, dass sie schon jetzt überwiegend im Homeoffice arbeiten.

Strom- und Gasversorgung, Straßenbeleuchtung – Leitstelle

Ein besonderer Fall ist die zentrale Netzleitstelle. Hier ist die gesamte technische Infrastruktur gebündelt, die Kassel am Laufen hält, auch in der Krise. Von hier aus werden die Strom- und die Erdgasnetze überwacht und gesteuert, von hier aus wird die gesamte Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung geregelt, hier erfolgt auch die Steuerung der Straßenbeleuchtung. Um das sicherzustellen, wurden die Leitstellenmitarbeiter ebenfalls in Teams getrennt, um jeglichen Kontakt zu verhindern. Wichtiger aber, es gibt eine redundante, also eine zweite Leitstelle an einem anderen Ort, die voll einsatzfähig ist. Sie kann als Ersatz beim Ausfall der regulären Leistelle den Betrieb der Kasseler Netze ohne Einschränkungen übernehmen. Ein möglicher Blackout wird so bestmöglich verhindert und die Versorgung gesichert.

Andere Dienstleistungen, die für den Betrieb kritischer Infrastrukturen derzeit nicht zwingend notwendig sind, werden nicht oder nur mit Einschränkungen angeboten. Dazu zählen Zählertausch oder -ablesung. Denn der Grundsatz gilt: soziale Kontakte möglichst vermeiden. Möglichst – in Schadensfällen wird natürlich entstört.

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