Wandert K+S an einen kanadischen Konkurrenten?

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Briefwechsel von Rainer Hahne zum Thema "Möglicher Verkauf des Kali-Unternehmens nach Kanada".

Sehr geehrter Norbert Steiner,Sie sind der Vorstandsvorsitzende von K+S, einem der größten Unternehmen Nordhessens.

Vor einigen Jahren haben Sie in Kanada ein Explorationsunternehmen namens Potash One gekauft und sich damit Zugang zu den riesigen Kalilagern der Porvinz Saskatchewan geschaffen. Offensichtlich haben Sie damit einen kanadischen Konkurrenten hart getroffen, denn jetzt haben Sie die Öffentlichkeit über ein Übernahmeangebot informiert: "Die Potash Corporation of Saskatchewan hat Vorstand und Aufsichtsrat der K+S-Aktiengesellschaft darüber informiert, den Aktionären unter bestimmten Bedingungen die Übernahme aller Aktien im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebotes anbieten zu wollen. K+S prüft zur Zeit die zur  Verfügung stehenden Optionen. Der Ausgang der Prüfung ist offen.”Noch ist dieses Übernahmeangebot freundlich, richtet sich nur an  Vorstand und Aufsichtsrat. Das könnte sich aber ganz schnell ändern, wenn das Angebot abgelehnt wird.Kein Wunder, dass die Landtagsabgeordneten Wolfgang Decker und Uwe Frankenberger besorgt sind: "Sollte es tatsächlich zu einer Übernahme durch die Kanadier kommen, kann dies die Arbeitsplätze bei K+S massiv bedrohen. Erst recht, wenn es zu einer ,feindlichen’  Übernahme käme”.

Neben den Werken mit vielen tausend Arbeitsplätzen könnte auch der Unternehmenssitz in Kassel mit hunderten qualifizierten Arbeitsplätzen akut betroffen sein. "Neben dem Verlust von Arbeitsplätzen würde die Stadt Kassel einen wichtigen Baustein seiner wirtschaftlichen Infrastruktur und Wertschöpfung verlieren.  "Wir sind in Alarmbereitschaft.  Im echten Bedrohungsfall muss alles unternommen werden, um diesen abzuwenden.”Klar dürfte eins sein. Sollte das kanadische Unternehmen erfolgreich sein, gerät das nordhessische Kalirevier massiv unter Druck. In Saskatchewan läßt es sich nun mal viel billiger produzieren. Die Auswirkungen für die Region rund um Heringen und Phillipstal wären katastrophal, aber das hat die K+S-Gegner ja auch noch nie interessiert.

Es wird spannend sein, die Entwicklung der nächsten Wochen zu verfolgen. Sie, Herr Steiner, haben sicher interessante Zeiten vor sich. Mit Ihrem Werk in Kanada haben Sie den Wert der K+S-Aktien nach diesem Angebot sicher deutlich erhöht. Die ersten Zocker dürften jetzt schon Schlange stehen, um sich einzukaufen. Für Nordhessen wäre ein Verkauf ein einziges Desaster. An der Börse dürfte das aber wohl kaum eine Rolle spielen.

Wir wünschen uns von Ihnen und Ihren Kollegen in Vorstand und Aufsichtsrat ein verantwortungsvolles Vorgehen.

Mit salzigen GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Mit wird übel bei dem Gedanken, dass einige Menschen über dieses Angebot jubeln und hoffen, dass Tausende ihren Arbeitsplatz verlieren, damit das Wasser weniger salzig wird.

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