Vier Jahre und zehn Monate Haft: Ex-Chef von Sicherheitsdienst 24 bleibt im Gefängnis

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Tim L. wurde jetzt zu vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Das Bild stammt aus einem vorherigen Prozesstag und zeigt den Ex-Chef des Sicherheitsdiensts mit seinem Anwalt Michael Schenk.

Weil er rund 3,5 Millionen Euro an Sozialabgaben und Steuern hinterzogen hat, ist Tim L. (36), Ex-Chef des Vellmarer Sicherheitsdiensts, zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

Vellmar/Kassel. Zudem verurteilte die Große Wirtschaftskammer des Landgerichts am Montag vier mitangeklagte, ehemalige Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts wegen Beihilfe zu Bewährungsstrafen. Alle Angeklagten hatten ein Geständnis abgelegt.

Die tatsächlich hinterzogene Summe war für das Gericht dabei schwer zu beziffern, da die Buchhaltung alles andere als vollständig war. So müsse der Schaden eben geschätzt werden, erklärte Richter Robert Winter in seiner Urteilsbegründung.

Der Ex-Chef des Vellmarer Sicherheitsdiensts sitzt bereits seit Dezember 2016 in Untersuchungshaft. „Mit Beginn der Flüchtlingskrise und dem damit verbundenen Umsatzsprung durch die Betreuung mehrerer Flüchtlingseinrichtungen lief dann die Sache etwas aus dem Ruder“. Die Verwaltung ist durch den gestiegenen Arbeitsaufwand etwas vernachlässigt worden“, hatte Tim L. an einem anderen Prozesstag  gesagt.

Nachdem sein Unternehmen zuvor nur auf Sport- und Kulturveranstaltungen für Sicherheit sorgte, kam er durch die Bewachung der Flüchtlingslager zu viel Geld. So erhielt seine Firma allein für die Sicherung des Flüchtlingslagers in Hessisch Lichtenau vom Land 465.000 Euro - im Monat. Später sank dann die Summe auf 240.000 Euro, weil statt der möglichen 1250 Flüchtlinge, die im Lager untergebracht hätten werden können, nur 380 untergebracht waren.

Die Verwaltung und Buchhaltung war mit dieser Situation überfordert, Scheinrechnungen wurden ausgestellt, Mitarbeiter wurden schwarz beschäftigt und bezahlt. In den sozialen Netzwerken prahlte Tim L. damalsmit seinem Lebensstil, wohnte die meiste Zeit auf Mallorca und fuhr Lamborghini, Corvette, und Maserati.

Die Luxuskarossen sollen eigentlich für die Insolvenz verwertet werden. Bisher konnte aber nur der Lamborghini wieder aufgetrieben werden, der Verbleib der anderen Luxusautos ist nicht bekannt.

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