Volksfeste unter Druck

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Der Briefwechsel von Chefredakteur Rainer Hahne beschäftigt sich mit den Menschen, die durch ehrenamtliches Engagement unsere Volksfeste stemmen.

Sehr geehrte Janine Herr, lieber Dirk Reimann, hochgeschätzter Ulrich Freudenstein,

Ihr seid ehrenamtlich mit höchstem persönlichen Engagement für die Kasseler Stadtfeste Zissel, Wehlheider Kirmes und die Waldauer Entenkirmes aktiv.Zissel und Wehlheider Kirmes sind gefeiert – beide mit bombigem Nachgeschmack. Der Zissel musste damit leben, dass die Wiese vor der Orangerie für große Fahrgeschäfte nicht zur Verfügung stand. Es besteht der Verdacht, dass unter dem Rasen Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg schlummern.

Die Wehlheider Kirmes hatte mit dem Stockplatz ein ähnliches Problem.  Auch hier haben Messungen verdächtige Metallansammlungen gemeldet. Ob es Bomben oder Schrott sind, wird erst eine teure Untersuchung ergeben.Beide Feste können sich schon heute darauf einstellen, dass sie auch 2015 auf diese Flächen verzichten müssen.  Tragisch war das übrigens in diesem Jahr nur für die betroffenen Schausteller. Gerade beim Zissel gab es für sie keine Ausgleichsflächen.Ganz anders sah das auf der Wehlheider Kirmes aus. Die Fahrgeschäfte, die sonst auf dem Stockplatz stehen, fanden ihren Platz auf der Kohlenstraße und sorgten dafür, das die Kirmes, die sonst eher punktuell stattfand, in diesem Jahr eine ansehnliche Festmeile bot, die 2015 noch ausgebaut werden soll.

Das könnte auch nötig werden, denn am Rande der Kirmes wurde schon unter der Hand getuschelt, dass der Stockplatz, ein Filetstück in Wehlheiden, eigentlich viel zu schade für die aktuelle Nutzung durch Flohmärkte und die Kirmes ist. Hier könne auch eine spannende Immobilie dem Ortsteil ein ganz neues Gesicht geben. Lieber Dirk Reimann, Dir ist diese Problematik durchaus bewußt. Während der Kirmes wurden schon erste Unterschriften gegen eine Bebauung gesammelt.Liebe Janine Herr, auf den Zissel könnte auch schon wieder ein neues Problem zukommen. Ein Pachtvertrag mit der Museumslandschaft Hessen Kassel für das Regattawäldchen ist ausgelaufen, und gewöhnlich gut informierte Mitbürger wollen gehört haben, dass er nicht verlängert werden soll. Wundern würde mich das nicht, mit dem  Prinzessgarten gab es ein ähnliches Theater. Ich bin gespannt, wer sich das Regattawäldchen unter den Nagel reißen möchte. Denn für Wildpinkler leerstehen wird es wohl nicht.

Da hast Du, lieber Ulrich Freudenstein noch die geringsten Probleme. Es könnte höchstens passieren, dass Eure Festscheune einstürzt. Doch es wird daran gearbeitet, das schöne Gebäude für die Nachwelt zu sichern und Politiker wie Wolfgang Decker besorgen immer mal wieder eine Geldspritze für die morschen Balken. Hoffenlich reicht’s.Mit volksfestlichen GrüßenRainer HahneChefredakteurP.s. Änderungen müssen nicht per se schlecht sein. Da können sich auch Chancen drin verbergen.

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